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Topographia Germaniae
Venlo
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 90.
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[90] Venlo / Venloo / Venloa, Venlona. Ist ein Geldrische ins Quartier Ruermund / und dem König in Spanien gehörige Stadt / so von den benachbarten Pfützen den Namen hat. Dann Veen oder Vehen / ist so viel als ein sumpffiger Ort. Ist sehr vest / und an der Maase gelegen / darinn grosse Kauffmannschafft getrieben wird; wie sie dann ein Hansee-Stadt ist. Käyser Carl der Fünffte hat sich allhie An. 1543. mit dem Hertzoge von Gülch und Cleve verglichen / und kam damalen das Hertzogthumb Geldern / sampt der Graffschafft Zutphen völlig ans Hauß Oesterreich. Sie war ein zeitlang unter den vereinigten Staaden / aber Anno 1586. kam sie wieder in deß Königs von Hispania Gewalt. Anno 88. seyn auff das wenigste zwey Drittheil dieser Stadt abgebronnen / als man die neue Feurballen probieren wolte / dem Hertzogen von Cleve ein Belustigung zu machen; weilen einer von Venlo sie neulich erfunden hatte. Den 3. Junii Anno 1632. bekamen sie die Herren Staaden wieder: Aber Anno 1637. im Augusto / haben sie die Spanier abermals mit Accord erobert / nachdem sie zuvor die Vestung Limburg nahend dabey gelegen / eingenommen hatten. Und belagerten die Staadischen hernach Anno 1646. im Septembri / Venlo vergebens. Die Ursach / warumb kein rechter Ernst da gebraucht / und die Vestung auff der Brabantischen Seiten nicht umbschantzt worden / ward zum Theil dem steten Regenwetter; zum Theil den Friedens-Tractaten mit Spanien / gegeben. Und war dieses deß Printzen Friedrich Heinrich letzter Zug / darüber er gleichwol nicht wenig Leuthe eingebüßt haben solle. Sie ist groß / ligt anderthalb Meilen von Stralen / und darvor eine Insel. Sihe was von ihr weitläuffig Johann Angelius à VVerdenhagen de Rebuspubl. Hanseat. part. 4. cap. 2. fol. 17. seq. Item Georgius Braun im Dritten seines Städtbuchs / und C. Ens, in delic. apod. per Germ. 144. schreiben.