Vom Nordpol bis zum Aequator/Lapplands Vogelberge

Textdaten
<<< >>>
Autor: Alfred Brehm
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Lapplands Vogelberge
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 10, 11, S. 154–156, 170–172
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[154]

Vom Nordpol bis zum Aequator.

Populäre Vorträge aus dem Nachlaß von Alfred Edmund Brehm.
Lapplands Vogelberge.

Als der Weltenschöpfer sein Lieblingsgestirn, die Erde, just vollendet hatte und des gelungenen Werkes sich freute, da gedachte der üble Teufel dies Werk zu vernichten. Damals noch nicht Himmels verwiesen, wohnte er unter den Erzengeln und in den Räumen, in denen die Seligen hausen. Hinauf zu dem siebenten Himmel flog er, und einen gewaltigen Stein ergriff er; den schleuderte er mit Macht hinab auf die in jugendlicher Schönheit prangende Erde. Aber zur rechten Zeit noch gewahrte der Schöpfer das ruchlose Beginnen und sandte einen der Erzengel ab, dem Unheil zu steuern. Der Engel flog schneller noch als der Stein zur Tiefe hernieder, und ihm gelang es, das Land zu sichern. Donnernd stürzte der riesige Stein in das Meer, daß hoch auf die Wogen zischten und das benachbarte Land auf weithin überflutheten. Von dem gewaltigen Falle zerbarst der Stein, und Tausende von Splittern sanken zu seinen beiden Seiten in das Meer, theilweise in dessen Tiefe verschwindend, theilweise noch über dasselbe hervorragend, nackt und kahl wie der Kern selber. Da erbarmte sich Gott, und in seiner unendlichen Güte beschloß er, auch diesen öden Felsblock zu beleben. Aber die Fruchterde war versiegt in seiner Hand und nur noch ein Weniges übrig geblieben. Das reichte kaum hin, hier und dort ein Bröckchen auf den Stein zu legen.

Also berichtet eine uralte Sage, welche unter den Lappen von Mund zu Munde geht. Der Stein, welchen der Teufel warf, ist Skandinavien; die Trümmer, welche zu beiden Seiten in das Meer fielen; sind die Schären, welche im bunten Kranze die Halbinsel umgeben; die Risse und Sprünge, welche er erhielt, sind die Fjorde und die Thäler des Innern; die Brocken belebender Erde, welche aus der milden Schöpferhand fielen, bilden das wenige fruchtbare Land, welches Skandinavien besitzt.

Skandinavien ist ein Alpenland wie die Schweiz und Tirol, und doch von beiden unendlich weit verschieden. Wie unsere Alpen hat es seine Hochgebirge, seine Gletscher, seine Wildbäche, seine klaren, stillen Alpenseen, die dunklen Fichten- und Föhrenwälder unten im Grunde, die lichtgrünen Birkenwaldungen in der Höhe, die weit ausgedehnten, hier zu Tundren gewandelten Moore auf den breiten Rücken der Berge, die Blockäuser an den Gehängen und die Sennhütten in den höchsten Thälern. Und doch ist alles so ganz anders als in den Alpenländern. Das kommt daher, weil hier zwei große und erhabene Gebiete der Erde, das Hochgebirge und das Meer, in wunderbarer Weise sich vereinigen und verbinden.

Aber so sehr auch Skandinaviens Schönheit ist, so sinnbestrickend und überwältigend die Fjorde mit ihren Felsenwänden, Schluchten und Thälern, Vorgebirgen und Spitzen sein mögen, eigenartiger sind die Inseln und Schären draußen im Meere, welche dem Lande vorliegen vom Süden bis zum Norden herauf und ein Gewirr von Buchten, Sunden und Straßen hervorrufen, wie man es kaum noch einmal erschauen kann auf der weiten Erde.

Die großen Inseln spiegeln mehr oder minder getreulich das feste Land wieder; die kleinen und die Schären bewahren sich ihr eigenes Gepräge. Dieses aber ändert sich mehr oder weniger mit jedem Breitengrade, welchen man, nach Norden fahrend, überschreitet. Ihnen wie dem Meere fehlt der Reichthum des Südens; sie sind jedoch keineswegs aller Schönheit bar und üben namentlich in den Stunden um Mitternacht, wenn die Hochsommersonne niedrig und groß und blutroth über dem Gesichtskreise steht und ihr gleichsam verschleierter Glanz auf den eisbedeckten Bergesgipfeln und dem Meere wiederspiegelt, überwältigenden Zauber aus. Wesentlich tragen dazu bei die überall zerstreuten Gehöfte, Wohnungen aus Holz gezimmert, mit Brettern verschlagen und mit Rasen gedeckt, prangend in seltsam blutrother Farbe, welche sich lebhaft abhebt von dem grünen Rasendache darüber, dem schwarz erscheinenden Dunkel der Bergwand dahinter und dem Eisblau der Gletscher im Hintergrunde des Bildes.

Nicht ohne Verwunderung nimmt der dem Lande noch fremde Südländer wahr, daß diese Höfe größer, stattlicher, geräumiger werden, je weiter nach Norden hin man vordringt, daß sie, obgleich nicht mehr von Aeckern, höchstens noch von kleinen Gärtchen eingehegt, durch Größe, Geräumigkeit und Ausstattung der hüttenähnlichen Gebäude die des südlichen Skandinaviens bei weitem übertreffen, ja, daß die stattlichsten und großartigsten von ihnen vielleicht auf verhältnißmäßig kleinen Inseln liegen, auf denen nur Torf die Felsen bedeckt und deren undankbarem Boden nicht einmal mehr ein kleines Gärtchen abgerungen werden kann.

Das scheinbare Räthsel löst sich, wenn man sich erinnert, daß in Nordland und in Finnmarken nicht das Land, sondern das Meer der Acker ist, welcher gepflügt wird, daß man nicht im Sommer säet und die Sense schwingt, sondern inmitten des Winters erntet, ohne gesäet zu haben, daß gerade in denjenigen Monaten, in denen die lange Nacht unbestritten ihre Herrschaft ausübt und anstatt der Sonne nur der Mond leuchtet, anstatt des Morgen- und Abendrothes nur das Nordlicht erglüht, der Mensch dort oben reichlichen Segen des Meeres einheimst.

Um die Zeit der herbstlichen Tag- und Nachtgleiche rüsten sich in allen Küstenorten ganz Norwegens kräftige Männer, um die nordische Ernte zu bergen. Jede Stadt, jeder Flecken, jedes Dörfchen entsendet ein oder mehrere reichlich bemannte Schiffe hinauf zu den Inseln und Schären jenseit des Polarkreises, um in allen geeigneten Buchten für Monate Anker zu werfen und vom Schiffe, von den Gehöften aus den Erntesegen zu bergen.

Während des Hochsommers ist das Land dort oben still und menschenleer; während des Winters wimmeln Buchten, Inseln und Sunde von geschäftigen Männern, und arbeitsame Menschenhände regen sich Tag und Nacht. So geräumig auch die Gehöfte erscheinen, sie vermögen die Menge der hier zusammengeströmten Leute nicht zu fassen, und neben den Schiffen müssen noch roh errichtete, torfbedachte Hütten am Strande nothdürftige Unterkunft gewähren.

