BLKÖ:Lanz, Wolfgang Joseph

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lanz, Anton
Band: 14 (1865), ab Seite: 148. (Quelle)
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Lanz, Wolfgang Joseph (Tonsetzer, geb. zu Michaelnbach im Hausruckviertel Oberösterreichs 20. Jänner 1797). Der Sohn des Schullehrers zu Michaelnbach, zeigte in früher Jugend großes Talent für die Musik und machte theils durch Unterricht bei dem Schullehrer Fischer in Großkirchen, theils durch eigenes fleißiges Studium guter Meister, wie Haydn, Kirnberger, Beethoven, Mozart u. A. tüchtige Fortschritte der Kunst. Meisterhaft spielte er das Pianoforte, aber auch Oboe, Clarinett, Fagott und Horn verstand er ganz gut zu behandeln, und auf der Violine besaß er eine solche Fertigkeit, daß er im Stifte St. Peter zu Salzburg als erster Violinspieler angestellt wurde. L. war ein fleißiger Componist und hat folgende Tonstücke geschrieben: Ein „Graduale“; – ein „Salve Regina mit obligater Flöte“; – drei „Libera für vier Singstimmen und Orgel“; – ein „Offertorium“, zum Feste des H. Michael; – eine „grosse Vesper“; – ein „Asperges“ und ein „Tantum ergo“ für das Fest der unschuldigen Kinder. Außer diesen Kirchenstücken componirte er ein „Concert für das englische Horn mit ganzem Orchester“; – „Variationen für Flöte mit Violine“, mit Begleitung von zwei Violinen, einer Viola, Violoncell, Violon und zwei Hörnern; – eine „Ouverture“, für Violine, Clarinett, englisches Horn, Viola und Violoncell, mehrere „Quintetten“, „Terzetten“, „Duetten“, „Sonaten“ und ein „Rondo“ für Fortepiano; die Musik zu Kotzebue’s Operette „Die Alpenhütte“ und zwei größere „Cantaten“, eine zur Huldigung des Kaisers Franz im Jahre 1817 und eine zweite zur Wahl des Prälaten im Stifte St. Peter. Die unten bezeichnete Quelle meldet im Hinblick auf seine Compositionen, daß Kenner die Hoffnung hegen, Lanz werde sich bei gehöriger Unterstützung und bei fortgesetztem Studium classischer Werke „dem Geiste [149] eines Haydn und Amadeus Mozart nähern“. Die letzten Nachrichten über ihn stammen aus dem Jahre 1821, die Musik-Lexika, nicht das Gaßner’sche, nicht das Schladebach-Bernsdorf’sche kennen ihn.

Pillwein (Benedict), Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer, theils verstorbener, theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten[WS 1] (Salzburg 1821, Mayr’sche Buchhandlung, kl. 8°.) S. 125. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: liefreten.