Zimmerpflanzen im Oktober

Textdaten
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Autor: H. J.
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Titel: Zimmerpflanzen im Oktober
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aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 708
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[708] Zimmerpflanzen im Oktober. Die Hauptarbeit im Oktober ist das Einbringen der Pflanzen in das Winterquartier. Wenn die kalten windigen Tage kommen, so ist es Zeit, die größeren Grünpflanzen in das Haus zu schaffen, vorläufig in ein etwa vorhandenes, bedecktes Gartenhaus, im Wohnhause selbst in das Treppenhaus, in Vorsäle oder dergl. Hat man auch im Sommer einzelne Wohnräume mit Pflanzen geschmückt, so entferne man daraus diejenigen, welche nicht immer im warmen Zimmer bleiben können, und kaufe in Ermangelung passenden Ersatzes unter den vorhandenen Vorräthen neue dazu an. Kleine Blumen, welche bereits im Schutze von Mistbeetkästen stehen, lasse man, bis stärkere Kälte eintritt, noch darin. Hat man die Einrichtung eines bloß zur Ueberwinterung bestimmten Blumenzimmers, so stelle man allmählich die kleinen Pflanzen auf, halte aber den Raum einstweilen noch luftig und kühl.

Wer gerne im Winter viele blühende Stöcke hat, pflanze nun aus dem Garten die geeigneten ein. Es sind besonders Monatsveilchen, Berg- oder Alpenvergißmeinnicht in verschiedenen Sorten, Gartenvergißmeinnicht (Omphalodes), großer Enzian (Gentiana acaulis), Spiraea (Hoteia) japonica, Herzblume (Dielytra speciosa) und besonders Maiblumen. Diese Pflanzen zu diesem Zwecke klein zu kaufen, kann ich nicht empfehlen, da man sie außer den Maiblumenkeimen besser blühend kauft. Sträucher, die man im Winter zur Blüthe bringen will, sowie Rosen müssen schon seit Frühjahr in Töpfen stehen, doch kann man mit Blüthenknospen versehene Landazaleen, besonders Azalea mollis und sogenannte Alpenrosen (Rhododendron), noch einpflanzen und bis zum Treiben kühl halten. Die Maiblumen kann derjenige, der im Besitze eines Gartens ist, selbst anziehen, man kann aber blühbare Keime bei jedem Blumenzwiebelhändler kaufen. Wer sie selbst anziehen will, muß so viele anpflanzen, daß alle 3 oder 4 Jahre 1/3 oder 1/4 zum Treiben ausgegraben werden kann. Es sind nur die kurzen dicken Keime blühbar, die spitzigen bringen Blätter.

Das Einpflanzen erfordert eine besondere Behandlung. Man schneidet die Wurzeln ganz kurz, so daß 8–10 Keime in einen Topf von 10–12 cm Weite gehen. Diese Töpfe füllt man zur Hälfte mit Moos, dann setzt man die dicht zusammenstehenden Keime darauf und füllt die Zwischenräume mit feiner Erde aus, die man durch Rütteln und Ziehen zwischen die Wurzeln bringt. Neue Wurzeln bilden diese Treibkeime nicht und die Erde dient bloß dazu, die vorhandenen alten Wurzeln fest und feucht zu halten. Die so fertiggestellten Töpfe stellt man dicht zusammen in das Freie, bis die Erde der Töpfe hart gefriert. Die Gärtner nehmen an, daß das Gefrieren der Treibpflanzen die Treibfähigkeit befördert. Ist das Wetter mehr trocken als naß, so decke man eine Schicht Moos über die Töpfe.

Man kann mit dem Treiben der Maiblumen schon Ende Oktober beginnen. Wer überhaupt vor oder bis Weihnachten blühende Blumen wünscht, kann auch einige Frühtulpen (Duc van Tholl) und Tazetten aus der Grube im Garten nehmen und im warmen Zimmer zu treiben beginnen. Die Behandlung der zu treibenden Blumenzwiebel werden wir im folgenden Monate kennen lernen. Pflanzen, welche im Keller durchwintert werden, wie Fuchsien und Hortensien, stellt man einstweilen in luftige Räume, in welchen es nicht gefriert. H. J.