ADB:Sattler, Philipp

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Artikel „Sattler, Philipp, genannt v. Salneck“ von Gottfried von Bülow in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 413, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sattler,_Philipp&oldid=- (Version vom 15. August 2020, 03:06 Uhr UTC)
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Sattler: Philipp S., genannt v. Salneck, Geheimschreiber und diplomatischer Agent Gustav Adolf’s, später Oberst zu Roß und Kriegsrath, aus einem angesehenen Geschlecht der Stadt Kempten, geboren am 2. December 1594 zu Scheinfeld in Franken als Sohn des Syndicus von Kempten Zimprecht Sattler und der einer Basler Adelsfamilie angehörigen Barbara Lützelmann. S. gehörte gleich Alexander Erskin zu den thätigsten und gewandtesten Werkzeugen Gustav Adolf’s, die dieser sich erzog, um durch sie die wichtigsten diplomatischen Geschäfte vorbereiten zu lassen. Von 1610 an studirte er drei Jahre in Tübingen, ging dann auf Reisen, trat 1618 unter Capitän Berbisdorf als gemeiner Reiter in das Leibregiment des Grafen Thurn in Prag, zeigte sich aber damals schon geschickt bei diplomatischen Commissionen, so daß er 1620 Secretär des jüngeren Grafen Thurn wurde, den und dessen Familie er nach der Schlacht am Weißen Berge glücklich nach Schlesien rettete. Nach einigen wechselvollen Jahren traten 1624 beide in die Dienste des Schwedenkönigs, der S. sofort im diplomatischen Dienst verwendete und wegen der glücklich zu Stande gebrachten Uebergabe von Pillau ihn mit dem adligen Gute Salneck bei Upsala beschenkte. Während der Belagerung Stralsunds durch Wallenstein schloß er, zum ständigen Agenten Schwedens ernannt, mit der Stadt den Bündnißvertrag vom 23. Juni./22. Juli 1628 auf 20 Jahre ab, durch den Gustav Adolf zuerst in Pommern Fuß faßte. Als 1629 im schwedisch-polnischen Kriege eine längere Pause eintrat, wurde er zu den Verhandlungen mit den Evangelischen in Deutschland, Frankreich, Holland und der Schweiz verwendet, die dem Zuge des Königs nach Deutschland vorangingen. Sein 1630 darüber in Stockholm erstatteter Bericht muß seine Befähigung in diesem Fach glänzend dargethan haben, denn bei der nach der Besetzung Pommerns alsbald durch Gustav Adolf vollzogenen Verschleuderung der herzoglichen Domänen erhielt er das dem Anton Schlieffen (s. d.) weggenommene Amt Torgelow zum Geschenk. Als nach der Schlacht bei Lützen der Reichskanzler Oxenstierna die Leitung der schwedischen Politik übernahm, folgte er dem Director des evangelischen Bundes zum Heilbronner Convent, wurde Oberst zu Roß und nach der Schlacht bei Nördlingen durch den Herzog Bernhard von Weimar zum Kriegsrath bei der fränkischen Armee ernannt. 1636 nahm er dieselbe Stellung unter Hermann Wrangel in Pommern ein, bis er 1639 nach Schweden berufen wurde, wo er am 20. September 1641 nach kurzer Krankheit in Stockholm gestorben ist. Von der Königin Christine war er in den Adelstand erhoben worden, das von ihm geführte Wappen – ein steigender rechtsgewandter Hirsch, als Helmzier der Hirsch wachsend – wird aber bei Siebmacher V, 364 zu den Patricierwappen von Kempten gezählt, scheint also ererbt zu sein.

Leichenpredigt von Mag. Joh. Jac. Pfeiff, Pastor der deutschen Gem. in Stockholm. Gedr. in Stralsund o. J. 4°.