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Artikel „Hecker, Friedrich“ von Ernst Gurlt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), S. 213–214, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hecker,_Karl&oldid=- (Version vom 12. November 2019, 09:09 Uhr UTC)
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Band 11 (1880), S. 213–214 (Quelle).
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Hecker: Karl Friedrich H., Hofrath und Professor der Chirurgie an der Universität zu Freiburg im Br., geb. am 5. November 1812 zu Eichtersheim in Baden, jüngerer Bruder des aus der badischen Revolution bekannten Friedr. Karl Franz H., besuchte das Lyceum zu Mannheim, ging nach dessen Absolvirung 1830 nach Heidelberg, um Medicin zu studiren, bestand daselbst 1835 seine Staatsprüfung und machte zu seiner weiteren Ausbildung Reisen nach München und Paris. – Im Jahre 1836 habilitirte sich H. als Docent für Chirurgie und Augenheilkunde an der Universität Freiburg mit einer Habilitationsschrift über „Die Indicationen der Steinzertrümmerungsmethode“. – Am 14. März 1839 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. – Nach dem Tode des chirurgischen Klinikers Karl Joseph Beck hielt H. interimistisch, in Gemeinschaft mit Ign. Schwörer, die chirurgischen Vorlesungen und assistirte in der Klinik. Während er mit Stromeyer, der 1842 die Leitung der chirurgischen Klinik übernommen hatte, wissenschaftlich im besten Einvernehmen wirkte, trennte sie die verschiedene politische Anschauung. Besonders trat dieser Gegensatz im J. 1848 hervor, in welchem Hecker’s oben genannter Bruder eine so hervorragende Rolle spielte. Nach Stromeyer’s Berufung und Uebersiedelung nach Kiel im Herbst 1848 übernahm H., zunächst provisorisch, die Leitung der Klinik. Dieses Provisorium dauerte, hauptsächlich aus politischen Gründen, eine Reihe von Jahren, und erst 1855 wurde er Professor ordinarius und definitiver Director der Klinik. – Häufig litt H. an asthmatischen Beschwerden; ein acuter Gelenkrheumatismus hielt ihn zu Ende der 50er Jahre längere Zeit von seiner Thätigkeit fern; in der Mitte der 60er Jahre befiel ihn ein Gichtleiden, welches ihn ein volles Jahr an das Krankenbett fesselte. – Im J. 1871 ließ er sich, durch sein Asthma am anhaltenden Sprechen verhindert, nach langjähriger Lehrthätigkeit pensioniren. – Während es in den letzten Jahren den Anschein hatte, als ob ihm in wohlverdienter Ruhe noch manches Jahr zu leben beschieden sein würde, kehrte er im Herbst 1878 von einer Badereise in Antogast scheinbar leicht an einem Magenkatarrh erkrankt zurück; bald aber entwickelte sich sein Leiden als eine acute Miliar-Tuberculose, welcher er am 28. October 1878, im Alter von 66 Jahren, erlag. – H. hat durch schwere körperliche Erkrankungen, durch Unglücksfälle in seiner Familie, durch andere nicht näher zu erörternde Verhältnisse viel gelitten. Vielen erschien er in seinem Auftreten herbe und schroff; sein scharfer Witz geißelte gerne die Schwächen Anderer. Hinter dieser rauhen Außenseite aber verbarg sich eine Herzensgüte, die seine näheren Bekannten und Freunde zu schätzen wußten. Neben einer ausgedehnten praktischen Lehrthätigkeit hat H. auch einige litterarische Leistungen aufzuweisen, unter denen die wichtigsten Arbeiten, außer der schon genannten Habilitationsschrift, folgende sind: „Handbuch der Materia chirurgica“, 1838. – „Erfahrungen und Abhandlungen im Gebiete der Chirurgie und Augenheilkunde“, 1845. – „Die Elephantiasis oder Lepra arabica“. Mit 5 Tafeln Imp.-Fol. 1858. – „Ueber eingesackte Steine und fremde Körper in der Blase. Prorectorats-Programm“. Freiburg 1861. 4. – H. war außerdem eine Zeit lang Mitarbeiter [214] an Canstatt’s Jahresbericht, veröffentlichte einen Bericht über die chirurgische Klinik zu Freiburg in der Prager Vierteljahrsschrift etc.

Nach Mittheilungen der Herren Proff. Schinzinger und Maas zu Freiburg im Br.