ADB:Brandis, Jacob Andrä Freiherr von

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Artikel „Brandis, Jakob Andrä Freiherr von“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 246–247, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Brandis,_Jacob_Andr%C3%A4_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 26. Oktober 2020, 01:18 Uhr UTC)
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Brandis: Jakob Andrä, Freiherr v. B., geb. 10. Jan. 1569 zu Wiener-Neustadt, † 7. Nov. 1629 in Tirol. Abkömmling eines alten Adelsgeschlechtes, das aus Graubündten stammt und seit dem 12. Jahrhundert in der urkundlichen Geschichte Tirols auftaucht. Johann Heinrich, der Vater unseres Jakob Andrä, war Kaiser Maximilians II. Mundschenk, Kämmerer und Rath und wurde 1573 in den Freiherrnstand erhoben. 1576 begaben sich Vater und Sohn nach Tirol, woselbst seit 1578 der letztere seine lateinische Schulung am herzoglichen Gymnasium in Innsbruck empfing. Er besuchte dann die Universitäten zu Prag und Wien und kehrte, als der Vater gestorben, 1589 in die Heimath zurück, um seine Güter zu übernehmen. Von Kaiser Rudolf II. zum kaiserlichen Rathe, von dem Regenten Tirols, Erzherzog und Deutschmeister [247] Max III. 1602 zum Regierungsrathe und Kämmerer ernannt, fand sich J. A. B. als geschäftskundiger Mann viel und angestrengt beschäftigt. 1606 vertauschte er aus Kränklichkeit jenen Posten mit dem leichteren eines Obersthofmeisters der Erzherzogin Anna, wurde aber bald in eine neue schwierige Amtssphäre als Landeshauptmann an der Etsch bestallt (1610) und wirkte da als eifriger Regierungsmann, von streng kirchlicher Gesinnung. 1624 bat er um Enthebung von dem Geheimrathsposten, wurde 1625 Erbland-Silberkämmerer von Tirol und auf vieles Ansuchen endlich der beschwerlichen Landeshauptmannschaft enthoben (1628, 7. Juli). Er starb 60jährig, den 7. Nov. 1629. Als Freund und Gesinnungsgenosse M. Sittichs Frhr. v. Wolkenstein[WS 1] und Mathias Burglehner’s (s. dort) sammelte er fleißig Stoff zur Geschichte Tirols, die er an die Reihenfolge der Tiroler Landeshauptleute knüpfen wollte. So entstand das Manuscript seiner in Tirol bestangesehenen „Geschichte der Landeshauptleute von Tirol“, in zwei Haupttheilen, deren ersterer bis zum J. 1335 reicht, der zweite von der luxemburgisch-wittelsbachischen Epoche anhebt. Er hat da vielfach das große handschriftliche Werk Burglehner’s (s. w. u.) ausgeschrieben. Gedruckt wurde dies Werk erst im Jahre 1850 (Innsbruck gr. 8 mit Porträt) und durch einen seiner Nachkommen in die Litteratur der Tirolensia eingeführt. Gekannt und benützt ward es schon früher.

Eine ausführliche Biographie findet sich in der Einleitung zu seiner Geschichte der Landeshauptleute von Tirol, zugleich eine Gesch. des Tiroler Ständewesens in der Zeit seiner Landeshauptmannschaft 1610–28. Vgl. ferner Joh. Egger, Die ältesten Geschichtschreiber, Geographen und Alterthumsforscher Tirols, Programm der Innsbrucker Ober-Realschule. 1867 im Sep.-Abdr. 4° 62 S. (S. 43–53).


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Marx Sittich von Wolkenstein (1563–1620), Verfasser einer Chronik Tirols in 14 Büchern.