ADB:Tippelskirch, Ernst Ludwig von

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Artikel „Tippelskirch, Ernst Ludwig von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 38 (1894), S. 360–361, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Tippelskirch,_Ernst_Ludwig_von&oldid=- (Version vom 18. Juli 2024, 16:16 Uhr UTC)
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Tippelskirch: Ernst Ludwig v. T., königlich preußischer Generallieutenant, am 26. Juli 1774 auf dem Gute Görken im Landkreise Königsberg i. Pr. geboren, trat gleich seinem Vater, welcher den siebenjährigen Krieg mitgemacht und als Hauptmann den Dienst verlassen hatte, in das Heer. Wissenschaftlich gut vorgebildet, ward er 1794 Fähnrich beim Infanterieregimente Knobelsdorf, 1797 Secondlieutenant beim Infanterieregimente Courbière, 1798 Adjutant, kam demnächst in letzterer Verwendung in den Generalquartiermeisterstab, machte in diesem, seit 1806 Stabscapitän und 1807 zum Major befördert, zunächst dem Kalckreuth’schen Corps zugetheilt, den Krieg von 1806/7 gegen Frankreich mit und erwarb in der Schlacht bei Preußisch-Eylau den Orden pour le mérite. General v. Brandt (Aus dem Leben etc. II, 4, Berlin 1869) rühmt seine Thätigkeit im russischen Hauptquartiere, in welches er abcommandirt war. Nach Friedensschluß war er als Commissär bei der Berichtigung der Grenze mit dem Großherzogthum Warschau thätig, kam im September 1808 als Quartiermeisterlieutenant zum Feldmarschall Graf Kalkreuth, gehörte 1809 der wegen der Vorgänge von 1806–7 niedergesetzten Untersuchungscommission an, ward im October 1811 in das Garderegiment versetzt, aber schon am 8. December des nämlichen Jahres mit der Führung des Leibregiments beauftragt und am 21. Juli 1812 zum Commandanten von Spandau ernannt. Als der Krieg von 1813 bevorstand rief der König ihn nach Breslau und übertrug ihm das Commando des Garderegiments, welches er am 9. Februar übernahm, daneben führte er seit dem 15. März, gleichzeitig zum Oberstlieutenant befördert, das der brandenburgischen Infanteriebrigade, zu der sein Regiment gehörte. Von dem Regimentscommando wurde er am 20. Juni entbunden. Am 8. August wurde er an Stelle von Grolman, welcher dem an die Spitze eines russisch-preußischen Heerestheiles gestellten Barclay de Tolly überwiesen war, dem Stabe des Generals v. Kleist zugetheilt. Als dieser sich den Ehrennamen „von Nollendorf“ verdiente, war Grolman kurz vorher auf seinen Posten zurückgekehrt und T. war abwesend (G. v. Kleist, Das Leben des Generalfeldmarschalls Graf Kleist v. Nollendorf S. 94, Berlin 1887). Im December 1813 wurde er Oberst und dem General v. Ebra zum Zweck der Aufstellung der in den Landen zwischen Elbe und Weser zu bildenden Landwehren zugetheilt. Die Dienste, welche er in dieser Verwendung leistete, erfuhren die besondere Anerkennung des Königs. Im Juni 1814 [361] erhielt er das Commando der drei Elb-Infanterie-Reserveregimenter, bei Ausbruch des Krieges von 1815 das der 5. Brigade im II. Armeecorps (Zieten), im Mai wurde er zum Generalmajor befördert, für sein Verhalten in den Schlachten von Ligny und von Belle-Alliance erhielt er, nachdem er schon früher durch die Verleihung beider Classen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden war, das Eichenlaub zum Orden pour le mérite. Im October des nämlichen Jahres wurde er zum Commandeur der Landwehr im Regierungsbezirke Koblenz ernannt, deren Cavallerie eine königliche Cabinetsordre vom 10. August 1817 als den Anforderungen besonders gut entsprechend bezeichnet. Nach anderweiter Verwendung im Landwehrdienste in Köln, als Brigadecommandeur in Düsseldorf, sowie als Divisionscommandeur und Commandant in Erfurt, ward er am 30. Januar 1827 zum Commandanten von Berlin und zugleich zum Commandeur der Landgendarmerie ernannt, in welcher Stellung er dort am 23. Januar 1840, vom Schlage gerührt, gestorben ist, nachdem er, wie es im Allgemeinen Militäralmanach für Officiere und Militärpersonen der deutschen und auswärtigen Staaten (Glogau und Leipzig 1840) sehr bezeichnend heißt, „durch dreizehn Jahre dem Monarchen den Morgenrapport der Residenz gebracht hatte“.

Allgemeine preußische Staatszeitung Nr. 67. Berlin 1840. – Neuer Nekrolog der Deutschen, 18. Jahrgang 1840. Weimar 1842. – C. v. Reinhard, Geschichte des 1. Garderegiments zu Fuß, S. 600–601. Potsdam 1858.