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Artikel „Daub, Karl“ von Heinrich Holtzmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 768, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Daub,_Carl&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 23:48 Uhr UTC)
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Band 4 (1876), S. 768 (Quelle).
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Daub: Karl D., Hauptvertreter der speculativen Theologie des modernen Protestantismus, geb. 20. März 1763 zu Kassel, † 22. November 1836. Ein Sohn armer Eltern hatte er Aufnahme gefunden im Hause des Philosophen Tiedemann in Marburg, wo er seit 1786 Philosophie und Theologie studirte und seit 1791 als akademischer Docent wirkte. Im J. 1794 gegen seinen Willen als Professor der Philosophie an die hohe Landesschule zu Hanau versetzt, lernte er den pfälzischen Kirchenrath Mieg kennen, auf dessen Veranlassung er 1796 als Professor der Theologie nach Heidelberg berufen wurde. Hier, wo er bis zu seinem Lebensende verblieb, vertrat er anfangs die Philosophie Kant’s, welche durch ihre wissenschaftliche und sittliche Strenge für einen so männlichen Geist des Anziehenden genug bieten mußte. So noch in seiner „Katechetik“ (1801). Bald darauf löste der Einfluß Schelling’s denjenigen Kant’s ab, und Daub vertrat im Verein mit Creuzer in den „Heidelberger Studien“ (seit 1805) die romantische und speculative Richtung. So in den „Theologumena“ (1806); in der „Einleitung in das Studium der Dogmatik“ (1810), im „Judas Ischarioth“ (1816–18). Jetzt wurde Hegel nach Heidelberg berufen, und zwar hauptsächlich auf Daub’s Betreiben, auf welchen er mit der Zeit auch überwiegenden und dauernden Einfluß gewann. Diesen Standpunkt nimmt Daub’s letztes und reifstes, aber auch rücksichtlich der Form und Methode vollkommen scholastisches Werk ein „Die dogmatische Theologie jetziger Zeit oder die Selbstsucht in der Wissenschaft des Glaubens und seiner Artikel. Dem Andenken Hegel’s, des verewigten Freundes, in der freudigen Aussicht auf baldige Nachfolge gewidmet“ (1833). Dazu kommen die nach seinem Tode, der ihn in Folge eines auf dem Katheder erlittenen Schlaganfalles ereilte, von Daub und Marheineke herausgegebenen „Theologische und philosophische Vorlesungen“ (7 Bde., 1838–44). Er wirkte mehr durch sein persönliches Auftreten, dem eine seltene, ihres Eindruckes nie verfehlende Würde eignete, als durch seine, mehr oder weniger schwerfälligen, schon jetzt ziemlich zurückgetretenen Schriften. Zeller nennt ihn „die classische Erscheinung der zum Charakter gewordenen Wissenschaft“; es war der verkörperte kategorische Imperativ und die durchgeführte speculative Methode in Einem. – Vgl. Heinrich Holtzmann in Weech’s „Badischen Biographien“, I, S. 160 f.