Um die Zeit der Tiefsonnenwende, wenn wir unser Weihnachts-, die Normannen ihr Julfest feiern, regt sich das Getriebe am lebendigsten. Schon seit Wochen spendet das Meer seinen Segen. Beherrscht von dem mächtigsten Drange, welcher die lebenden Wesen erregt und bewegt, geleitet von dem unwiderstehlichen Triebe, Samen zu streuen für die kommenden Geschlechter, erheben sich aus den tiefsten Gründen des Meeres unschätzbare Scharen von Fischen; Kabeljaus, Schellfische und andere steigen zu den oberen [155] Wasserschichten empor, nähern sich der Küste, dringen ein in alle Straßen, Sunde und Fjorde und erfüllen die Oberfläche des Meeres auf viele Meilen hin mit ihrer Menge. So dicht schwimmen die nur von einem Gefühle beseelten, gleichsam sinnbethörten Fische, daß das Boot buchstäblich zwischen ihnen sich Bahn brechen muß, daß das Netz, überfüllt von ihrer Last, der Reckenkraft der fischenden Männer spottet oder zerreißt, daß ein zwischen die aneinander gepreßten Fische senkrecht eingestoßenes Ruder einige Augenblicke lang in seiner Lage erhalten wird, bevor es sich zur Seite neigt. Soweit die Felseninseln freigewaschen wurden von der tosenden Hochfluth, von der mittleren Fluthmarke an bis zum unteren Rande der jenen Gipfel überlagernden Dorfschicht, deckt den nackten Felsen ein ununterbrochener Ring von zerspaltenen Fachen welche hier zum Trocknen ausgelegt wurden, während darüber Gerüste sich erheben, an denen man andere Fische zu gleichem Zwecke der scharfen und dennoch dörrenden Luft preisgab.

Monatelang währt das Getriebe, monatelang ein ununterbrochener Markte; monatelang tauschen der Süden und der Norden ihre Schätze aus. Erst in den Tagen, in denen um die Mittagszeit heller Schein im Süden der noch verborgenen Sonne vorausgeht, oder in denen diese selbst einen kurzen Blick wirft auf das Land, endet allmählich der reiche Fang. Aus den gefüllten Speichern hinab zu den Schiffen trägt man den getrockneten Stock- oder Klippfisch, füllt alle Räume vom Kiel bis zum Deck und rüstet sich zur Heimkehr oder zur Fahrt in alle Welt.

Stiller wird es im Norden, einsamer das Land, öder das Meer. Endlich, um die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche, haben fast alle fremden Schiffer die Erntestätte verlassen und alle Fische wiederum nach dem tiefen Grunde des Meeres sich zurückgezogen. Aber schon sendet das Meer neue Kinder aus, um wiederum die Sunde, Buchten und Fjorde, und nicht sie allein, sondern auch die Schären und Inseln zu beleben, und bald schauen Millionen von hellen Vogelaugen von denselben hinab auf das Meer.

Es ist ein tiefergreifender Zug des Lebens aller eigentlichen Seevögel, daß nur zweierlei Ursachen sie bewegen können, das Land zu besuchen; das freudige Gefühl der alllenzlich neu erwachenden Liebe und die düstere Ahnung des nahenden Todes. Wenn mit dem ersten Aufleuchten der Sonne in ihrem Herzen die Liebe sich regt, dann strebt alt und jung, und ob auch Tausende von Seemeilen durchschwammen und durchflogen werden müßten, der Stätte wieder zu, aus welcher sie zuerst das Licht der Welt erblicken. Und wenn inmitten des eisigen Winters, nachdem jene Brutstätten seit Monaten verödet lagen, ein Seevogel den Tod im Herzen fühlt, dann eilt er, so lange seine Kräfte nicht versagen, womöglich derselben Stätte zu, um da zu sterben, wo seine Wiege stand.

Die alljährlichen Versammlungen zahlreicher Vögel auf den Brutplätzen sind es, welche diese monatelang in unbeschreiblicher Weise beleben. Verschieden wie die Vögel selbst, sind die Vereinigungen, verschieden auch die Plätze oder, wie der Normann sagt, die Berge, welche sie bevölkern. Während die einen nur solche Schären zu Brutplätzen wählen, welche eben über die Hochfluthmarke sich erheben und nicht mehr Pflanzen hervorbringen, als erforderlich sind, um das im ausgeworfenem Tange eingemuldete Nest nothdürftig auszukleiden, müssen andere solche Eilande erkiesen, welche schroff und steil Hunderte von Metern über das Meer sich erheben und entweder reich an Vorsprüngen, Gesimsen, Höhlen, Spalten und sonstigen Schlupfwinkeln sind der von einer dicken Decke aus vertorften Pflanzenresten umhüllt werden. Jene niederen Schären pflegt der Normann den auf ihnen mit besonderer Vorliebe gehegten werthvollsten oder, was dasselbe, nutzbarsten aller Seevögel zuliebe, „Eiderholme“, zu deutsch „Eidervogelhügel“, zu nennen, während er unter „Vogelbergen“ gemeiniglich nur die steiler dem Meere entsteigenden, höheren, der Hauptsache nach von Alken oder von Möven bewohnten Inseln versteht.

Einer von den Vögeln , welche alllenzlich zu denselben Brutinseln zurückkehren und sie und ihre Umgebung in wunderbarer Weise schmücken helfen, ist der Eidervogel. Drei Arten dieser prachtvollen Enten bewohnen oder besuchen Europas Gestade; eine von ihnen, der Eidervogel selbst, allsommerlich sogar die nordwestlichen Inseln Deutschlands, insbesondere Sylt. Ihr Gefieder ist ein treues Spiegelbild des hochnordischen Meeres. Schwarz und roth, aschgrau, eisgrün, weiß, braun und gelb sind die Farben, welche auf ihm sich vereinigen. Der Eidervogel ist der am wenigsten schöne unter ihnen, immerhin aber noch ein prächtiger Vogel.

Keine andere Entenart ist in so vollgültigem Sinne Meeresbewohner wie die Eiderente, keine watschelt schwerfälliger am Lande dahin; keine stiegt minder gewandt, keine schwimmt rascher; keine taucht geschickter und tiefer als sie. Bis fünfzig Meter sinkt sie der Nahrung halber unter die Oberfläche hinab, und bis fünf Minuten, eine außerordentlich lange Zeit, soll sie unter Wasser verweilen können. Vor Beginn der Brutzeit verläßt sie die hohe See entweder gar nicht oder nur in Ausnahmefällen, mehr einer Laune als der Notwendigkeit folgend. Schon gegen Ausgang des Winters aber haben sich die Schwärme, welche auch diese Art bildete, in einzelne Paare getrennt, und nur diejenigen Männchen, dessen es nicht gelang, ein Weibchen zu erwerben, schwimmen noch in kleinen Trupps umher. Unter den Gatten des Paares herrscht beiderseits beglückende Eintracht. Nur ein Wille, inzweifelhaft der der Ente, ist maßgebend für beider Thun. Erhebt sich die Ente vom Wasserspiegel, um fliegend einige hundert Meter zu durchmessen, so folgt ihr auch der Entvogel, taucht sie hinab in die Tiefe, so verschwindet unmittelbar später auch er, wohin sie sich auch wenden mag, er folgt ihr getreulich, was sie beginnt, entspricht seinen Wünschen. Noch lebt das Paar draußen auf hoher See, wenn auch nur da, wo deren Tiefe nicht über fünfzig Meter beträgt, und immer nur an flachen Stellen, wo Mies- und andere Muscheln in reicher Menge die Felsen oder den Grund bedecken. Diese Weichtiere sind es, welche die oft ausschließliche Nahrung unserer Enten bilden ihrethalben tauchen sie in die bedeckende Tiefe hinab; diese Muscheln aber bewahren sie auch jederzeit vor dem Mangel, welcher so viele andere Enten zuweilen hart bedrückt.

