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Topographia Germaniae
Lens
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 209–210.
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[209] Lens / Lendium, Lensium, Städtlein in Artois / oder Artesia 4. (al. 5.) Meilen von Atrecht / und auch so viel von Douay, und Bassee aber zwo und ein halbe Meilen gelegen. Hat ein grosses Gebiet / und viel benachbarte Orth unter sich. Im Städtlein ist ein Stifft von 12. Chor-Herren / und einem Dechant / seythero deß 1028. Jahrs / deren Patronus S. Vulganius der Beichtiger ist. Es hat auch da ein Franciscaner Kloster / so unter die ältiste dieses Ordens in Niderland gezehlet wird / welche seyn / dieses zu Lens / das zu Atrecht / und das zu Valensin / als die zun Zeiten deß H. Pacifici, ersten Franciscaner Provincials in Franckreich / erbauet worden; der auch in diesem Kloster zu Lens gestorben / und begraben worden ist. Anno 1557. haben die Frantzosen dieses Städtlein zerstöret; so sich aber wieder erholt hat. Bey diesen Kriegszeiten habens die Frantzosen auch eingenommen; aber Don Francesco di Melo, hat es mit seinem Spanischen Volck Anno 1642. im Frühling durch Accord wieder erobert. Anno 1645. bekamen diesen Orth die Frantzosen / wiewol sie das vorige Jahr allda nichts außrichteten / ob sie wol allbereit auff den Wällen gewessen. Anno 47. ergab derselbe sich dem Ertz Hertzog Leopald Wilh. im Jun. den 18. 28. Sept. 1647. haben sich die Frantzosen deß vesten Städtlein Lens wieder bemeistert / doch nach zimlichen Verlust; wie dann darüber der Frantzös. Mareschall von Gassion geschossen worden / daß er davon hernach zu Atrecht gestorben. Seine Brüder waren der Herr von Bergere, der den 19. 29. Octobr. zu Pariß plötzlich todts verblichen; und der Apt / und definirte Bischoff von Oleron; wie in dem Tomo 6. Theatri Europaei stehet. Der Italianische Graff Gualdus schreibet / es sey dieser Gassion, deß andern Praesidenten in dem Parlament zu Pau, jetzt zu Navarra / deß Herren Jacob Gassions, Sohn gewesen. Er habe sich in deß Königs auß Schweden Dienste begeben / der denselben / innerhalb 6. Monat / zu einem Obristen gemacht. Nach des Königs tode / sey er bey Hertzog Bernharden von Sachsen geblieben / mit dem er wieder nach Franckreich gezogen. Nach dem er aber von ihme abgeschieden / hab er sich unter dem Mareschallen von Force in Lothringen / brauchen lassen. Folgends sey er noch immer dem Krieg nachgezogen / also / daß man sagen könne / er habe vom 16. Jahr an seines Alters / biß in das 38. (in dessen Anfang / und zwar den 2. Octobris / N. Calend. deß besagten 47. Jahrs / als er in der obgedachten Belägerung Lens / mit einer Mußqueten getroffen worden / Er zu [210] gemeltem Arras gestorben) keine andere / als die Kriegsübung gehabt habe; und daß auff selbigem Tag / Franckreich wol habe sprechen mögen / daß es einen der allerhertzhafftigsten und versuchtesten Kriegsleuthe dieser Zeit / verlohren; welches dieses noch besser hätte sagen können / wann Er / der Gassion, unter so grossen Gnaden der Natur / auch die der wahren Religion gehabt hätte; wie gedachter welsche Graff redet; gleichwohl nichts desto weniger schreibet / daß ihn gantz Franckreich durchgehends beklagt habe. Rel. Vern. Franc. de Anno 1648. Ludovicus Guicciardinus sagt / daß Currerium, ein Ort / so seine Freyheiten und Jahrmärckt habe / fast gar an Lens gelegen seye.