Textdaten
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Autor:
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Titel: Zwei Gespielen
Untertitel:
aus: Deutscher Liederhort,
S. 105
Herausgeber: Ludwig Erk
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Th. Chr. Fr. Enslin
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Google und Wikimedia Commons
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[105]
32. Zwei Gespielen.
Mündlich, aus Schlesien. (Liegnitz, Breslau etc.)

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    \new Voice = "Melodie" { 
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        \set associatedVoice = #"Melodie"  Es8 wa -- ren zwei4 Ge -- spie -- len,4. die8 gien -- gen bei -- de spa4 -- zie -- ren;4.
  die8 ei -- ne führt4 ein fri8 -- schen Muth,4. die8 and -- re weint4 so seh -- re.
}
>>
}
1.
Es waren zwei Gespielen,

die giengen beide spazieren;
|: die eine führt ein frischen Muth,
die andre weint so sehre. :|

2.
„Ach Gespiele, liebste Gespiele mein,

was weinest du so sehre?
weinst du um deines Vaters Gut,
oder weinst um deine Ehre?“

3.
‚‚‚Ich wein nicht um meins Vaters Gut,

wein auch nicht um mein Ehre;
wir beide wir habn ein Knaben lieb,
draus können wir uns nicht theilen.‘‘‘

4.
„Ach Gespiele, liebste Gespiele mein,

laß mir den Knaben alleine!
ich will dir meinen Bruder gebn
und Vaters Gut zum Theile.“

5.
‚‚‚Ei deinen Bruder mag ich nicht,

noch Vaters Gut zum Theile;
ich will nicht Silber und rothes Gold,
will meinen Schatz alleine!‘‘‘

6.
Der Knab wol hinter der Linden stand

und hört der Red ein Ende:
„„Ach großer Gott vom Himmel herab!
zu welcher soll ich mich wenden?

7.
„„Wend ich mich zu der Reichen,

so weinet meines Gleichen;
wend ich mich zu der Armen,
da gehts, daß Gott erbarme!

8.
„„So will ich die Reiche fahren lahn

und mich zur Armen kehren;
wir beide sind noch jung und stark,
wir werdn uns schon ernähren.““

9.
„„Und wenn die Reiche ein Thaler hat,

so verzehrt sie ihn ganz alleine;
und wenn die Arme ein Groschen hat,
so thut sie ihn mit mir theilen.““

(Weiter unten die Lesart aus dem 16. Jahrh.: „Es giengen zwo Gespielen gut.“)

1. Es saßen zwei Gespielchen auf einer grünen Wiese. – 1, 3. die eine die war sehr freudenvoll – die eine gieng ganz fröhlich hin. – 5, 3. Ich wollt nicht nehmen Silber und Gold, daß ich den Knabn sollt lassen. – 7, 2. so weint die Arm zugleiche – so ist die Arm eine Leiche. – 8, 3. Groß Geld und Gut verzehrt man bald, dann hat die Lieb ein Ende.