Im April, spätestens im Anfange des Mai, nähern sich die Paare mehr und mehr dem Schärengürtel und damit der Küste. Im Herzen der Ente regen sich Muttersorgen, und ihnen ordnet sie alle übrigen unter. Draußen auf hohem Meere war das Paar so scheu, daß es niemals Annäherung eines Schiffes oder Bootes abwartete, jetzt, in der Nähe der Inseln, ändert sich das Benehmen vollständig. Nur dem mütterlichen Drange gehorchend, schwimmt die Ente an eine der Brutinseln heran, ohne auf den Menschen ferner zu achten, watschelt sie auf das Land hinaus. Besorgt folgt ihr auch jetzt noch der Entvogel, nicht ohne sein warnendes „Ahua, Ahua“ erschallen zu lassen, nicht ohne immer ersichtlicher zu zögern, zeitweilig zurückzuleiben, lange sich zu besinnen und dann erst wieder vorwärts zu schwimmen. Die Ente achtet all dessen nicht. Unbekümmert um die ganze Welt um sie her, wandert sie über die Insel, um einen passenden Brutplatz zu suchen. Eigenwillig wie sie ist, begnügt sie sich keineswegs mit dem ersten besten Tanghaufen, welchen die Hochfluth an das Land warf, mit dem niederen Wachholderstrauche, dessen auf dem Boden hinrankendes Gezweige einen sicheren Versteckplatz bietet, mit der halbzerbrochenen Kiste, welche der Besitzer der Insel als Schutzdach aufstellte, mit dem Geniste und Reisighaufen, den er, sie einladend, zusammentrug; sie nähert sich auch furchtlos, als ob sie ein Haustier wäre, der Wohnung des Besitzers, tritt in das Innere derselben, durchmißt den Flur, beebgt die Hausfrau in Küche und Gemach, ersteht, launenhaft und starrsinnig, gerade das Innere des Backofens zu ihrer Niststelle und zwingt dadurch die Hausfrau, monatelang ihr Brot auf einer anderen Insel zu backen. Mit erkennbarem Entsetzen folgt ihr der treue Enterich soweit als möglich, wenn sie aber nach seiner Meinung alle Sicherung gänzlich aus den Augen setzt und sich vermißt, mit dem Menschen unter einem Dache zu wohnen, versucht er nicht länger gegen ihre Laune anzukämpfen, sondern läßt sie einfach gewähren und stiegt zunächst auf das sichere Meer hinaus, hier mit Sehnsucht ihrer alltäglichen Besuche harrend.

Unsere Ente läßt sich auch hierdurch nicht beirren, schleppt etwas Reisig und Genist zusammen, gestattet gern, daß der Normann sie unterstützt, schichtet die Neststoffe, außer Reisern namentlich auch Tange, zu einem Haufen, gräbt, mit den beiden Rudern arbeitend, eine Mulde aus, rundet dieselbe unter beständigem Drehen mit der glatten Brust und beginnt nunmehr die eigentliche Ausfütterung zu beschaffen und dem Neste einzuverleiben. Nur ihrer Brut gedenkend, rupft sie sich die unvergleichlich weichen Dunen von ihrer Brust, bildet aus ihnen einen Filz, welcher die ganze [156] Mulde gedeckt und auch noch an ihrem oberen Rande einen Kranz von solcher Dicke herstellt, daß er, wenn die Ente das Nest verläßt, zu einer alle Kälte von den Eiern abhaltenden Decke verwendet werden kann. Noch ehe sie die innere Auskleidung gänzlich vollendet hat, beginnt sie, ihre verhältnißmäßig kleinen, glattschaligen, schmutzige oder graugrünen Eier zu legen, bis der aus sechs bis acht, seltener weniger oder mehr Eiern bestehende Satz vollzählig, geworden ist.

Auf diesen Zeitpunkt hat der Normann gewartet. Eigennutz war es, welcher ihn zum Gastfreunde des Seevogels werden ließ. Der Gastfreund wandelt sich jetzt zum Räuber. Rücksichtslos entnimmt er dem Neste die Eier, ohne Bedenken auch die innere, aus den kostbaren Dunen bestehende Ausfütterung. Vierundzwanzig bis dreißig Nester liefern ein Kilogramm an Dunen im Werthe von mindestens dreißig Mark an Ort und Stelle; diese Zahlen erklären die Handlungsweise des Normanns besser als jede andere Auseinandersetzung.

Traurigen Herzens sieht die Ente ihre diesjährige Hoffnung vernichtet; bestürzt und erschreckt fliegt sie aufs Meer hinaus zu dem ihrer harrenden Gatten, der sie bald zu trösten weiß. Noch regt sich Frühlingslust und Frühlingsmuth in beider Herzen; nur wenige Tage, und unsere Ente watschelt, als wäre ihr nie etwas geschehen, wiederum auf das Land hinaus, um ein zweites Nest zu errichten. Wahrscheinlich meidet sie diesmal die frühere Stelle und begnügt sich mit dem ersten besten noch nicht vollständig besetzten Tanghaufen. Wiederum schaufelt und rundet sie eine Mulde, und wiederum beginnt sie suchend im eigenen Gefieder zu nesteln, um die ihr unumgänglich nothwendig scheinende Dunenauskleidung zu beschaffen. Doch wie sehr sie sich auch müht, wie lang sie den Hals streckt, in wie verwickelte Schlangenwindungen sie ihn legt, ihr Vorrath ist erschöpft. Wann aber wäre eine Mutter, und liefe sie in Entengestalt über die Erde, rathlos gewesen, wenn es sich darum handelte, für ihre Kinder zu sorgen? Auch unsere Ente ist es nicht. Sie selbst hat keine Dunen mehr – ihr Gatte trägt solche noch unversehrt auf Brust und Rücken. Jetzt muß er zur Stelle. Und wie sehr er sich vielleicht auch sträubt, er ist der Gatte und sie die Gattin, das heißt, er gehorcht. Rücksichtslos nestelt die besorgte Mutter ihm im Gefieder, und binnen wenigen Stunden, mindestens binnen zwei Tagen, hat sie ihn ebenso kahl gerupft, als sie selbst ist. Daß nach solcher Behandlung der Enterich, sobald er kann, aufs hohe Meer hinausfliegt, fortan für einige Monate nur mit seinesgleichen verkehrt und sich um die brütende Gattin und werdende Brut nicht im geringsten mehr kümmert, ist sehr begreiflich. Und wenn man wirklich, wie es auf allen Brutinseln der Fall, noch einen Enterich neben der brütenden Ente stehen sehen sollte, so kann dies nur ein solcher sein, welcher noch nicht gerupft wurde.

