BLKÖ:Fabrice (Fabrici), Andreas Heinrich von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Fabri, Stephan
Nächster>>>
Fabris, Anton
Band: 4 (1858), ab Seite: 129. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Andreas Heinrich von Fabrice (Fabrici) in Wikidata
GND-Eintrag: 120570718, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Fabrice (Fabrici), Andreas Heinrich von|4|129|}}

Fabrice öfter auch Fabrici, Andreas Heinrich von (Schriftsteller, geb. zu Wien 21. Jänner 1765, gest. 12. Aug. 1848). Sohn des ehemaligen kais. Reichshofagenten Joach. Gottl. von Fabrice, der 1777 seine Stelle niederlegte und mit seiner Familie sich nach Altdorf in Baiern zurückzog; Bruder der zwei Folgenden. Andreas Heinrich hatte den Gelehrten Dr. Konr. Mahnert zum Erzieher, 1787 ging er nach Wien, wurde gleich seinem Vater Reichshofagent, welche Stelle er bis zur Auflösung des deutschen Reichsverbandes bekleidete. Nun ernannten ihn der Herzog von Sachsen-Altenburg und der Markgraf von Baden zu ihrem Legationsrathe. F. gab heraus: „Gedichte und Lieder (als Manuscript für Freunde)“ 2 Theile (Altdorf 1826 und 1829); – „Gedichte“ (Ebenda 1831), Auswahl der Vorigen; – „Selbstbiographie“, 2 Theile (Ebenda 1833 und 34) und „Nachtrag zur Selbstbiographie“ (Ebd. 1835). – Christian Erich (geb. zu Wien 13. August 1773, gest. 9. Sept 1833). Jüngerer Bruder des Obigen. Studirte zu Altdorf, erhielt die Doctorwürde der Medicin zu Würzburg, wurde dann Professor der Anatomie an der Universität zu Altdorf und nach deren Aufhebung Landesgerichts-Physikus, als welcher er große Praxis ausübte. Von ihm erschienen im Drucke: „Dissertatio de Empyemate mediastini anterioris ejusque curatione ope Trepani“ (1796); – „Jährliche Nachrichten von der Anstalt für arme Kranke zu Altdorf“ (Daselbst 1800–1806) und „Medicinisch-chirurgische Bemerkungen und Erfahrungen“ (Nürnberg 1816). – Karl Wilhelm Joachim [130] (Künstler, geb. zu Altdorf 15. Febr. 1780, lebte noch 1835). Jüngster Bruder der beiden Obigen. Ohne Neigung für wissenschaftliche Studien zeigte er früh seltene Anlage zur Kunst und bildete als Knabe mit täuschender Aehnlichkeit Thiere und Figuren aus Lehm. Eulen und Uhus lockte er durch Nachahmung ihres Gekrächzes aus ihren Schlupfwinkeln und zeichnete sie dann nach der Natur. Als 1797 sein ältester Bruder nach Altdorf gekommen war, nahm er ihn mit nach Wien und dort besuchte F. die Akademie der bildenden Künste. Modelliren und Formen, besonders von Gestalten der Thierwelt, bildeten seine Hauptbeschäftigung. Nun trat er als Lehrling in die Steingut-Fabrik Winklers in Sommerein, wo er wie auch später in Wiener Neustadt als Modellier arbeitete. Alsdann begann er Thiere und Figuren aus Pappendeckel zu cachiren und arbeitete in Kottingbrunn. Seine auf den Ausstellungen der Akademie der bildenden Künste zu St. Anna vorgezeigten Arbeiten erregten die allgemeine Aufmerksamkeit. Die in Wien verendete Giraffe hat F. für das Thierarznei-Institut in Lebensgröße nachgebildet und in demselben viele Skelette von Elephanten, Pferden, Kühen und andern Thieren ausgebessert und die fehlenden Knochen durch künstliche täuschend ergänzt. Die Kunst die nach Brod geht, hinderte ihn sein reiches Talent zu jener Entfaltung zu bringen, deren es fähig war und ungeachtet dessen befand er sich, den Mäklern seines schönen Talentes preisgegeben, in drückenden Verhältnissen. Aus seiner 1813 mit einer Bürgerstochter aus Wiener-Neustadt geschlossenen Ehe stammt ein Sohn, der 1835 in der k. k. Akademie der bildenden Künste geschickt modellirte.

Ueber Andreas Heinrich u. Christian Erich handschriftliche Mittheilungen. – Ueber Karl Wilhelm Joachim: Pietznigg (Franz), Mittheilungen aus Wien. Jahrg. 1835, II. Bd. S. 59: „C. W. J. von Fabrici.“ – [Kneschke, Ernst Heinrich Prof. Dr.] Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien (Leipz. 1857, 8°.) IV. Bd. S. 117.