ADB:Schröder, Joachim (gest. 1564)

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Artikel „Schröder, Joachim (gest. 1564)“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 32 (1891), S. 515, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schr%C3%B6der,_Joachim_(gest._1564)&oldid=- (Version vom 18. April 2021, 05:04 Uhr UTC)
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Schröder: Joachim S., † am 19. März 1564 in hohem Greisenalter, nachdem er 42 Jahre, also seit 1522, der Schule und der Kirche gedient, war der 2. Reformationsprediger Rostocks. Kenntniß von seinem Leben gibt das Begräbnißprogramm des Rectors Lucas Bacmeister und die Acten des Rostocker geistlichen Ministerii. Seit 1522 war er Schulmeister an der Petrikirche, nachher nahm der Reformator Slüter (s. d.) ihn zum Prediger an, ja scheint ihn eigenmächtig ordinirt zu haben. Bacmeister sagt nämlich: ascivit eum in collegam ex schola – vocatum ad ministerium; präsentirt und bestätigt war er nie, obwohl spätere Register ihn 1533 „erwählt“ sein lassen. Nach Slüter’s Tode 1532 war er eine ganze Zeit einziger Prediger zu St. Petri, obgleich jene Register den ersten Warnemünder Reformationsprediger Paschen Gruwel († 1562) seit 1528 dort Diakonus sein lassen. Er war ein eifriger Anhänger der lutherischen Reformation und hatte bis zu deren endlichem Siege in der Stadt viele Kämpfe zu bestehen. Nachher gehört er in dem erbitterten Predigerstreite gegen das Stadtregiment, in den Kämpfen gegen den vom Rathe eingesetzten Superintendenten Draconites (s. A. D. B. V, 371) und in den meuterischen Versuchen, die Rückberufung des Tileman Heßhusius (s. A. D. B. XII, 314) und des Peter Eggerdes (s. A. D. B. V, 668) zu erzwingen, 1557–1561 zu den zähesten Führern der Pastoren, obwohl die laudatorischen geistlichen Darstellungen seine Friedensliebe rühmen. So ist er durchaus nicht ohne Schuld an den bürgerlichen Unruhen, welche bis 1579 hin die Blüthe der Stadt brachen. Sein Begräbniß fand am 21. März 1564 statt; er hinterließ eine Wittwe und viele Kinder, von denen zwei schon im geistlichen Amte waren. Sieben Söhne nennt er selbst 1556 in der Widmung seines „Aver dat Evangelium Luce, Cap. II.“ Laudatorisch haben ihn Chyträus (Saxon. 553), Gryse, Hist. ad. a. und Grapius S. 61 und 533 geschildert. Bacmeister sagt, er habe viele Bücher geschrieben, vier von 1555 (Bedeböcklin) bis 1563 gedruckte sind bei Wiechmann-Hofmeister, Mecklenburgs altniedersächs. Litt. II und III aufgezählt. Ein Enkel von ihm ist der Rostocker Prediger und Docent Joachim Schröder, † 1677 (s. d.), dem Krabbe des Großvaters oben genannte Schrift über das 2. Cap. Lucä zuschrieb.

Diedr. Schröder, Evangel. Mecklenburg II, 453 und 456 f., wo Bacmeister’s Programm. – Lisch, Meckl. Jahrbb. 19, 80–134, auch 5, 223. – Krabbe, A. d. kirchl. und wiss. Leben Rostocks, S. 369.