Von Fränkischen Künstlern und Kunstsachen (Journal von und für Franken, Band 2, 3)

Textdaten
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Autor: Anonym
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Titel: Von Fränkischen Künstlern und Kunstsachen
Untertitel:
aus: Journal von und für Franken, Band 2, S. 307-310
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1791
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
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Charakteristische Züge der Fränkischen katholischen Geistlichkeit im vorigen Jahrhundert.pdf
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V.
Von Fränkischen Künstlern und Kunstsachen.


1. Von einem geschickten Nürnbergischen Orgel- und Instrumentenmacher.
Johann Jacob Botechtel, Orgel- und Instrumentenmacher in Nürnberg, der Sohn des durch seine vortrefflichen Pianoforte und Claviere auch im Ausland bekannten, vor einigen Jahren gestorbenen Orgelbauers, Christoph Botechtel, verdient als ein wahres Genie in seiner Kunst öffentlich empfohlen zu werden. Den Unterricht seines Vaters konnte er nicht lange nützen. Aber durch eigenen Fleiß brachte es dieser junge Mann so weit, daß er in einem Alter von 22 Jahren Instrumente verfertigte, welche alle Erwartung übertrafen. Er kann schon gegenwärtig mit Recht unter die besten Pianoforte- und Claviermacher gezählt werden, und noch mehr verspricht er für die Zukunft. Seine Arbeiten empfehlen sich durch äusserliche Eleganz so wohl, als durch alle wesentliche Vollkommenheiten, welche man bey einem Instrumente suchen kann. Auch wird niemand| über seine Preise zu klagen Ursache haben; indem keiner von den bekannten guten Instrumentenmachern für so niedrige Preise arbeitet, wie er. Für ein Pianoforte in der Form eines Flügels von der geringsten Classe ist der Preis 150 Gulden; in der ordentlichen Clavierform 48 bis 80 Gulden. Von gewöhnlichen Clavieren aber von 12 bis 40 Gulden. Pianoforte von der erstern Art sind in Nürnberg zu sehen, bey Herrn Consulenten von Königsthal, Herrn Stadtgerichtsassessor von Praun, und Herrn Organist Mainberger. Diese sind seine ersten Arbeiten, welche jeder Kenner gut finden wird, und welche sprechende Beweise von den Hoffnungen sind, die man sich von der Geschicklichkeit dieses Künstlers in der Zukunft machen kann.


2. Von einer neuen Rechnungsmaschine.
Herr F. X. M. Prahll, Ritterstifts-Komburgischer Amtmann zu Gebsattel, hat unlängst eine Rechnungsmaschine erfunden, die unter den schon bekannten den Vorzug hat, daß sie klein, einfach, und in der Ausübung leicht zu gebrauchen ist. Diese Maschine besteht in einer pappenen Scheibe, deren Durchmesser fast einen Würzburger Schuh| beträgt. Auf dieser Scheibe liegen 10 papierne concentrische Zirkel, die um den Mittelpunct, der besserer Dauerhaftigkeit wegen mit Carton gefüttert ist, bewegt werden können, an deren Umkreise die bekannten Neperischen Rechnungstäfelchen verzeichnet sind. Diese Zirkel sind wieder mit Papier verdeckt, doch so, daß in einem Abschnitte, jene Täfelchen gestellt werden können, mit welchem man rechnen will. Diese Einrichtung gehört zur Multiplication und Division. Besagtem Abschnitte gegen über ist ein anderer, wo man ebenfalls eine papierne Scheibe (auf der die natürlichen Zahlen von 1-100 verzeichnet sind) herumdrehen kann, die zur Addition und Subtraction besonders für Calculatoren und Rechnungsrevisoren zum Lateriren dient. Der Gebrauch dieser Maschine ist in Beylagen in 5 Sprachen beschrieben, wovon jedesmahl eine nach Belieben gewählt werden kann. Der Herr Erfinder hat schon sehr viele Stücke verkauft: von den noch übrigen soll das Stück auf Holländischen Papier um 3 fl. Rhl. auf Teutschen Medianpapier aber gedruckt um 2 fl. 45 Kr. Rhl. erlassen werden. Um diese Preise ist diese Maschine auch bey dem Professor der Philosophie Herrn Schwab zu Wirzburg in Commission| zu haben, bey welchem auch diejenigen eine weitere Erläuterung von dem Gebrauche derselben erhalten können, welchen die beygefügte Erklärung nicht hinlänglich ist. Eben dieser Herr Professor hat selbst eine neue und sehr leichte Methode erfunden, aus jeder gegebenen Zahl die Quadrat- und Cubikwurzel durch Hülfe der Neperischen und anderer Täfelchen auszuziehen: auf Verlangen kann auch diese Erfindung auf der obigen Maschine angebracht werden, um dieselbe theils vollständiger, theils für mehrere Liebhaber noch brauchbarer zu machen.