Unsere Ente brütet nunmehr eifrig Und jetzt erweckt sich ihr Hauskleid als das einzige geeignete, ich möchte sagen, einzig mögliche Gewand, welches sie tragen kann. In dem das Nest umgebenden Tange verschwindet sie vollständig, selbst vor dem scharfen Falken- oder Seeadlerauge. Nicht bloß die allgemeine Färbung, auch jedes Pünktchen, jedes Strichelchen stimmt mit dem vertrockneten Tange derartig überein, daß der brütende Vogel, sobald er seinen Hals niedergedrückt und die Flügel ein wenig gebreitet hat, von der Umgebung geradezu aufgenommen wird. Viele, viele Male ist es mir begegnet, daß ich, mit dem geübten Jäger- und-Forscherauge suchend, über Eiderholme schritt und auf eines vor meinen Füßen brütende Eiderente erst dadurch aufmerksam gemacht wurde, daß sie abwehrend mir an den Stiefeln knabberte. Ohne aufzufliegen, gestattet die Eiderente handliche Untersuchung der Eier unter ihrer Brust; sie läßt sich im Brüten nicht einmal dann stören, wenn man sie vom Neste abhebt und wieder auf dasselbe oder in geringer Entfernung davon auf den Boden setzt, um sich das reizende Schauspiel zu verschaffen, sie der Brut wieder zuwatscheln zu sehen.

Die mütterliche Hingabe der Eiderente erweist sich jedoch noch anderweitig. Jede weibliche Eiderente und vielleicht jede Ente überhaupt will ihr Mutterauge über möglichst viele Küchlein gleiten lassen. Dies hat zur Folge, daß sie ohne Bedenken andere, neben ihm brütende benachtheiligt, sofern sie dies vermag. So hingebend sie brütet, einmal am Tage muß sie das Nest verlassen, um sich mit Nahrung zu versorgen und das unter der sich entwickelnden Bruthitze erheblich leidende Gefieder zu reinigen, einzufetten und neu zu ordnen. Einen mißtrauischen Blick auf die Nachbarinnen zur Rechten und zur Linken werfend, erhebt sie sich in den ersten Vormittagsstunden, vielleicht schon seit langem vom nagenden Hunger gequält, tritt neben das Nest und breitet mit dem Schnabel sorgsam den umliegenden Kranz zu einer die Eier verhüllenden und schützenden Decke aus; dann fliegt sie eilend auf das Meer hinaus, taucht wiederholt in die Tiefe hinab, füllt sich hastig Kropf und Speiseröhre bis zum Schlunde herauf mit Muscheln, badet, putzt und fettet sich, kehrt zum Lande zurück und läuft nun, unterwegs noch beständig die Federn trocknend und glättend, dem Neste wieder zu. Beide Nachbarinnen sitzen anscheinend ebenso harmlos wie früher auf ihren Nestern, und doch haben sie, wenigstens die eine, ein Diebesstück ausgeführt. Sobald jene abgeflogen war, hat sich die eine erhoben, die Decke über den fremden Eiern gelüftet und mit den breiten Ruderfüßen eins, zwei, drei, vier Eier rasch in ihr eigenes Nest gerollt, sodann den Rest sorglich wieder bedeckt und sich beglückt auf ihr unrechtmäßigerweise vermehrtes Gelege gesetzt. Wohl mag die heimkehrende Ente erkennen, welcher Streich ihr gespielt wurde; merken aber läßt sie sich von dem, was in ihr vorgeht, nicht das Geringste, setzt sich vielmehr ruhig zum Brüten nieder und thut als dächte sie: „Warte nur, Frau Nachbarin, auch Du wirst hinausfliegen auf das Meer, und dasselbe, was Du mir gethan, wird Dir geschehen.“ Thatsächlich wandern die Eier mehrerer nebeneinander stehender Eidervogelnester beständig aus dem einen nach dem andern. Ob dann die eigenen, ob fremde Kinder unter der glücklichen Mutterbrust zum Leben reifen, der Eiderente scheint das gleichgültig zu sein.

Sechsundzwanzig Tage etwa brütet die Ente, bevor die Eier gezeitigt sind. Der Normann, welcher verständig zu Werke geht, läßt sie diesmal gewähren und behelligt sie nicht nur nicht, sondern sucht sie nach Kräften zu unterstützen, indem er soviel als möglich alle Feinde und Störenfriede überhaupt von dem Eilande abhält. Er kennt seine Enten, wenn auch nicht persönlich, so doch soweit, daß er weiß, wann ungefähr diese oder jene ausgebrütet haben und mit ihrer Küchleinschar den Weg nach dem sicheren Meere antreten werde. Dieser Weg bringt vielen unbeaufsichtigten jungen Eiderenten jähes Verderben. Nicht allein die auf den Inseln brütenden oder sie besuchenden Falken, sondern auch, und mehr noch Kolkraben, Raub- und große Seemöven, belauern den ersten Ausgang der Küchlein, überfallen sie unterwegs und rauben das eine oder das andere. Dem sucht der Schutzherr der Insel in einer Weise vorzubeugen, welche ebenfalls für das Gebaren der sonst so wilden und scheuen, während der Brutzeit aber zu förmlichen Hausvögeln gewordenen Eiderente bezeichnend ist.

Gegen das Ende der Brutzeit hin begeht der Normann allmorgendlich die Brutinsel, um den Müttern behilflich zu sein und die zweite Dunenernte einzuheimsen. Auf seinem Rücken hängt ein Tragkorb, an dem einen Arm ein breiter Handkorb. So wandelt er von einem Neste zum andern, hebt jede Eiderente auf und sieht nach, ob die Küchlein ausgeschlüpft und schon hinlänglich trocken geworden sind. Ist letzteres der Fall, so packt er die ganze krabbelnde Gesellschaft in seinen Handkorb, entkleidet mit geschicktem Griffe, das Nest von seiner dunigen Ausfüllung, wirft dieses in den Tragkorb und schreitet weiter. Vertrauensvoll wackelt die Ente hinter ihm, oder vielmehr, hinter ihren piependen Jungen einher. Ein zweites, drittes, zehntes Nest wird in der selben Weise entleert, überhaupt damit fortgefahren, so lange der Handkorb die Küchlein noch bergen kann, und eine Mutter nach der andern schließt sich jetzt, mit ihren Leidensgefährtinnen unterwegs ihre Meinung austauschend, dem Gefolge an. Am Meere angekommen, kehrt der Mann den Korb um und schüttet damit die gesammte Küchleinschar einfach auf das Wasser Sofort stürzen alle Enten den piependen Jungen nach; lockend, rufend, alle Zärtlichkeit der Mutter entfaltend, schwimmen sie unter die Herde, und jede sucht so viele Küchlein als möglich hinter sich zu scharen. Mit ersichtlichem Stolze schwimmt die eine dahin, ein langes Gefolge hinter sich nachziehend; doch schon kreuzt eine zweite, minder beglückte den wie eine Schleppe hinter ihr einherziehenden Schwarm und sucht so viele Junge, als ihr möglich, an sich zu ketten und wiederum kommt eine dritte herbei, in der Absicht zu eigenen Gunsten einige abspenstig zu machen. So schwimmen, schnatternd und rufend, gakend und lockend, alle Mütter durcheinander, bis endlich jede einzelne ein Trüppchen Küchlein hinter sich hat, ob die eigenen, ob die fremden, die Ente weiß es selbst nicht.

