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Topographia Circuli Burgundici: Teruana

Topographia Germaniae
Teruana (heute: Thérouanne)
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Trasegnie
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 214–215.
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[214] Teruana, Teravanna, Teroane, Terouenne, vorzeiten ein gewaltige Bischoffliche alte Stadt / der Morinorum, eines West-Flandrischen Volcks / (so von den Pfützen / welche sie Moeren nennen / und noch daselbst herumb gemein seyn / also genannt worden /) Haupt; Derentwegen vor diesem viel Streits gewesen; weil die Frantzosen diese Stadt nach Boulogne; die Niederländer aber nach Artois gezogen. König Heinrich der Achte / in Engelland / Käyser Maximilian deß Ersten / und seines Enick Sohns Caroli / hernach Römischen Käysers / Bundsgenoß wider Franckreich / hat sie Anno 1513. belagert / erobert / und der Mauren beraubet; und hernach Anno 1553. höchstgedachter Käyser Carl solche auch den 20. Junii / mit Sturm erobert / geplündert / angezündet / und gantz geschleiffet / und also diesen öden Platz / den Frantzosen / mit dem Beding gelassen / daß derselbe nimmermehr solte mit Mauren umbgeben werden. So viel aber das Bistumb alda / so Anno 531. gestifftet worden / anbelangt / so seynd folgends desselben Einkommen in gleiche zween Theil / zwischen den Frantzosen / und Niederländern / getheilet worden / also / daß der Frantzösische Theil dem Bistumb zu Bononia, [215] oder Boulogne, der Niederländische aber zum Theil dem Bisthumb Ipern / zum Theil dem Bisthumb S. Omar zukommen. Und dieser Ursachen halber / haben wir / nach dem Exempel deß Guicciardini, P. Bertii, und anderer / dieser weiland uralten / dem Ptolomaeo, und Antonino, bekanten / und 3. Meilen von S. Omar / am Fluß Lisa gelegnen / und zerstörten Stadt / unter den Orten der Graffschafft Artois gedencken wollen; wiewol der Platz / da sie vorhin gestanden / jetzt der Cron Franckreich undisputirlich / zur Graffschafft Boulogne gehörig ist.