ADB:Berthold I. (Bischof von Straßburg)

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Artikel „Bertold von Teck, Bischof von Straßburg“ von Ludwig Spach in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 528–529, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Berthold_I._(Bischof_von_Stra%C3%9Fburg)&oldid=- (Version vom 23. Februar 2020, 18:23 Uhr UTC)
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Bertold von Teck, Bischof von Straßburg (1223–1244), stammte aus der gräflichen Familie von Teck in Schwaben. Er folgte dem Heinrich von Veringen (s. d.) auf dem bischöflichen Stuhle. Die erste Zeit seiner Verwaltung fällt so ziemlich in die Jahre der Statthalterschaft des römischen Königs Heinrich, Sohns K. Friedrichs II. B. bethätigte sich als fähiger Regent; seine Sittenreinheit wird von allen Zeitgenossen anerkannt. – In die gleichzeitigen localen Fehden wurde er verwickelt und focht in eigener Person diese Kämpfe mit. Als der Bann Papst Gregors IX. den Kaiser traf, erklärte er sich gegen das Reichsoberhaupt und dessen Sohn; etwas später stand er dem Sohne gegen den Vater bei (1234); doch versöhnte er sich wieder mit dem Kaiser, als König Heinrich unterlag, auf dem Trifels gefangen saß und hernach in Martorano seine vielfach bewegte Laufbahn beschloß. – Ein Hauptact in Bertolds Verwaltung war die Uebergabe der Stadt Mühlhausen, als Lehen, an den Kaiser (März 1236); ebenso erhielt Friedrich II. die Stadt Marienburg am Rhein und die Vogteien in Molsheim und Mutzig. Für das Dorf Träbheim übergab er dem Bischof das schöne Breuschthal; für Waßlenheim trat er die Vogtei in Bischofsheim ab. Noch auf mehrere andere Schlösser und Dörfer im untern und obern Elsaß bezog sich dieser wichtige Austausch. Auf andere Seiten hin entfaltete B. von Teck ebenfalls eine große Thätigkeit. – Mit Straßburg führte er Krieg wegen des Burggrafenamts. Vor Papst Innocenz IV. wußte der Bischof sein Recht zu behaupten (1243); seine Gegner führte der Erzbischof von Trier zu ihrer Pflicht zurück. Aus der dagsburgischen Erbschaft brachte B. das Schloß Girbaden und [529] Bernstein oberhalb Dambach, das letztere nach einer hartnäckigen Belagerung, an sich; Schloß Dagsburg (Dabo) verblieb dem Grafen Friedrich von Leiningen als bischöfliches Lehen (1239). In einem gegen die Grafen von Pfirt geführten Kriege schlug Bischof B. eine für ihn günstige Schlacht bei Blodelsheim im Ober-Elsaß.

Kurz vor seinem Tode erhielt, in Folge von Familienzwistigkeiten, das Straßburger Stift ein bedeutsames Geschenk in der heutigen nördlichen Schweiz. Hartmann, Graf von Kyburg, war gegen seinen Neffen Rudolf von Habsburg, Landgrafen im Elsaß, aufgebracht, weil ihn dieser mit Krieg überzogen und die Städte Baden und Winterthur genommen hatte. Der alte kinderlose Graf übergab daher dem bischöflichen Stuhle von Straßburg die Grafschaft Kyburg mit allen Liegenschaften (15. April 1244), nur sollten diese sämmtlichen Besitzthümer den Collateralerben des Kyburgers als Erblehen verbleiben. In demselben Jahre bestätigte B. das Augustinerstift zu Obersteigen; wie er denn mehrere Klöster stiftete und ausstattete. Unter seiner Verwaltung kamen die Dominicanermönche zuerst nach Straßburg und bauten sich ein kleines Haus extra muros. Im J. 1240 erhob sich das zerfallene Kloster zur Dreifaltigkeit im grünen Woerth aus seinem Schutt. Das kriegerische Eingreifen des Bischofs in die Kämpfe des mittleren Rheinthals verstieß so wenig gegen die öffentliche Meinung und die damaligen Sitten, daß nach seinem Tode und seiner Beisetzung in der St. Andreascapelle an seinem Sarge Kranke, die mit Hauptübeln behaftet waren, sich durch wunderthätige Einwirkung gestärkt oder geheilt fühlten.

Vgl. Herzog, Elsäßische Chronik 4. S. 83 (in der Ausgabe von 1592.) – Strobel, Vaterländische Geschichte des Elsaßes I. S. 488 ff. – L. Spach, Histoire de la basse Alsace p. 82 ss. – Departementalarchiv G. 50. 52.Schöpflin, Alsatia diplomatica I. p. 374 ss.; I. p. 383 ss. – Iselin ad vocem B. v. T.