ADB:Borcke, Kaspar Wilhelm von

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Artikel „Borcke, Caspar Wilhelm von“ von Martin Wehrmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 112–113, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Borcke,_Kaspar_Wilhelm_von&oldid=- (Version vom 20. September 2020, 21:22 Uhr UTC)
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Borcke: Caspar Wilhelm von B., geboren am 30. August 1704, † am 8. März 1747. Als Sohn des Kanzlers Georg Matthias v. B. in Gersdorf (Kr. Dramburg in Pommern) geboren, studirte er auf mehreren Universitäten die Rechts- und Cameralwissenschaften und trat schon recht jung in den diplomatischen Dienst Preußens. Er war in Kopenhagen, Braunschweig, wo er die Verhandlungen wegen Vermählung des preußischen Kronprinzen Friedrich mit der Prinzessin Elisabeth Christine führte, und an den Höfen von [113] Dresden und London mit verschiedenem Erfolge thätig. 1738 wurde er zum bevollmächtigten Minister in Wien ernannt. Hier hatte er 1740 und 1741 die schwierige Aufgabe, wegen der Abtretung Schlesiens zu verhandeln, ein Auftrag, der dem feinen, verbindlichen, sanften Gesandten peinlich genug war (Koser, König Friedrich der Große I, 75). Nach dem Abbruche der diplomatischen Beziehungen wurde er in Berlin zum Kriegs- und Cabinetsminister ernannt und arbeitete mit Graf Podewils zusammen. Als 1744 die Akademie der Wissenschaften wiederhergestellt wurde, ernannte der König B. zu einem der vier Curatoren. Er nahm mit lebhaftem Interesse an den Sitzungen Theil und verfolgte die Arbeiten mit Verständniß und Theilnahme. Sein frühzeitiger Tod wurde vom König und der ganzen königlichen Familie aufrichtig betrauert. (Koser a. a. O. S. 487.) Als Beförderer und Freund der Wissenschaften ist er bedeutender als in seiner Stellung als Staatsmann. Er hatte besonderes Interesse für Geschichtsforschung, namentlich auch für die Geschichte Pommerns und seiner Familie. Daher sammelte er nicht nur eine ansehnliche Bibliothek, sondern regte auch zu Forschungen und Arbeiten auf dem Gebiete der pommerschen Geschichte an und unterhielt einen regen Briefwechsel mit dem Professor Albert Georg Schwartz in Greifswald. (Herausgegeben von H. Müller, Zeitschrift f. Preuß. Gesch. u. Landesk. XIII, 35–156.) Er selbst versuchte sich als Uebersetzer. 1741 erschien in Berlin: „Versuch einer gebundenen Uebersetzung des Trauerspiel von dem Tode des Julius Cäsar. Aus dem englischen Werke des Shakespear“. Diese erste Uebersetzung eines Shakespeare’schen Dramas in Alexandrinern ist für ihre Zeit wohlgelungen, veranlaßte aber Gottsched, das Original für die elendeste Haupt- und Staatsaction voll Schnitzer und Fehler zu erklären. Nach Borcke’s Tode erschien „Versuch einer gebundenen Uebersetzung des Lukan“ (Halle 1749). Die Herausgeber waren sein Bruder Georg Balthasar v. Borcke und Dr. S. J. Baumgarten.

Dähnert, Pomm. Bibliothek I, 73. – K. Goedeke, Grundriß z. Gesch. d. dtsch. Dichtung III, 368.