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Artikel „Sunno“ von Felix Dahn in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 159, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sunno&oldid=- (Version vom 12. November 2019, 04:08 Uhr UTC)
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Band 37 (1894), S. 159 (Quelle).
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Sunno, Gaukönig oder vielleicht schon König einer ganzen Völkerschaft der Uferfranken, neben Genobaud und Markomer genannt als Anführer fränkischer Schaaren, welche im J. 388 mit Durchbrechung des „limes“ unter starken Verlusten der Römer über den entblößten Rhein in Gallien eingedrungen waren: der römische Feldherr Quintinus, der, den Rhein bei Neuß überschreitend, jene im eignen Land angriff, erlitt eine vernichtende Niederlage. Der Stammgenosse jener Könige, der Franke Arbogast, der damals thatsächlich an Stelle des jungen Kaisers Valentinian in Gallien herrschte, verlangte von den Uferfranken die Auslieferung der beiden Römerfeinde Markomer und S., mit denen er in alter Privatfeindschaft haderte, aber beide verständigten sich mit dem Kaiser unmittelbar und stellten Geiseln. Nach Ermordung Valentinian’s unternahm Arbogast im Winter 392 einen Feldzug in das Land der Franken, bei dem nur Markomer als Führer der Amsivaren und Chatten genannt wird. Stilicho hat aber später Markomer in seine Gewalt gebracht und in Tuscien eingebannt: als S., offenbar einer der Führer der römerfeindlichen Partei, jenen rächen wollte und zum Kriege gegen Rom trieb, ward er von den Römerfreunden in seinem Volk ermordet, worauf Stilicho Rom ergebene Männer zu Königen wählen ließ; zu Brüdern hat man beide aus Mißverständniß einer Stelle des Claudianus gemacht. An Markomer und S. knüpft sich die lehrreiche Untersuchung über Entstehung des Königthums der Franken bei Sulpicius Alexander und Gregor von Tours; sie beweisen, daß auch bei den Uferfranken (wie bei den Saliern) schon lange vor Chlodovech mehrere Gaukönige neben einander standen.

Quellen: Sulpicius Alexander[WS 1] bei Gregorius Turonensis, historia ecclesiastica Francorum ed. Arndt et Krusch I (1884), II, 9. – Claudiani Carmina ed. Birth (1892), Panegyricus in IV. consul. Honorii V, 440; de laudibus Stilichonis I. V, 241–44. – Zosimus, historiae ed. Bekker (1837) IV, 33.
Litteratur: Dahn, Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker II (1881), 394 f. – Deutsche Geschichte I (1883), 599 f.; II (1888), 14. – v. Wietersheim-Dahn, Geschichte der Völkerwanderung II (1881), 80–86. 101, 102 f. – Dahn, Die Könige der Germanen VII (1894), 20 f.


Anmerkungen (Wikisource)