ADB:Wachsmann, Karl Adolf von

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Artikel „Wachsmann, Karl Adolf von“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 421, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wachsmann,_Karl_Adolf_von&oldid=- (Version vom 10. Juli 2020, 07:14 Uhr UTC)
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Band 40 (1896), S. 421 (Quelle).
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Wachsmann: Karl Adolf v. W., bekannter Novellist, wurde am 27. September 1787 zu Grünberg in Schlesien als der Sohn eines pensionirten Capitäns der Cavallerie geboren, erhielt seine wissenschaftliche Bildung in Breslau und trat mit 15 Jahren in preußische Militärdienste. Nach dem für Preußen unglücklichen Feldzuge von 1806–07 nahm er seinen Abschied und trat in badische Dienste über, machte 1809 als Lieutenant in der Brigade des Oberst v. Stockhorn und der Division Beaumont den Feldzug gegen die Tiroler mit und marschirte 1810 mit einem Bataillon des 4. badischen Regiments nach Spanien, von wo er im folgenden Jahre in die Garnison seines Regiments nach Mannheim zurückkehrte. Als dieses Regiment Ende 1811 in die Garnison Stettin verlegt wurde, nahm W. hier seinen Abschied, verheirathete sich mit einer Verwandten in Schlesien und lebte von 1812 bis 1818 zu Kreidelwitz im Kr. Glogau als Gutsbesitzer. Nach Verkauf dieses Gutes schlug er seinen Wohnsitz in dem von ihm erworbenen Gute Buschvorwerk bei Schmiedeberg auf, wo er sich theils seinen Functionen als erster Kreisdeputirter des Hirschberger Kreises, theils litterarischen Beschäftigungen widmete. Bereits 1824 ward er Mitarbeiter am „Gesellschafter“, 1825 an der „Abendzeitung“ und der „Zeitung f. d. elegante Welt“ und dehnte in den folgenden Jahren seine Thätigkeit noch auf ein Dutzend anderer gelesener Zeitschriften aus. Um sich dieser schriftstellerischen Thätigkeit inbezug auf die Benutzung von Hülfsmitteln fruchtbringender und ungestörter hingeben zu können, verlegte er seinen Wohnsitz nach Dresden, wo er auch bis an sein Lebensende blieb. Er starb daselbst am 28. August 1862. Im Jahre 1837 hatte er die „Lilien. Taschenbuch historisch-romantischer Erzählungen“ gegründet, welche er für die Jahre 1838–48 und 1850 herausgab, und 1830 eine Ausgabe seiner gesammelten „Erzählungen und Novellen“ begonnen, von denen 93 in 37 Bänden bis zum Jahre 1849 erschienen. Sie hatten sich eines großen Leserkreises zu erfreuen und bekundeten, daß W. „auf geschichtlichem Hintergrunde romantische Gruppen zu componiren und durch geschickte Benutzung der Localitäten und originelles Costüm anzuziehen und zu fesseln verstehe“. Karl Goedeke faßte sein Urtheil dahin zusammen: „Ein Erzähler recht nach dem Herzen der Abendzeiiung, faßlich, breit, voll alltäglicher Erfindung und fast unerschöpflicher Schreiblust; im übrigen doch ein heilsames Gegengewicht gegen die Unsittlichkeiten des Berliner Clauren bietend“.

K. G. Nowack, Schlesisches Schriftsteller-Lexikon. 3. Heft, S. 152. – Goedeke III, 718.