ADB:Brandis, Joachim Dietrich

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Artikel „Brandis, Joachim Dietrich“ von August Hirsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 247, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Brandis,_Joachim_Dietrich&oldid=- (Version vom 10. April 2020, 03:16 Uhr UTC)
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Brandis: Joach. Dietr. B., Arzt, geb. 18. März 1762 in Hildesheim, 1785 in Göttingen zum Doctor der A. W. promovirt, habilitirte sich 1791 in Braunschweig, wurde 1795 als Mitglied der Sanitäts-Commission nach Holzminden geschickt, verwaltete hier gleichzeitig die Stelle des Brunnenphysicus in Driburg, 1799 übernahm er das Physicat in Holzminden, folgte 1803 einem Rufe als ord. Prof. der Medicin nach Kiel, siedelte 1810 als königl. Leibarzt nach Kopenhagen über und starb hier am 28. April 1846. – Durch classische Bildung ausgezeichnet und von nicht gewöhnlichem philosophischem Geiste erfüllt, von seinen wissenschaftlichen Zeitgenossen hoch geschätzt und als Praktiker sehr beliebt, ist B., in der naturphilosophischen Schule erzogen, anfangs bemüht gewesen, von seinem Standpunkte eine Vermittelung der eben damals vorherrschenden dynamischen und humoralpathologischen Schulen herbeizuführen (so namentlich in den Schriften: „Versuche über die Lebenskraft“ 1795, „Versuche über die Metastasen“ u. a.) und denselben Standpunkt hat er auch später, selbst in den unmittelbar auf die Praxis hingerichteten Schriften (vgl. das vollständige Verzeichniß derselben in Callisen, Lexikon III. 88; XXVI, 416) festgehalten, so daß überall die theoretisirende Speculation vorwiegt; in der Schrift: „Ueber psychische Heilmittel und Magnetismus“ 1818 gibt sich B. einer theosophischen Mystik hin. Ein wesentliches Verdienst hat sich B. durch seine Arbeit: „Erfahrungen über die Anwendung der Kälte in Krankheiten“ 1833 erworben, wiewol auch diese von aprioristischer Ueberschwänglichkeit nicht frei ist.