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Artikel „Kuen, Michael“ von Franz Stanonik in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 375–376, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kuen,_Michael_III.&oldid=- (Version vom 23. April 2024, 11:04 Uhr UTC)
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Kuen: Michael K., gelehrter Augustinerchorherr, wurde am 9. Februar 1709 zu Weißenhorn in Vorderösterreich geboren, studirte zu Ulm, Augsburg und Dillingen, trat 1727 in das Chorherrenstift zu den Wengen in Ulm, legte im nächsten Jahre die feierliche Profeß ab, wurde 1733 zum Priester geweiht und schon am 27. Januar 1734 zum Dekan, endlich am 2. Decbr. 1754 zum Propste des Stiftes erwählt (mit dem Namen Michael III.). Er starb am 10. Jan. 1765. Ein bleibendes Verdienst um die Kloster- und Kirchengeschichte hat er sich durch seine „Collectio scriptorum rerum historico-monastico-ecclesiasticarum variorum religiosorum ordinum“ (Ulmae 1756–68, 6 Foliobände mit je 2 Abtheilungen) erworben, eine Sammlung von seltenen gedruckten und ungedruckten Schriften, von denen einzelne, die der Herausgeber selbst verfaßt hat, auch unter besonderen Titeln separat erschienen sind, so z. B. „Wenga, sive informatio historica de exemto collegio s. Mich. ad insulas Wengenses etc.“, [376] 1766. An der damals (wie heute wieder) heftig entbrannten Streitfrage über den Verfasser der „Nachfolge Christi“ betheiligte sich K., natürlich zu Gunsten seines Ordensgenossen Thomas v. Kempen, mit der Schrift: „Joannes de Canabaco ex comitibus de Canabaco, qui vulgo venditur pro autore 4 ll. de imitatione Chr. recenter detectus a quodam Canonico reg. s. Aug.“ Canabaci sumtibus haeredum Jo. Gersenii (eig. Ulm) 1760. Unter der Dedication steht „M. P. W. V.“ (d. i. „Michael praepositus Wengensis Ulmae“). Dagegen schrieb der Benedictiner (und daher Gersenianer) Angelus März zu Scheuern: Angelus contra Michaelem s. crisis apologetica etc. K. antwortete: „Anticrisis in crisin apolog. etc.“, Canabaci 1761. März: Crisis in anticrisin etc., K.: „Appendix ad anticrises de palinodia Card. Bellarmini in favorem Thomae de Kempis etc.“, Canabaci 1761. Endlich schrieb K., durch eine akademische Rede des Tübinger Professors Dan. Maichel, worin die historische Existenz der hl. Catharina von Alexandrien geläugnet wurde, veranlaßt, unter dem falschen Namen Eusebius Engelhard: „Lucifer Wittenbergensis oder der Morgenstern von Wittenberg, d. i. vollständiger Lebenslauf der Catharina v. Bora“, Landsperg 1747 (2 Thle.). Eine zweite vermehrte und verbesserte Auflage erschien ebendort 1749. Wie er sich in der Vorrede beklagt, war inzwischen ohne seine Erlaubniß ein Nachdruck der ersten Auflage erschienen. Als Antwort ließ hierauf Chr. Wilh. Fr. Walch seine „Wahrhafte Geschichte der sel. Frau Catharina v. Bora“, Jena 1751 (2. Aufl. 1752) erscheinen. Nun schrieb K.: „Freundschaftliche Erinnerungen wegen übelgebuztem Morgenstern zu Wittenberg in zwölf Sendschreiben an Ch. W. Fr. Walch zu Jena von Euseb. Engelhard“, Augsburg 1752. In der Vorrede erklärt er die (auch bei Rotermund vorkommende) Nachricht, daß die erste Auflage zu Regensburg confiscirt worden sei, für unrichtig. Irrig ist nach Rotermund die Angabe, daß die von Christmann zu Ulm 1790 herausgegebene Historia Friderici imperatoris conscripta a Burchardo von K. für den Druck bearbeitet worden sei.

Eine rhetorisch ausgeschmückte Aufzählung der Hauptmomente seines Lebens findet sich in der 2. Abth. des 5. Bdes. seiner Collectio scriptorum, p. 465–69. Meusel, Lex.