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Topographia Circuli Burgundici: Winoxbergen

Topographia Germaniae
Winoxbergen (heute: Sint-Winoksbergen, frz. Bergues)
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Werwyck
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 191–192.
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[191] Winoxbergen / Winociberga, Bergen zu S. Winock / Bergae S. Winoci. Diese in Teutsch / oder Flämisch Flandern / anderthalb Meilen von Duynkirchen / und 7. von Iperen gelegene Statt / so ins gemein / von dem auff einem Berge gelegnen Closter / zu S. Winock eigentlich geheissen / Winoxbergen / für Winokbergen genant wird / ist der Zeit sehr vest / wie die jetzige Krieg bezeugen. Aub. Miraeus, in Fastis Belgicis p. 652. sagt / daß der H. Abt Winocus Anno 717. gestorben seye / und daß im Jahr 1209. das obgedachte Closter Balduinus Barbarus, der Flandrische Graff erbaut habe / in welchem / wie er am 442. und 464. Blat berichtet / die Engelländische Jungfrau Levinna, oder Lewinna, ruhet / und in solchem auch deß H. Oswaldi, deß Engelländischen Königs und Märtyrers / Item der H. Jungfrauen Itisbergae, Gebeiner und Reliquien / auffbehalten werden. Es schreibet aber der sehr fleissige Flandrische Historicus, Jacobus Meyerus, lib. 4. Annalium, daß die Statt Bergium (dann also nennet ers) Anno 1123. den 5. Septembr. zusampt dem Closter deß heiligen VVinoci, verbronnen seye. Wird also langst zuvor ein Closter / sonders Zweifels / an dem Ort / wo solcher heilige Mann gestorben / gestanden / und die Statt vielleicht auch davon auffkommen / und folgends das abgebrandte Closter / durch den obgedachten Grafen / wieder auffs neu erbauet worden seyn. Anno 1558. haben die Frantzosen diese Statt erobert / außgeplündert / verbrandt / und zerstört. Anno 1582. eroberten sie die vereinigten Niederländer; Aber An. 1583. bekam sie Hertzog Alexander von Parma / und wieder Anno 1646. den 2. Augusti / die Frantzosen mit accord, als sie eine Zeit vorhero nichts darfür außgericht hatten. Sie hat ein Vitz- und Burggraffschafft / so über viel Dörffer zu gebieten. Man machet allhie viel Tuch / und eine grosse Menge Sajen / so an Zärte und Güte keinen Sarschen dieser Landschafft weichen thun. So ist das Land herumb sehr fruchtbar. In [192] dem neuisten Anno 1646. außgegangenen Guicciardino, wird fol. 144. also gesagt: Winociberga, Dominium et Vicecomitatus, celebris est Burggraviatu, annuis mense Octobri nundinis frequentatissimis. Ornatur Thoma Diacono, Monacho S. Winoci, qui illam oppidi Bergensis an. 1383. à Gallis direpti, incensique, et coenobii sui calamitatem, suamque captivitatem, scriptis publicavit. Docuit hîc in ludo literario Joannes Despauterius. Castellana Bergensis foecunda pecoris, butyrique sapidissimi, frugum, arborumque tàm pomiferarum, quàm lignationi aptarum, et Agniona, ejusque emissario Colma, ac Oceano affluente commoda, et 33. pagos continet, interque eos Houtkercam, cujus comitem se inscribit nobilissima Gens Hoornia Gasebecia; Wormhoutum, amplitudine, et D. Winoci, qui primam illic cellam, sibi, sociisque, ex D. Bertini consilio extruxit, olim Abbatia, nunc Praepositura, clarum, quo nomine non exigua ejus pagi portio ad D. Winoci Abbatem spectat, in templi vicinia.