Textdaten
<<< >>>
Autor: Gottfried August Bürger
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Zum Spaz
Untertitel: der sich auf dem Saal gefangen hatte
aus: Gedichte, S. 126–128
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1773
Erscheinungsdatum: 1778
Verlag: Johann Christian Dieterich
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Göttingen
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[126]
Zum Spaz,
der sich auf dem Saal gefangen hatte.
Im August 1773.


     Bons dies, Herr Spaz! Ei, seht doch mal!
Wilkommen hier auf meinem Saal!
Er ist gefangen, sieht er wol?
Und stelt’ er sich auch noch so tol,

5
Und flög’ er ewig, kreuz und queer,

Nach allen Fenstern hin und her,
Zerbräch’ auch Schnabel sich und Kopf,
Er ist gefangen, armer Tropf!
Ich sein Despot! und er mein Sklav!

10
Er sey Prinz, Junker, oder Graf,

Bei seinem Spazvolk! – Hör’ er nun,
Was all’ ich mit ihm könte thun.
Zerzupfen, rupfen, Hals umdrehn –

[127]

Da wird nicht Hund noch Hahn nach krähn –

15
Zerschlagen ihn, mit einem Hieb’,

Und das mit Recht, Herr Galgendieb!
Weis er die Kirschen, die verschmizt,
Er vor dem Maul mir wegstipizt?
Auch würd’ es Fürstenkurzweil’ seyn,

20
Liess’ ich den Kater Lips herein.

Wenn ich ja übergnädig wär’,
So holt’ ich eine scharfe Scheer’,
Und schnitt’ ihm ab die Flügelein,
Zusamt dem kecken Schwänzelein.

25
Dann müst’ er unter Bett’ und Bank

Im Staube flattern lebenslang. –
He! Bürschgen, wie ist ihm zu Sin? –
Doch, seh’ er, daß ein Mensch ich bin!
Ich lass’ ihn wieder frank und frei.

30
Doch daß stets eingedenk ihm sey,

Die Freiheit sey ein güldner Schaz,
So hudelt man ihn erst, Herr Spaz,

[128]

Und scheucht ihn hin und her husch! husch!
Nun Fenster auf! hinaus zu Busch!

35
     Hu hu! Despotenhudelei!

Gott wahre mich vor Sklaverei!