ADB:Creuz, Friedrich Karl Kasimir Freiherr von

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Artikel „Creutz, Friedrich Casimir Karl Freiherr von“ von Arthur Richter in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 593, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Creuz,_Friedrich_Karl_Kasimir_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 28. Januar 2020, 19:24 Uhr UTC)
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Creutz: Friedrich Casimir Karl Freiherr v. C., philosophischer Schriftsteller, geb. zu Homburg 24. Nov. 1724, † 6. Sept. 1770, lebte als Mitglied der Regierung zu Homburg. Er wurde 1746 zum hessen-homburgischen Hofrath, 1751 zum Staatsrath, 1756 zum Geheimrath und kaiserl. Reichshofrath befördert. Neben poetischen und politischen Schriften, deren Verzeichniß bei Meusel, Lexikon verstorbener deutscher Schriftsteller II. S. 228–30 zu finden ist, gehört er der Geschichte der philosophischen Wissenschaften durch psychologische Forschungen an. Sein „Versuch über die Seele“, Frankfurt und Leipzig 1753, beruht auf sehr ausgebreiteten Kenntnissen und Studien und verfolgt der herrschenden Wolff’schen Schulphilosophie gegenüber eine durchaus eigenthümliche Richtung. Er verwarf die Annahme, daß die Seele eine einfache Substanz sei, ohne zu behaupten, daß sie ein zusammengesetztes Wesen wäre. Sie soll ein Mittelding zwischen beiden, ein „einfachähnliches“ Wesen sein und aus Theilen bestehen, die wol außereinander, aber nicht ohne einander existiren können. Ferner lehrte er die Präexistenz der Seele, wie er auch die Unsterblichkeit derselben ausführlich zu beweisen suchte. Er fand sogleich einen philosophischen Gegner an Ch. Heinr. Hase, der gegen ihn seine „Disputatio de anima humana non medii generis inter simplices et compositas substantias“, Jena 1756 richtete, und mit Recht die Annahme dieses undenkbaren Mittelwesens bestritt.

Lobrede auf Creutz, Frankf. 1772; Meusel, Lex.; J. E. Erdmann, Versuch einer wissenschaftl. Darstellung etc. II, II. 5490 ff.; Zeller, Geschichte der deutschen Philosophie S. 300.