[170]
Die Mutter oder Pflegemutter führt die Küchlein zunächst auf solche Stellen, wo die Miesmuscheln bis zum Stande der tiefsten Ebbe hinauf an den Felsen sitzen, pflückt von denselben, so viele sie und ihre Familie bedarf, zerbricht die Gehäuse der kleinsten und legt den Inhalt ihren Kindern vor. Letztere sind vom ersten Tage ihres Lebens an befähigt, zu schwimmen und zu tauchen, trotz ihrer Eltern, übertreffen diese sogar in einer Beziehung, indem sie ungleich gewandter auch auf dem Lande sind und hier mit überraschendem Geschick sich zu bewegen verstehen. Ermüden sie in der Nähe einer Insel, so führt die Alte sie auf dieselbe hinauf, und sie rennen dann wie junge Rebhühner dahin, wissen sich auch auf den ersten Warnungsruf hin durch einfaches Niederdrücken so vortrefflich zu verbergen, daß man sie nur nach längerem Suchen aufzufinden vermag; ermüden sie, wenn sie sich weiter von den Schären entfernt haben, so breitet die Alte ihre Flügel ein wenig und bietet ihnen diese und den Rücken zum Ruhesitze dar. Da sie niemals Mangel leiden, wachsen sie außerordentlich rasch heran und haben schon nach Verlauf von zwei Monaten beinahe die Größe, mindestens alle Fertigkeiten der Mutter erlangt. Nunmehr findet sich auch der Vater bei ihnen ein, um fortan mit der Familie, meist noch mit vielen andern Familien vereinigt, unter Umständen zu Tausenden geschart, den Winter zu verbringen.

Der hohe, von Jahr zu Jahr steigende Preis der unvergleichlichen Dunen erhebt die Eidervögel zu den werthvollsten aller Bergvögel. Tausend Paare Eidervögel gelten für ein Besitzthum, mit welchem gerechnet wird. Auf den meisten Eiderholmen brüten jedoch mindestens drei- bis viertausend Paare, und der glückliche Besitzer noch zahlreicher besuchter Brutstellen erzielt durch die Vögel Einnahmen, um welche ihn mancher Gutsbesitzer Deutschlands beneiden könnte. Außer den Eidervögeln brüten aber auf den Holmen auch noch Austernfischer und Teisten, deren Eier ausgehoben, monatelang zu allerlei Nahrungsmitteln verwendet und auf weithin versendet werden. Zudem salzt man hier und da die Jungen für den Winter ein, und somit bilden die Holme auch ihrerseits Aecker, welche reiche Ernte bringen, dementsprechend unter strenger Aufsicht gehalten und durch besondere Gesetze geschützt werden.

Ebenso eigenartig als fesselnd ist das Schauspiel, welches eine mit Eidern und anderen Seevögeln besetzte Brutinsel gewährt. Eine mehr oder minder dichte Wolke von blendend weißen Möven umhüllt das Eiland. Diese Möven sind es, welche vor allem die Brutholme auf weithin zur Geltung bringen und von anderen genau ebenso aussehenden Schären unterscheiden lassen. Von der übrigen gefiederten Bevölkerung bemerkt man wenig, obwohl sie nach vielen Tausenden zählt. Erst wenn man in einem jener leichten, unübertrefflichen Boote des Landes dem Holme zurudert, ändert sich das Stillleben der Vögel. Einige Austernfischer, welche unmittelbar über der Fluthmarke ihre Nahrung suchten, haben das Boot bemerkt und fliegen ihm eilig entgegen, denn diese Vögel, welche keiner größeren Insel, kaum einer Schäre fehlen, sind die Sicherheits- und Wohlfahrtsbeamten der friedlich vereinigten Bergvögel. Jedes neue, ungewohnte oder ungewöhnliche Ereigniß reizt ihre Wißbegier und bewegt sie, eine genauere Untersuchung anzustellen. So fliegen sie jedem Boote entgegen, umschwärmen es fünf- bis sechsmal in immer enger sich schlingenden Kreisen, schreien dabei ununterbrochen und erregen schon jetzt die Aufmerksamkeit aller übrigen klugen Vögel der Ansiedelung. Sobald sie sich von dem Vorhandensein wirklicher Gefahr überzeugt haben, eilen sie rasch zurück und theilen das Ergebniß ihrer Untersuchungen in warnenden Tönen allen Bergvögeln mit. Einige Möven beschließen nun, ebenfalls durch eigenen Augenschein sich von der Ursache der Störung zu überzeugen. Ihrer fünf bis sechs fliegen dem Boote entgegen, stellen sich in der Luft nach Falkenart auf, stoßen vielleicht jetzt schon kühn auf die Eindringlinge herab und kehren schneller, als sie gekommen, zum Holme zurück. Gerade als ob man ihnen mißtraue, erhebt sich nunmehr die doppelte, drei-, vier-, zehnfache Anzahl, um genau ebenso zu verfahren, wie die ersten Späher thaten. Schon schichtet sich eine aus Vögeln bestehende Wolke über dem Boote. Sie dichtet sich mehr und mehr und wird immer bedrohlicher, da die Vögel nicht allein mit beständig steigender Kühnheit nach den Insassen des Fahrzeuges stoßen, sondern sie auch mit Stoffen begaben, welche Gesicht und Kleidern nicht gerade zum Schmucke gereichen. In der Nähe der Brutinsel steigert sich die Erregung zu scheinbar sinnlosem Wirrwarr, das Geschrei der einzelnen, zu tausendfach wiederholtem, sinnbethörendem Lärm.

Noch ehe das Boot gelandet, sind die zum Besuche ihrer Weibchen zugegen gewesenen männlichen Eidervögel dem Strande zugewatschelt und schwimmen jetzt unter warnendem „Ahua, Ahua“ auf das Meer hinaus. Ihnen folgen Schopfscharben oder Kormorane und Säger, wogegen Austernfischer, Regenpfeifer, Teisten, Eidervögel, Möven und Seeschwalben, sowie die etwa vorhandenen Felsenpieper und Bachstelzen sich nicht entschließen können, das Eiland zu verlassen. Aber die Laufvögel rennen, wie vom bösen Feinde getrieben, zahllos am Strande auf und ab; die Teisten, welche geneigte Felsblöcke rutschend erklommen hatten, ducken sich [171] platt auf ihnen nieder und starren verwundert den Fremdling an; die Eiderenten bereiten sich vor, um im geeigneten Augenblicke in ihrer Weise sich unsichtbar zu machen.

