Zur deutschen „Karl-Wilhelm-Stiftung“

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Titel: Zur deutschen „Karl-Wilhelm-Stiftung“
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aus: Die Gartenlaube, Heft 37, S. 624
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1871
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[624] Zur deutschen „Karl-Wilhelm-Stiftung“. Die Erwartung, daß der Aufruf zu einer Dankes- und Ehrengabe für den Tondichter der „Wacht am Rhein“ allgemeinste Theilnahme finden würde, ist in Erfüllung gegangen. Nicht blos in den Kreisen des Volkes ist gesammelt, auch vom Throne herab ist das Herz des kranken Mannes durch Auszeichnungen und Ueberraschungen erfreut worden. Es ist ihm eine goldene Medaille und eine Dotation von hohen Händen zugekommen.

Dennoch geht der Wunsch der Unternehmer dieser Sammlung weiter: wir wünschen nicht nur, daß dem Tondichter der „Wacht am Rhein“ ein sorgenfreier Lebensabend bereitet, wir wünschen auch, daß ein Grundstock angelegt werde, aus dessen Zinsen auch nach Wilhelm noch recht viele vom Schicksale nicht begünstigte Meister der Töne in ähnlicher Weise bedacht werden könnten, eine Stiftung, die nach dem, dessen Ehre sie in’s Leben rief, für alle Zukunft benannt sein soll: eine Karl-Wilhelm-Stiftung!

Zur Erstrebung dieses Zieles, welches über die Sorge für die Befriedigung der Bedürfnisse des Augenblicks für den Gefeierten hinausgesteckt ist, sollten sich nun ganz besonders unsere mehr als zweitausend Singvereine und Liedertafeln berufen fühlen. Wir legen diesen Wunsch vor Allem dem deutschen Sängerbunde an das Herz! Möge er zu Aufführungen für diesen Zweck ermuntern! Die Gartenlaube aber wird auch diesmal bereit sein, aus den Kreisen ihrer Leser die Scherflein anzunehmen und zu quittiren, die man ihr einsenden wird.