ADB:Winger, Eduard

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Artikel „Winger, Eduard“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 429, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Winger,_Eduard&oldid=- (Version vom 23. Juni 2021, 17:22 Uhr UTC)
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Winger: Eduard W., Schauspieler, wurde am 19. April 1812 zu Berlin geboren. Er sollte ursprünglich Buchbinder werden, wußte es aber durchzusetzen, daß er seiner Neigung für die Bühne folgen konnte. Am 7. Februar 1831 betrat er in Neubrandenburg a. H. zum ersten Mal die Bretter, die die Welt bedeuten. Im J. 1834 kam er an das Hoftheater in Strelitz und dann über die Theater von Lübeck und Rostock im J. 1838 an das Leipziger Stadttheater, das damals unter der Direction Ringelhardt’s stand. Von dort aus wurde er im J. 1843 an das königliche Hoftheater nach Dresden berufen. Er spielte hier zunächst neben Emil Devrient jüngere Helden- und Liebhaberrollen, entwickelte aber erst die volle Kraft seines reichen Talentes, als er zu dem Fach der Heldenväter, der gemüthlichen und polternden Alten überging. Es geschah dies zum ersten Mal in der ersten Aufführung von Gutzkow’s „Zopf und Schwert“, am 1. Januar 1844, in der W. die Rolle König Friedrich Wilhelm’s I. mit außerordentlichem Beifall spielte. Seitdem galten Rollen wie Paul Werner, Götz, Verrina, Lindenwirth, Musikus Miller, Gottsched, Erbförster, Oberjäger (in Iffland’s Jägern), Odoardo, Nathan für seine besten Leistungen. W. zählte zu den Anhängern der idealistischen Richtung, ließ sich aber trotz seines wohlklingenden, biegsamen Organs nicht leicht zu Ausschreitungen inbezug auf das Declamatorische verführen, sondern verstand es, „vorzugsweise gewisse Seiten des deutschen Wesens zu ebenso vollendetem, wie anheimelnden Ausdruck zu bringen“. Als Eduard Devrient sich zurückzog, übernahm W. das Amt eines Regisseurs für das Schauspiel, das er vom 1. Februar 1852 bis zum 31. December 1857 bekleidete. Nachdem er sich am 22. Mai 1874 nach einunddreißigjähriger Thätigkeit von der Dresdner Hofbühne verabschiedet hatte, war ihm noch eine längere Zeit der Ruhe beschieden. Er starb in Dresden am 13. September 1886.

Vgl. Illustrirte Zeitung, Leipzig 1870. LIV, 102. – R. Prölß, Geschichte des Hoftheaters zu Dresden. Dresden 1878. S. 511, 512. – Tagebuch der königl. sächsischen Hoftheater vom Jahre 1886. Dresden 1887. LXX, 130, 131.