Das Boot landet. Man betritt den Holm. Tausende von Stimmen kreischen gleichzeitig auf; die aus fliegenden Vögeln bestehende Wolke verdichtet sich bis zur Undurchsichtigkeit; Hunderte von brütenden Möven erheben sich krächzend, um sich mit den fliegenden zu vereinigen; Dutzende von Austernfischern schreien auf, und das Gewirr der sich bewegenden, der Lärm der kreischenden Vögel wird so betäubend, daß man meint, des Blocksbergs Hexenwirrwarr mit leiblichen Sinnen wahrzunehmen.

Das Lärmen und Brausen, das Wirrsal der Gestalten und Töne ermüdet alle Sinne; es schwirrt und flimmert vor den Augen saust, und braust in den Ohren, daß man zuletzt weder Farbe noch Lärm mehr aufzufassen vermag und selbst den meist sehr eindringlichen Geruch nicht mehr empfindet. Wohin man sich auch wenden mag, auf der ganzen Insel umhüllt einen die erwähnte Wolke; wohin man schaut, nichts anderes sieht man vor sich als Vögel, und wenn Tausende zur Ruhe sich niederließen, haben andere Tausende sich erhoben, und ihre Sorge, ihre Angst um die Brut läßt sie die eigene Ohnmacht vergessen und ermuthigt sie zu zwar ungefährlicher, dem Vordringen aber doch hinderlicher Abwehr.

Wesentlich verschieden von dem doch recht harmlosen Treiben auf den Eiderholmen ist das Bild, welches eine mit Silber-, Herings- oder Mantelmöven besetzte Insel zeigt. Auch diese Vögel scharen sich, um zu brüten, auf bestimmten Inseln, Hunderte von Paaren zu anderen Hunderten, so daß solche Inseln unter Umständen von drei- bis fünftausend Paaren bevölkert werden können. Die großen, blendend weiß und hell- oder dunkelgrau gefärbten Gestalten heben sich wundervoll ab von der ganzen Umgebung, und ihre Bewegungen entbehren durchaus nicht der Anmuth, welche alle Möven auszeichnet. Aber sie, die starken, kräftigen und raublustigen Vögel, sind zwar gesellige, nicht jedoch friedfertige Nachbarn. Kein Glied solcher Ansiedelung traut dem andern. Jedes einzelne Paar lebt für sich, grenzt sich ein bestimmtes Brutgebiet ab, wie gering der Durchmesser desselben auch sein mag, duldet innerhalb dieses Gebietes kein anderes Paar und verläßt das Nest nie gleichzeitig, eilt auch, sobald es durch einen gemeinsamen, übermächtigen Feind aufgestört wurde, so schnell als möglich zum Neste zurück, um dieses gegen die eigenen Artgenossen zu sichern.

Minder geräuschvoll, aber keineswegs weniger großartig ist das Leben auf den eigentlichen Vogelbergen, da wo Alken, Lummen und Lunde brüten.

Im Norden der Lofodengruppe liegen, einige dreihundert Meter von dem Strande entfernt, drei glockenförmige Felseneilande, die Nyken, welche schroff und steil dem Meere entsteigen, sich etwa hundert Meter über dessen Spiegel erheben und ringsum mit einem Kranze kleiner Schären umlagert sind. Einer dieser Felsenkegel ist ein Vogelberg, wie er in seiner Art großartiger kaum gedacht werden kann.

Es war an einem wundervollen Sommertage, als wir uns anschickten, ihn zu besuchen, das Meer glatt und ruhig wie selten, der Himmel klar und blau, die Luft warm und angenehm. Zwischen zahllosen Schären hindurch ruderten kräftige Normannen unser leichtes Boot. Wohin das Auge blickte, traf es auf Vögel. Fast jeder Stein, welcher über die Meeresfläche emporragte, zeigte sich belebt. Reihenweise geordnet, wie aufgestellte Soldaten, saßen sie zu zehn, zu zwanzig, zu Hunderten in den seltsamsten Stellungen, die langen Hälse gedehnt und gereckt, die Flügel ausgebreitet, um jedem Theile ihres Leibes die Wohlthat der Besonnung zu verschaffen, mit ihnen fächelnd, als wollten sie sich gegenseitig Kühlung zuwehen, aufmerksamen Auges nach allen Seiten spähend. Unter krächzendem Schreien stürzten sie sich bei unserer Annäherung in plumper Weise in das Meer hinab, nunmehr schwimmend und tauchend, aller Annäherungsversuche unsererseits spottend. Andere Schären waren bedeckt von Möven, immer von Hunderten und Tausenden einer Art. Um andere Felseneilande hatten die blendenden Eiderenten, vielleicht bereits gerupfte Männchen, sich geschart und stellenweise einen Kranz gebildet, vergleichbar großen, weißen Wasserrosen unserer stillen Süßgewässer. In den nicht allzutiefen Sunden sah man fischende Säger und Seetaucher, von denen der eine oder der andere dann und wann auch, wohl seinen weithin gellenden Schrei zum besten gab, einen Ruf so lang ausgezogen und so vielfach vertönt, daß man ihn als Gesang bezeichnen könnte.

Stolz wie ein Fürst auf seinem Throne saß hier und da ein Seeadler, der Schrecken aller gefiederten Wesen des Meeres, vielleicht auch eine ganze Gesellschaft beutesatter Räuber dieser Art; pfeilschnell durcheilte, sein meilenweites Gebiet der Jagdfalke, welcher an einer der steilen Felsenwände seinen Horst gegründet; gaukelnde Sturm- und Mantelmöven, fischende Seeschwalben zogen auf und nieder, Austernfischer begrüßten uns mit ihren trillernden Rufen, Alken und Lummen erschienen und verschwanden auf- und niedertauchend rings um uns her.

Unter solcher Gesellschaft zogen wir weiter. Nachdem wir etwa zehn Seemeilen zurückgelegt hatten, gelangten wir in den Schwarmbereich der Nyken. Wohin wir unsere Blicke wandten, allüberall sahen wir einige der zeitweiligen Bewohner des Berges, im Meere fischend, tauchend, durch unser Boot erschreckt auffliegend und so hart über dem Wasser wegziehend, daß die brennendrothen Ruderfüße den Saum der Wellen schlugen. Endlich, nachdem wir einen vorspringenden Felsenkamm umrudert hatten, lag die erste Nyke vor uns. Im Meere ringsum traf das Auge auf schwarze, an dem Fuße des Berges auf weiße Punkte. Jene zeigten sich ohne Ordnung und Regel, diese meist in Reihen oder scharfumgrenzten Trupps; es waren die schwimmenden, mit Kopf, Hals und Nacken über die Oberfläche emporragenden und die auf dem Berge sitzenden, mit der weißen Brust dem Meere zugekehrten Alken, welche wir sahen, viele Tausende, doch nicht, wie man uns gesagt, Millionen.

