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Wie Meerane ehemals in übelem Rufe gestanden hat

Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Wie Meerane ehemals in übelem Rufe gestanden hat
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 26–27
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[26]
623) Wie Meerane ehemals in übelem Rufe gestanden hat.
S. Leopold, Chronik v. Meerane, S. 63.

Die Stadt Meerane hat ehemals in ziemlich schlechtem Rufe gestanden, sei es vielleicht weil in der Nähe derselben der slavische Götze Crodo (Wodan) in dem Thalgrunde, in welchem die Dörfer Götzenthal, Crotenleide und Hainichen und Köthel lagen, hoch verehrt ward. Später lag aber der Grund darin, daß es dreierlei Gerichten unterthan war, was zur Folge hatte, daß Strolche sich leicht aus einer Gerichtsbarkeit in die andere salviren konnten. So entstand nach und nach die Sitte, einen liederlichen Menschen einen Meeraner zu nennen. Einst reiste der dasige Pastor Mag. Sigismund Stolze zur Leipziger Messe; als er nun mit seinem Wagen [27] in Leipzig an das Thor kam, wurde er gefragt, woher er käme und wer er wäre? Als er es beantwortete: „der Pastor aus Meerane“, mußte er wieder umkehren, weil man von einer so übel beleumundeten Stadt Niemanden einlassen wolle. Der gute Mann mußte also mit seiner Kutsche wieder umkehren und half sich nur dadurch, daß er unter einem andern Namen zu einem andern Thore wieder hereinfuhr. Bei seiner Rückkehr erzählte er diese ihm widerfahrene Begebenheit unter Thränen auf der Kanzel und ließ nicht eher mit Bitten und Vorstellungen nach, bis es ihm gelungen war, die Glieder seiner Gemeinde auf einen bessern Lebensweg zu bringen.