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Titel: Wanderung eines Meteoriten
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aus: Die Gartenlaube, Heft 6, S. 99
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[99] Wanderungen eines Meteoriten. An den Ufern des Baches Bendengo, der die brasilianische Provinz Bahia durchströmt, wurde im Jahre 1784 einer der größten Meteorsteine der – Erde von einem Kuhhirten entdeckt. Gelehrte Reisende hatten den Meteoriten besucht und Stücke von ihm abgeschlagen, die chemisch untersucht wurden oder als Raritäten in Museen wanderten. Berlin, München, Wien und London sind mit Theilchen des großen Himmelskörpers versorgt worden. Man sollte denken, daß der Meteorit, nachdem er einmal aus die Erde herabgefallen war, seine Wanderungen endgültig beschloß und am Bache von Bendengo ruhen würde, bis ihn der Rost gefressen. Aber die Menschen ließen ihn nicht ruhen. Zunächst vermuthete man, daß in dem himmlischen Steine Silber enthalten sei, und wollte ihn nach der Stadt Bahia bringen. Vierzig Ochsen wurden vorgespannt, aber man brachte den Koloß nur 150 Schritt vorwärts. Neuerdings aber wurde er dennoch in das Nationalmuseum von Rio de Janeiro gebracht. Er wiegt gegenwärtig noch 5343 Kilogramm. Silber enthält er nicht, sondern 91,90% Eisen, 5,7% Nickel etc.

So hat der Meteorstein seine Geschichte, aber welche Wanderungen er in den Himmelsräumen durchgemacht und wann er zur Erde gefallen, darüber fehlt jedwede Auskunft.

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