BLKÖ:Glöggl, Franz Xaver

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Gliubich, Franz
Nächster>>>
Glöggl, Anton
Band: 5 (1859), ab Seite: 218. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Franz Xaver Glöggl in der Wikipedia
GND-Eintrag: 116666390, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Glöggl, Franz Xaver|5|218|}}

Glöggl, Franz Xaver (Musiker, geb. zu Linz 21. Febr. 1764, gest. ebenda 16. Juli 1839). Sein Vater war Stadtmusikdirector (Turnermeister) zu Linz und der Sohn wurde frühzeitig im Gesange [von Benedict Kraus], im Violinspiel [von Anton Hofmann], und in der Posaune [von Mesterer] unterrichtet. 18 Jahre alt, übernahm er die Direction des Orchesters im Linzer Theater, und wirkte durch mancherlei Mittel zur Hebung der Musik in Linz, wo er auch eine Kunst- und Musikalienhandlung errichtete. 1790 folgte er seinem Vater in der Stelle eines Stadtmusikdirectors und übernahm zugleich die Leitung der Bühnen in Linz, Salzburg und Passau. Als er später nach Rosers Tode Capellmeister an der Linzer Dompfarre wurde, gab er alle Theaterunternehmungen auf und widmete sich fortan ausschließlich der Kirchenmusik. Er schrieb manches über die Theorie und Geschichte der Musik, u. z.: ein „Kurzgefasstes Schulbuch der Tonkunst für die I. Classe“ (Linz 1787, 4°.); – „Versuch zu einem musikalischen Kunstwörterbuche“ (Ebenda 1798); – „Erklärung des musikalischen Hauptcirkels, nebst Beschreibung“ (Ebd. 1810); – „Allgemeine Anfangsgründe der Tonkunst für Schüler mit Notenbeispielen“ (Ebenda 1810). I. Thl.;. bei Begründung des Prager Conservatoriums wurde dieses Werk als erstes Lehrbuch [219] gewählt; – „Musikalische Blättchen zur Zeit“ (Ebenda 1810); – „Musikalischer Kirchenkalender“, I. Theil (Ebenda 1822); – „Kirchenmusik-Ordnung. Erklärendes Handbuch des musikal. Gottesdienstes ...“ (Wien 1828, 12°.). Auch gab er mehrere Zeitschriften heraus, welche aber alle immer bald wieder aufhörten, als: die „Musikalische Monatschrift“ (Linz 1800), 4 Hefte; – „Notizen einer Zeitschrift“ (Ebd. 1812), 3 Hefte; – eine „Musikalische Zeitung für die österr. Staaten“ (Eb. 1812). – Von dem „Allgem. musikalischen Lexikon“ (Linz 1812) erschien nur eine Abtheilung, die Buchstaben von A–J umfassend, übrigens ist das Werkchen ohne Werth. Von allen hier genannten Schriften führt das Kayser’sche Bücherlexikon auch nicht Eine an. Besondere Verdienste erwarb sich G. als Domcapellmeister um die Bibliothek der Stadtpfarre, die er mit einer Sammlung von etwa 5000 Musikalien bereicherte. Er selbst aber besaß eine interessante und werthvolle Sammlung theoretischer Werke über Musik, von Gesangs- und Musikpiecen, Instrumenten und Autographen berühmter Tonkünstler. Ein Werk, worin er mehr als 600 Instrumente aller Gattungen alter und neuer Zeit aus allen Welttheilen beschrieb und systematisch classificirte, ist nebst den Abbildungen der Instrumente in Handschrift vorhanden. G. stand mit ausgezeichneten Tonkünstlern im innigen und brieflichen Verkehre u. a. mit Mozart, Joseph und Michael Haydn, und Abbé Vogler wohnte mehrere Jahre bei ihm.

Allg. Wiener Musikzeitung, herausg. von Aug. Schmidt. 1841, Nr. 70: „Gallerie jüngst verstorbener vaterländischer Tondichter.“ – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst (begonnen von Schladebach und fortgesetzt) von Ed. Bernsdorf (Dresden 1857, Schäfer, 8°.) II. Bd. S. 188. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 120. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 384 [nach dieser und den drei vorstehenden Quellen ist G. am 21. Febr. 1764, nach der folgenden 1762 geboren]. – Pillwein (Benedikt), Linz, Einst und Jetzt ... (Linz 1846, Schmid) II. Bd. S. 38. – Gerber (Ernst Ludwig), Neues histor.-biograph. Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, Kühnel, gr. 8°.) II. Bd. Sp. 343. – Becker (Karl Ferdinand), Systematisch-chronologische Darstellung der musikalischen Literatur von der frühesten bis auf die neueste Zeit (Leipzig 1836, Rob Friese, 4°.) S. 297, 421, 511. Nachtrag (Eb. 1839) S. 35 u. 45. –