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Artikel „Offelsmeyer, Friedrich Wilhelm“ von Karl Alfred von Hase in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 165–166, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Offelsmeyer,_Friedrich_Wilhelm&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 08:47 Uhr UTC)
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Offelsmeyer: Friedrich Wilhelm O., evangelischer Feldpropst der preußischen Armee, geb. zu Herford in Westfalen, † 1834 in Potsdam. In jungen Jahren hatte er als Feldprediger in Wesel die holländische Campagne mitgemacht; nach seiner Rückkehr war er Pfarrer der lutherischen Gemeinde in Cleve, dann in Münster geworden, wo er auch die Stelle eines Consistorial- und Schulraths bei [166] der Regierung bekleidete. Er wurde 1810 zum Hof- und Garnisonprediger in Potsdam und bald darauf zum Feldpropste der Armee ernannt. In dieser Stellung begleitete er 1813 das Gardecorps in den Krieg, wobei er sich, auch durch persönlichen Muth, so auszeichnete, daß ihm das eiserne Kreuz für Combattanten verliehen wurde. „Ein braver rechtschaffener Mann, hat im Kriege seine Schuldigkeit gethan“, äußerte sich Friedrich Wilhelm III. über ihn; „schade aber“ setzte er leise hinzu „daß er ein wenig heftig ist.“ Bischof Eylert sagt von ihm: „Er liebte Sturm und Ungewitter und war gern in ihm, eingehüllt in seinen Prophetenmantel.“ – Schon bei Gelegenheit der Confirmation des Kronprinzen am 20. Januar 1813 hatte der König zu den am Altar versammelten lutherischen und reformirten Geistlichen Sack, Ribbeck, O. und Eylert gesagt: „Da stehen Sie nun als Brüder zusammen, verkündigen ein Evangelium des Friedens und sind doch von einander getrennt durch die Confession; die Einen nennen sich lutherisch, die Andern reformirt; bilden zwei verschiedene Kirchen; sind von einander geschieden; miserabel, sollten miteinander verbunden sein.“ Oberhofprediger Sack hatte geantwortet: „Der Wunsch der Union beschäftigte schon Ew. Majestät erlauchte Vorfahren, den großen Kurfürsten und den König Friedrich Wilhelm I; aber so löblich er war, sie mußten ihn doch aufgeben, es wollte nicht gelingen.“ „Weiß wohl“, erwiderte der König „aber daraus folgt nicht, daß es auch jetzt mißlingen werde: es kommt nur darauf an, daß man von allen Seiten eine gute ernste Sache ernstlich will, dann gehts auch, doch daran zu denken ist jetzt nicht Zeit; es liegen wichtigere Staatsdinge vor. Gott wird mit uns sein, wir wollen dann sehen, was weiter zu thun ist.“ Nachdem sich der König entfernt hatte, sagte Sack leise: „Der gute Herr denkt sich nach seiner schönen Seele die kirchliche Union leichter als sie ist; ja wenn die Theologen mit ihren dogmatischen Spitzfindigkeiten nicht wären“. Ribbeck zuckte bedenklich schweigend die Achseln. Der Feldpropst O. aber sagte: „Ei was, Kampf muß sein; der Sieg ist dann um so herrlicher. Sind wir erst mit den hoffärtigen Franzosen fertig, dann wollen wir auch schon fertig werden mit den renitenten Theologen“. Und als Sack erwiderte: „mit diesen wird man nicht fertig“, rief O. in der ihm eigenen energischen Art: „freilich nicht, wenn man immer auf Socken geht, man muß aber große Stiefeln mit Nägeln beschlagen anziehen“. – Als die 300jährige Jubelfeier der Reformation herannahte, ernannte der König zur Berathung der Einführung einer Union eine Commission von fünf Geistlichen, theils reformirter, theils lutherischer Confession, welcher auch O. angehörte. Am Jubelfest der Reformation, das am 31. October 1817 in der Hof- und Garnisonkirche in Potsdam zum erstenmal mit gemeinsamer Feier des heiligen Abendmahles für Reformirte und Lutheraner unter Theilnahme des Königs, der Prinzen und des ganzen Hofes gefeiert wurde, hielt O. die Predigt über das Wort: „Gedenket an eure Lehrer, die Euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach.“ Er starb im August 1834.

Vergl. Rogge, Die kgl. Hof- und Garnisonkirche in Potsdam; Berlin 1882 S. 67 u. S. 92 und Eylert, Charakterzüge III. S. 3.