Topographia Saxoniae Inferioris:Voerden

Topographia Germaniae
Voerden (heute: Bremervörde)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1653, S. 233–234.
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Voerden / Vorda,

Ins gemein Bremer Verden genant / ein stattliches / mit einem Wassergraben vmbgebenes / auch mit einem hohen Wall bevestigtes / vnd in der ebne gelegenes Schloß / vnnd dabey ein weyland grosser Fleck / so aber / in den newlichsten Jahren / zu einem Stättlein gemacht worden seyn mag; weilen / in den letztern Zeiten hero / solcher ein Stättlein genant / vnd geschrieben wird. Das Wässerlein allda wird / von theils / Ost / vom Ubbone Emmio aber / Gesta geheissen. Ligt zwischen Bremen / vnd Staden / vnd von dem ersten Ort 7. von dem andern aber 3. Meilen / vnd nicht sonders weit von der Bischofflichen Statt Verden. Hertzog Luder zu Sachsen hat dieses Schloß anfänglich gebawet; wie Crantzius in Vandalia lib. 3. cap. 17. bezeuget. Es war solches folgends beym Ertzstifft Bremen / vnd da es davon kam / machten die beede Stätte / Bremen / vnd Staden / Anno 1310. eine Bündnuß / solches wieder zu überkommen: Ist auch hernach der Ertzbischöffe zu Bremen gewohnliche Residentz gewesen / so Anno 1547. die von Bremen ihrem Ertzbischoff abgewonnen / vnd Er hernach / viel Zeit / solche Vestung wieder zu erobern / hat haben müssen. In dem nechsten Teutschen Krieg / haben die Keyserischen diesen Ort ein Zeitlang innen gehabt: aber Anno 1632. eroberte der Herr Ertzbischoff / Johann Friderich / mit Hülff der Schweden / vnter dem Obersten Dumeny / solch sein Residentz Hauß Vörden wieder; wie auch Ottersberg; Buxtehude aber belagerte der Schwedische Feld Marschall Ako Tott / vnd eroberte es mit Accord: Auß dem Bremischen Stättlein Freyburg / wurden 250. Dänische / von den Ertzbischöfflichen / gestäubert/ so Ihnen die Keyserischen eingeraumt hatten; welche Ort aber / sampt Stade / nach etlichen Jahren / von den Schwedischen / deß Hochgedachten Ertzbischoffs Herrn Successori, Friderico, vnd dem Ertzstifft / wieder überlassen worden. Als aber hernach sich Strittigkeit / zwischen Ihnen / erhebt; [234] so kam Verden Anno 45. den 6. 16. Martij / wieder an die Schwedischen; ferners / noch in diesem Jahr mit List / an die Ertzbischoffliche; vnd das folgende 46. Jahr / den 6. Aprilis / abermals an die Schwedischen. Der Ober Befelchhaber darinn / hielt sich lang: ließ das Stättlein dabey außplündern / allen Vorrath darauß / auff das Schloß / bringen / vnd bey Ankunfft der Schwedischen / Fewer in das Stättlein schiessen / darüber die helffte dessen / sampt der Kirchen abgebrant: Er hatte auch vorher / durch einen Abschnitt/ das Schloß / von dem Stättlein / abgesondert; wie damals berichtet worden ist. Der Zeit ist dieses Voerden / (sampt dem ganzen Erzistumb) in Schwedischen Handen; vnd / als ein Geschenck / von Königin Mayest. zu Schweden / Herrn Grav Carl Gustav Wrangeln / Graven zu Salmis / Freyherrn zu Schokloster / vnd Bremer-Vörde / Herrn zu Spieker / vnd Rostorp / etc. Königl. Schwedischen Reichs Rath / Reichs Vice Admiraln / General Feld Marschalln / vnd General Gubernatorn in Halland / etc. gehörig.