ADB:Roehl, Ernst Andreas von

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Artikel „Roehl, Ernst Andreas von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 54–55, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Roehl,_Ernst_Andreas_von&oldid=- (Version vom 8. August 2020, 16:08 Uhr UTC)
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Roehl: Ernst Andreas v. R., preußischer Generalmajor, ein in den Befreiungskriegen vielgenannter Artillerieofficier, noch aus der alten Schule Friedrich’s des Großen und Tempelhoff’s stammend, am 28. (bei Malinowski und Bonin etc. steht 29.) Juni 1761 zu Bielefeld geboren, trat am 1. October 1777 beim 3. Feldartillerieregiment in den Dienst, nahm als Bombardier am bairischen Erbfolgekriege theil, ward 1782 Officier, gehörte 1787 den nach Holland gesandten Truppen an und machte in der Stellung eines Adjutanten die Rheinfeldzüge gegen die französische Republik mit; für Auszeichnung im Treffen bei Kirrweiler (28. Mai 1794) erhielt er den Orden pour le mérite; 1798 erneuerte der König seinen schwedischen Adel. Bei Auerstädt befehligte er als Stabscapitän eine 12pfündige Batterie, gerieth durch die Uebergabe von Magdeburg in Kriegsgefangenschaft, ward am 27. Februar 1809 als Capitän wieder angestellt und war später mit großem Eifer bei den Vorbereitungen für die Erhebung Preußens zur Abwerfung des Joches der Fremdherrschaft thätig. Als die Stunde gekommen war, wurde Major v. R. dem Heerestheile des General v. Bülow als Stabsofficier[WS 1] überwiesen. Unter diesem Feldherrn war er überall gegenwärtig, wo dessen Armeecorps, das dritte, im Laufe des nächsten Jahres Lorbeeren erntete. Schon während des Waffenstillstandes empfahl ihn der Artilleriegeneral v. Holtzendorff für Auszeichnung im Gefechte bei Vehlitz zur Verleihung des Eisernen Kreuzes, mit dessen beiden Klassen geschmückt er aus dem Feldzuge heimkehrte; der nämliche Vorgesetzte nennt ihn in seinem Berichte über die Schlacht bei Groß-Beeren einen vorzüglichen Officier und rühmt seine Einsicht und Thätigkeit; bei Leipzig, wo R. an der Spitze der reitenden Artillerie des 3. Armeecorps focht, zählt er ihn zu den Ausgezeichnetesten; die Erfolge der Waffe beim Sturme von Arnheim rechnet er besonders ihm zum Verdienst und als R. um dieselbe Zeit durch die Beförderung anderer Stabsofficiere in seinen Aussichten geschädigt wird, bittet er, „den Major v. R., der wirklich nicht zu den gewöhnlichen, sondern zu den ganz vorzüglichen Stabsofficieren gehört“, noch nachträglich zum Oberstlieutenant aufrücken zu lassen. Ein anderer von Roehl’s Vorgesetzten, der General v. Oppen, rühmt seine große Geistesgegenwart und Umsicht, sowie die Thätigkeit und Tapferkeit, welche er vor Doesborg, Zütphen und Arnheim an den Tag gelegt habe. Nach der Einnahme von Paris ward er zum Commandeur der Artillerie des 1. Armeecorps ernannt; der Generalinspecteur der Waffe, Prinz August von Preußen, schrieb, als er ihn am 3. April 1814 dem Corpscommandeur General v. Yorck überwies, „R. ist ein sehr thätiger, kenntnißvoller und in jeder Art besonders brauchbarer Officier, hat sich in den Schlachten bei Leipzig und bei der Eroberung von Holland besonders ausgezeichnet etc.“ Als im folgenden Jahre die Feindseligkeiten von neuem begannen, erhielt R. das Commando der Artillerie des 2. Armeecorps unter General v. Pirch, aber schon am 16. Juni fiel ihm ein größerer Wirkungskreis zu; General v. Holtzendotff wurde bei Ligny verwundet, R. übernahm an seiner Stelle das Commando der gesammten preußischen Artillerie und führte dieses auch am 18. bei Bellealliance; später befehligte er unter dem Prinzen August [55] die beim Festungskriege im nördlichen Frankreich zur Verwendung kommenden Theile der Waffe. Als der größte Theil des Heeres heimzog, erhielt er das Commando der Artillerie der zurückbleibenden Besatzungsarmee; als auch diese Frankreich räumte, kam er als Commandeur der 7. Artilleriebrigade nach Münster, ward 1821 Generalmajor, bald darauf Inspecteur der 2. Artillerieinspection zu Breslau und ist als solcher am 11. Juli 1830 gestorben.

L. v. Malinowski und R. v. Bonin, Geschichte der brandenburg-preußischen Artillerie, 1. Theil, S. 225, Berlin 1840. – K. W. v. Schöning, Historisch-biographische Nachrichten zur Geschichte der Brandenburg-Preußischen Artillerie, 3. Theil, Berlin 1845. – Neuer Nekrolog der Deutschen, 8. Jahrg.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Stabsofffcier