Nachdem wir an der Insel gelandet, sprangen wir an einer von der Brandung nicht allzu arg umtobten Stelle auf den Fels und kletterten nun rasch bis zu der Torfschaube empor, welche die ganze Nyke bis auf wenige durchbrechende und zu Tage tretende Zacken, Vorsprünge und Winkel überdeckt. Hier fanden wir zunächst, daß die Torfrinde überall mit Bruthöhlen, nach Art unserer Kaninchenröhren, durchlöchert, daß nicht ein einziges tischgroßes Plätzchen auf dem ganzen Berge ohne die Mündung einer solchen Röhre war.

In Schraubenlinien schritten wir, mehr kletternd als gehend, zum Gipfel des Berges empor. Unter unseren Tritten zitterte die unterwühlte Torfschicht. Und hervor aus allen Höhlen lugten, krochen, rutschten, flogen Vögel, mehr als taubengroße, oberseits schieferfarbene, auf Brust und Bauch blendend weiße Vögel, mit phantastischen Schnäbeln und Gesichtern, kurzen schmalen, spitzigen Flügeln und stummelhaften Schwänzchen. Aus allen Löchern erschienen sie, aus Ritzen und Spalten des Gesteines nicht minder. Wohin man blickte, nichts anderes mehr als Vögel sah das Auge, und leises, dröhnendes Knarren, das vereinigte schwache Geschrei der Vögel, traf das Ohr. Jeder Schritt weiter entlockte neue Scharen dem Bauche der Erde. Von dem Berge herab nach dem Meere begann es zu fliegen; von dem Meere nach dem Berge hinauf schwärmten bereits unzählbare Massen. Aus den Dutzenden waren Hunderte, aus den Hunderten Tausende geworden, und Hunderttausende entwuchsen fortwährend der braungrünen Erde.

Je weiter wir kamen, um so großartiger gestaltete sich das Schauspiel. Es wimmelte, schwirrte, rauschte, tänzelte, flog, kroch um uns herum, daß uns fast die Sinne vergingen, daß das Auge den Dienst versagte, daß die erprobte Fertigkeit selbst den Schützen, welcher versuchte, unter den Tausenden aufs Gerathewohl Beute zu gewinnen, im Stiche ließ. Betäubt, kaum unser selbst noch bewußt, schritten wir weiter, bis wir endlich den Gipfel des Berges erklommen hatten. Auch hier wimmelte und schwirrte es; auch hier umlagerte die aus Vögeln gebildete Wolke uns so dicht, daß wir das Meer unter uns nur wie im Dämmerlichte, unklar und unbestimmt, vor uns liegen sahen. Erst ein Jagdfalkenpaar, welches in einer der benachbarten Felsenwände horstete, veränderte plötzlich das wunderbare Schauspiel. Vor uns hatten die Alken, Lummen und Lunde sich nicht gefürchtet; beim Erscheinen ihrer wohlbekannten und unabwendbaren Feinde aber stürzte die dichte Wolle wie auf den Befehl eines Zauberers mit einem Schlage herab auf das Meer, und klar und frei wurde der Blick. Zahllose dunkle Punkte, die Köpfe der im Meere schwimmenden Vögel, welche sich deutlich von dem Wasser abhoben, unterbrachen die blaugrüne Färbung der Wogen. Ihre Menge war so groß, daß wir von der Spitze des über hundert Meter hohen Berges aus nicht entdecken konnten, wo der Schwarm endete. Um nur einigermaßen zu schätzen, zu rechnen, nahm ich mir ein kleines Viereck ins Auge und begann, die Punkte in ihm zu zählen. Es waren ihrer mehr als [172] hundert. Ich setzte in Gedanken rasch ähnliche Vierecke aneinander und kam in die Tausende. Aber ich hätte viele Tausende solcher Vierecke bilden können und den von Vögeln bedeckten Raum noch nicht erschöpft. Die Millionen, von denen man gesprochen, waren vorhanden. Nur auf Augenblicke bot sich das Bild scheinbarer Ruhe unseren Blicken dar. Bald begannen die Vögel wieder aufwärts zu fliegen, und wie vorher entstiegen Hunderttausende zu gleicher Zeit dem flüssigen Elemente, um zum Berge empor zu klettern; wie vorher bildete sich die Wolke um ihn, wie vorher verwirrten sich unsere Sinne. Unfähig, noch zu sehen, betäubt durch das unbeschreibliche Geräusch um mich her, warf ich mich auf den Boden nieder, und von allen Seiten herbei strömten die Vögel. Um mich her ließen sie sich nieder; mit Staunen betrachteten sie die fremde Gestalt; tänzelnden Ganges näherten sie sich mir bis auf so geringe Entfernung, daß ich nach ihnen zu greifen versuchte. Die Schönheit, der Reiz des Lebens zeigte sich in jeder Bewegung der absonderlichen Vögel. Mit Erstaunen sah ich, wie steif und kalt auch die besten Abbildungen sind; denn ich bemerkte eine Regsamkeit und eine Lebhaftigkeit in den wundersamen Gestalten, welche ich ihnen nicht zugetraut hätte. Nicht einen Augenblick saßen sie ruhig, bewegten mindestens Kopf und Hals fort und fort nach allen Seiten hin, und ihre Umrisse gewannen wahrhaft künstlerische Linien.

Achtzehn Stunden verweilte ich auf diesem Vogelberge, um das Leben der Alken kennen zu lernen. Als die Mitternachtssonne groß und blutig roth am Himmel stand und ihr rosiges Licht auch auf die Wände unseres Berges warf, trat die Ruhe ein, welche die Mitternacht auch im hohen Norden zu bringen pflegt. Das Meer um die Berge herum war leer geworden; alle die Vögel, welche bis dahin in ihm gefischt und getaucht, waren zum Berge aufgeflogen. Hier saßen sie jetzt, wo sie ein Plätzchen zum Sitzen fanden, in langen Reihen, lange, blendendweiße Linien bildend. Ihr „Arr“ und „Err“, welches trotz der Schwäche der einzelnen Stimmen unsere Ohren betäubt hatte, war verklungen, und nur die Brandung, welche sich unten am Felsen brach, rauschte und tönte noch zu uns herauf.

Nicht die Massenhaftigkeit des Auftretens allein ist es, durch welche die Alken fesseln; auch ihr Leben und Treiben bietet des Anziehenden viel. Ihre geselligen Tugenden erreichen während der Brutzeit eine unvergleichliche Höhe.

