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Artikel „Fromherz, Karl“ von Wilhelm von Gümbel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 138–139, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fromherz,_Karl&oldid=- (Version vom 16. Dezember 2019, 00:15 Uhr UTC)
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Fromherz: Karl F., Dr. med., Professor der Chemie und der Mineralogie an der Universität Freiburg i. Br., geb. 10. December 1797 zu Constanz, gest. 27. Jan. 1854 in Freiburg, erhielt seine erste Bildung in dem Institut zu Lancre, dann auf dem Gymnasium zu Freiburg. F. wollte anfänglich Jurisprudenz studieren, entschied sich aber später für Medicin, in der er promovirte. Er besuchte sodann Paris (1821–22), wo er sich besonders in der Chemie vervollkommnete und kehrte 1822 nach Freiburg zurück, um sich hier durch die Schrift: „Ueber die elekt.-chem. Theorie der Verwandtschaften etc.“ als Privatdocent zu habilitiren. 1823 zum außerordentlichen, 1828 zum ordentlichen Professor der Chemie neben Walchner ernannt, übernahm er nach Butzengeigers Tod auch die Professur der Mineralogie und die Direction des Mineralien-Cabinets. F. beschäftigte sich in früheren Jahren hauptsächlich mit chemischen Untersuchungen, auf welchem Gebiete er Hervorragendes leistete. Die Wissenschaft verdankt ihm die Entdeckung der Mangansäure und die Darstellung mangansaurer Salze. Eine Reihe von Publicationen (1824–27) in Schweigger’s, Poggendorff’s Annalen und Geiger’s Magazin beweist seine erfolgreichen Studien über Talgsäure, Apfelsäure, Traganth-Gummi, über den Bromgehalt mehrerer Salzsoolen, über verschiedene Stoffe des menschlichen Körpers. 1829 publicirte er eine Anleitung zur chemischen Analyse der Arzneimittel aus dem Pflanzenreiche und zeigte seine Befähigung zu der Stelle, die er 1832 als Generalvisitator der Apotheken in Oberbaden erhielt. Sein „Lehrbuch der medicinischen Chemie“ (1832–36. 2 Bde.) empfiehlt sich durch seine praktische Auffassung und klare Darstellung auf das vortheilhafteste. Erst seit 1835 widmete sich F. mehr geognostischen Studien und begann den Grund zu einer eigentlich geognostischen Sammlung der Universität zu legen. Seine Untersuchungen in der Umgegend von Freiburg führten zur Entdeckung sehr interessanter jurassischer Ablagerungen, die F. in einer Reihe in der Wissenschaft sehr geschätzter Arbeiten näher schilderte: „Geognostische Beschreibung des Schönbergs, 1837; „Ueber Bradford- [139] und Onfordthon im Breisgau“ (W. Jahrb. 1838); „Die Juraformation im Breisgau“, 1838 und „Geognostische Beschreibung von Freiburg“, 1838. Hierin stellte F. zuerst die Juraschichten bei Freiburg in nähere Parallele mit den in England unterschiedenen Formationsgliedern und wenn er auch im Einzelnen nicht immer ganz genau das Richtige traf, z. B. als Bradfordthon bezeichnete, was dem englischen Cornbrash entspricht etc., so sind doch die Angaben im Großen richtig. Fromherz’s Schilderungen der vor ihm so wenig bekannten Juraschichten des Breisgaus werden dauernden Werth behalten und können als ein entschiedener Fortschritt der vergleichenden Geologie“ für Deutschland bezeichnet werden. Später befaßte sich F. eingehend mit der Erforschung der diluvialen Bildungen des Schwarzwaldes („Ueber die Diluvialgebilde des Schwarzwaldes“, N. Jahrb. 1848. 231; „Ueber den Schwarzwald“, das. 1847. 813; „Alpinische Diluvialbildungen in dem Bodenseebecken“, das. 1850, 641). Auch schrieb er über den körnigen Kalk am Kaiserstuhl (N. Jahrb. 1852) und verfaßte ein „Handbuch der Geologie“, das Stitzenberger 1856 publicirte. F. zeichnete sich als vortrefflicher Lehrer durch klaren, auch für minder Begabte faßlichen Vortrag, als Gelehrter durch seine kritische Methode aus. Außerdem liebte er die Musik leidenschaftlich und galt als vortrefflicher Clavierspieler. Er verfaßte viele Kritiken über Musik. Ein Herzleiden trübte die letzten Jahre seines Lebens, dem ein wiederholter Schlaganfall ein Ziel setzte.

Baumgärtner, Gedächtnißrede auf F., 1855. Weech, Badische Biographien I, 268–269.