ADB:Knutzen, Johann

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Artikel „Knutzen, Johann“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 333–334, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Knutzen,_Johann&oldid=- (Version vom 2. Dezember 2020, 23:10 Uhr UTC)
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Knutzen: Johann K., † am 3. Juni 1546, begraben zu Lübeck im Dom, Dr. decret., Domherr zu Schwerin (schon 1520), Lübeck und Schleswig, wahrscheinlich [334] seit 1515 bis mindestens 1534 auch Inhaber der Pfarrherrnpräbende der Marienkirche zu Wismar und Propst zu Lüneburg, welche letztere Pfründe zuletzt freilich in lutherischer Hand war, blieb ein eifriger Anhänger der katholischen Kirche; nach Lisch soll er sogar „König der Papisten“ genannt sein. Sein Vater war Hans K. zu Husum, seine Mutter Geseke (Margarethe), eine natürliche Tochter König Friedrichs I. von Dänemark, sein Bruder Mathias, später Rathsherr in Kiel († am 14. Februar 1559), war ein eifriger Anhänger der Reformation. Weit gewandert, bekannt und äußerst gewandt, war er schon 1525 im Dienste Herzogs Albrecht des Schönen von Mecklenburg-Güstrow und hat wol neben dem fürstlichen Rathe von Jetze wesentlich zum Rücktritte Albrechts und seiner Gemahlin Anna 1532 zum Katholicismus mitgewirkt. Vom Güstrower Hofe wurde er zu wichtigen und geheimen Gesandtschaften gebraucht. In nicht officieller Stellung, aber in Verbindung mit Albrechts Kanzler v. Jetze war er 1530 mit auf dem Reichstag in Augsburg gewesen und wird als Freund und Günstling des Cardinals Campeggio genannt, als welcher er auch später noch erscheint. Vom Reichstage zu Regensburg, 15. Juli bis 23. August 1532, hat er einen wichtigen tagebuchartigen Bericht, der in Lisch, Jahrb. 23, abgedruckt ist, geliefert; von seinen Gesandtschaften im Dienste des Herzogs ist besonders die von 1533 an Kaiser Karl bekannt geworden (Lisch l. c. 26), zu dem er über Trient nach Alessandria und mit ihm nach Genua reiste. Der Bericht vom 14. April 1533 läßt erkennen, wie der Güstrower katholische Hof in holländische und dänische Verhältnisse eingriff; er wollte durch Verheirathung Christians III. mit einer Tochter Christians II. den letzteren anscheinend restituiren, etwas später machte Albrecht bekanntlich Anstrengungen, sich selbst auf den dänischen Thron zu setzen. Im eigenen Interesse finden wir K. 1526 gegen einen Beschluß der Mecklenburgischen Landstände auf Herabsetzung des Zinsfußes von geistlichen Gütern beim Kaiser protestirend.

Lisch, Jahrb., Register über 1–30 und Bd. 39.