Um die Osterzeit etwa ziehen alle, mehr schwimmend als fliegend, dem Berge zu. Nun aber giebt es auch unter den Alken mehr Männchen als Weibchen, und nicht jedes der ersteren ist so glücklich, eine Gattin zu erringen. Die beklagenswerthen Wesen, welche wir, ins Menschliche übersetzt, als Hagestolze bezeichnen, wandern ebenso gut wie die glücklichen, unterwegs kosenden und tändelnden Paare dem Berge zu, fliegen mit ihnen zur Höhe hinauf und ziehen mit ihnen zur Jagd auf das benachbarte Meer hinaus. Die Paare beginnen, sobald die Witterung es gestattet, ihre alten Höhlen neu herzurichten, sie auszuräumen, zu vertiefen, ihre Kammer zu vergrößern, erforderlichenfalls auch eine neue Brutstätte auszugraben, und sobald dies geschehen, legt das Weibchen auf den nackten Boden der am hinteren Ende ausgewölbten Brutkammer sein einziges, aber sehr großes, kreiselförmiges, buntgetüpfeltes Ei und beginnt, nun abwechselnd mit dem Männchen zu brüten. Für die armen Junggesellen, bricht damit eine traurige Zeit an. So helfen sie sich denn, indem sie glücklichen Paaren zu Hausfreunden sich aufdrängen. Wenn in den Stunden um Mitternacht im Neste das Weibchen brütet und außen vor demselben das Männchen sitzt, gesellen sie sich letzterem, und wenn das Männchen die im Meere fischende Gattin ablöst, halten sie außen Wache, wie vorhin das rechtmäßige Männchen es that. Wenn aber beide Eltern gleichzeitig ins Meer hinabfliegen, beeilen sie sich, wenigstens einigen Lohn für ihre Treue zu ernten. Ohne Zögern rutschen sie in das Innere der Höhle und Wärmen inzwischen das verlassene Ei. Diese selbstlose Hingebung hat eine Folge, um welche wir Menschen die Alken beneiden könnten: auf den Bergen, welche diese Vögel bewohnen, giebt es kein Waisenkind. Sollte der Gatte eines Paares verunglücken, so bietet sich der Witwe augenblicklich Ersatz, und sollte der seltenere Fall eintreten, daß beide Nestinhaber, beide Eltern eines Jungen zu gleicher Zeit ihr Lehen verlören, so sind die gutmüthigen Ueberzähligen sofort bereit, das Ei vollends auszubrüten, das Junge zu erziehen.

Letzteres unterscheidet sich wesentlich von dem der Enten und Möven. Es ist nicht Nestflüchter, sondern Nesthocker. In dichtem, graulichem Dunenkleide entschlüpft es der Eihülle, in welcher es zum Leben erwachte, muß aber nun noch wochenlang in seiner Höhle verweilen, bevor es im stande ist, den ersten Ausflug zum Meere zu wagen. Dieser Ausflug ist, wie zahllose Leichen auf den Klippen am Fuße der Berge beweisen, stets ein gewagtes und Gefahr bringendes Unternehmen. Geführt von beiden Eltern, ängstlich die noch ungeübten Beine, kaum minder besorgt die eben erst zur Entwickelung gelangten Schwingen gebrauchend, folgt das Junge seinen Erziehern, welche es nach und nach bergabwärts oder doch zu einer Stelle geleiten, von welcher aus der Absprung in das Meer möglichst gefahrlos erfolgen kann. Auf solchem Vorsprunge verharren beide Eltern und das Kind oft längere Zeit, bevor es ersteren gelingt, das letztere zum Sprunge zu vermögen. Der Vater wie die Mutter reden förmlich zu; das sonst wie alle Vogeljungen gehorsame Kind achtet nicht ihrer Zurufe. Der Vater entschließt sich, vor den Augen des zögernden Sprossen hinabzustürzen in das Meer; der unerfahrene Sprößling bleibt sitzen. Neue Versuche, neues Zureden, förmliches Drängen. Da endlich wagt er den gewaltigen Sprung, stürzt wie ein fallender Stein, tief in das Meer hinab, arbeitet sich, unbewußt dem Triebe gehorchend, wieder zur Oberfläche empor, schaut um sich, blickt über das unendliche Meer und ist ein Seevögel geworden, welcher fortan keine Gefahr mehr scheut.

Wiederum verschieden ist das Leben und Treiben auf denjenigen Vogelbergen, welche von der Stummelmöve zu Brutplätzen gewählt werden. Ein solcher Berg ist das Vorgebirge Swärtholm, hoch oben im Norden zwischen dem Laxen- und Porsangerfjord unweit des Nordkaps. Ein liebenswürdiger Normann, der Führer des Postdampfschiffes, welches mich trug, erfüllte gern meine Bitte, an dem Brutorte vorüberzufahren. Schon in einer Entfernung von sechs bis acht Seemeilen überholten uns fortwährend Flüge von dreißig bis hundert, zuweilen auch zweihundert Stummelmöven, welche sämmtlich dem Nistplatze zuflogen. Je näher wir Swärtholm kamen, um so rascher folgten sich diese Flüge, und um so zahlreicher waren sie. Endlich zeigte dem Auge sich das Vorgebirge, eine fast senkrecht in das Meer abfallende, von unzähligen Höhlen durchbrochene Felsenwand von etwa achthundert Metern Länge und anderthalb bis zweihundert Metern Höhe. Aus werter Ferne erschien sie grau; mit Hilfe des Fernrohres konnte man eine unzählige Menge von weißen Pünktchen und Linien unterscheiden. Es sah aus, als ob eine riesige Schiefertafel von einem scherzenden Riesenkinde mit allerlei Zeichnungen bekritzelt worden wäre. Es waren die brütenden oder in den Nestern sitzenden Möven.

Unser Schiff schreckte, hart an dem Felsen dahinfahrend, einen Theil der Möven auf, und nun gestaltete sich vor meinen Augen ein ähnliches Bild, wie ich es auf vielen Eiderholmen und anderen Möveninseln gesehen. Da donnerte der Hall eines von meinem Freunde gelösten Geschützes gegen die Felsenwand. Wie wenn ein tosender Wintersturm durch die Luft zieht und schneeschwangere Wolken aneinander schlägt, bis sie, in Flocken zertheilt, sich herniedersenken, so schneite es jetzt von oben lebendige Vögel herunter. Man sah weder den Berg noch den Himmel, sondern nur ein Wirrsal ohnegleichen. Eine dichte Wolke verhüllte den ganzen Gesichtskreis. Die Wolke senkte sich endlich auf das Meer hernieder, die bisher von ihr umnebelten Umrisse von Swärtholm traten wieder hervor, und ein neues Schauspiel fesselte die Blicke. An den Felsenwänden schienen noch eben so viele Möven zu sitzen wie vorher. Und Tausende flogen noch ab und zu. Und als ein zweiter Donner neue Scharen aufscheuchte, schneite es zum zweiten Male Vögel auf das Meer herab, und immer noch war die Wand bedeckt mit andern Hunderttausenden. Auf dem Meere aber, soweit wir es überschauen konnten, lagen, leichten Schaumballen vergleichbar, die Möven und schaukelten mit den Wogen auf und nieder. Und als wäre es noch nicht genug des Zaubers, goß plötzlich die auf kurze Zeit verhüllte Mitternachtssonne ihr rosiges Licht über Vorgebirge und Meer und Vögel, beleuchtete alle Wellenkämme, als ob ein goldenes, weitmaschiges Netz über das Meer geworfen wäre, und ließ die ebenfalls rosig überstrahlten blendenden Möven nur um so leuchtender erscheinen.