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Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Ueber Teppichgärtnerei
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 35
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[035] Ueber Teppichgärtnerei. Die zahlreichen Freunde der schönen Gartenkunst machen wir auf ein treffliches, mit zweckentsprechenden und anmuthenden Illustrationen versehenes Werk aufmerksam. „Die Gartenkunst und Gärten sonst und jetzt“ von H. Jäger (Berlin, Paul Parey). Da kann man das Nähere nachlesen über die Geschichte der Gartenkunst, über chinesische und römische Gärten, über Gärten im französischen und englischen Stil. Der letzte Hauptabschnitt ist den europäischen Gärten der Neuzeit gewidmet und enthält eine Menge durch Bilder erläuterte Schilderungen und treffende Bemerkungen. Ueber die Teppichgärten, die neuerdings so beliebt sind, sagt der Verfasser: „Leider hat das Bestreben nach gärtnerischem Schmuck der Umgebung der Wohnung vielfach zu Geschmacksverirrungen geführt, welche sich besonders als künstliche Teppichgärten darstellen. Nicht daß dieselben an sich selbst unschön genannt werden könnten, denn das sind sie nicht, und vor ansehnlichen Gebäuden sind sie meistens sehr wohl angebracht; es ist nur die Art der Ausführung zu tadeln. Man wendet oft allzu künstliche Figuren an, Blumenstücke mit zahllosen Abtheilungen, eigentliche Mosaikblumenbeete, welche nie zur rechten Geltung kommen können, weil das Material der Blumen nicht dazu geeignet ist. Viele jetzige Gärtner wollen aber aus Blumen und Pflanzen unmögliche Formen darstellen. Einfache, symmetrisch geformte und angeordnete Blumenstücke verfehlen nie einen günstigen Eindruck und wirken mehr als künstliche Mosaikblumenbeete. Die Abtheilungen dürfen nie zu klein und in einander geschoben und verschlungen sein, damit die Farben kräftig wirken können. Diese Einfachheit erleichtert auch die Arbeit des Gärtners und wirkt kräftig in der Ferne. Ein Fortschritt in der Teppichgärtnerei ist die Erfindung der plastischen oder Hügelbeete. Aus einem gewöhnlich runden ebenen Beete erheben sich mehr oder weniger die Flügel als schmale abgerundete Stücke so hoch, daß sie das Gefäß der die Mitte bildenden Pflanze decken. Hierbei kommt Alles darauf an, daß die geeigneten niedrigen Pflanzen in harmonirenden Farben gewählt werden. Blühende Pflanzen sind kaum dabei brauchbar. Solche erhabene Beete, in Teppichgärten vertheilt, vermehren die Abwechslung und verhindern die Eintönigkeit. Leider hat die Einführung dieser plastischen Blumenbeete schon zu schlimmen Geschmacklosigkeiten geführt, am meisten in Nordamerika. Im Southpark in Chicago haben die Gärtner Beete angelegt, welche die Köpfe zweier verstorbener Präsidenten darstellen, ferner Pyramiden von zwei Metern Höhe und ähnliche Dinge. Auch die Italiener haben sich arg vergangen. So sieht man in einer Villa am Comosee eine Gruppe von Teppichbeeten, welche einen Vulkan darstellen sollen, dessen Lavaströme von feuerrothen Pflanzen gebildet werden.“