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Topographia Germaniae
Floreu (heute: Floreffe)
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Gravemachern
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 231–232.
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[231] Floreu, ein sehr schönes Dorff in der Graffschafft Namur / vier Meilen von seiner Hauptstatt gelegen / gleich wie Vaseia drey / und Samsonia, an der Maas / zwo Meilen von Namur / und auch in solcher Graffschafft ligen thut / wie Guicciardinus berichtet / und sie alle drey unter die vornehmste Dörffer dieses Namischen Landes / nach Daue, setzen thut. Aubertus Miraeus in Fastis Belgicis, pag. 258. hat noch ein beruffenes Dorff in dieser Graffschafft und Bisthumb Namen / oder Namur / Gerpinia von ihme genannt / zwo Meilen von Walcourt gelegen / allda die H. Jungfrau Rolendis ruhet / bey deren Grab viel derjenigen / so an dem Stein / Kaltseich / und Därmgicht / Schmertzen leiden / gesund werden; wie zwar er berichtet. In dem 3. Theil deß Neuen Meterani, libr. 39. fol. 221. seqq. wird Graff Ernsts von Manßfeld Raise / mit seinem Kriegsvolck / Anno 1622. von Sedan ins Niederland / auff Yrson, Chapelle, Avesnes, Mariemont, Chimay, Beaumont, Mabuge, Marpont, die Abtey Bonne Esperance, und Chapelle auff der Landstraß nach Namur / beschrieben / und gesagt / daß er von dannen Bintz auff der lincken / Fontaine, auff der rechten Hand ligen lassen / und endlich gen Fleru kommen seye / vor welchem Orth er sich mit dem Don Cordua sieben Stund lang geschlagen / und einen blutigen Sieg / (in dem er so viel als Don Cordua, auch Hertzog Friederichen von Sachsen Weymar / einen Graffen von Ortenburg / und etliche Befelchshaber; Hertzog Christian von Braunschweig / Bischoff zu Halberstatt aber seinen lincken Arm verlohren) erhalten habe. Hernach sey er bey Welsch Waveren fürüber / und neben Thienen / Hasselt / und Postel / hin / biß in die lange Straß gezogen / dahin er den 2. Septembr. kommen / und allda von den entgegen geschickten Staatischen Reutern empfangen / und folgends / sampt seinem übrigen Volck in der Herren Staaten Dienst angenommen worden. Johann Heinrich Hagelganß / in Sächsis. Helden- und Heldinnen Baum / Anno 1646. zu Coburg getruckt / sagt / daß in der allhie gemeldten Schlacht / bey Floru / in Brabant / geschehen / Hertzog Friederich von Sachsen Weymar / über seinem Ritterlichen kämpffen / den 19. Aug. Anno 1622. drey Musquetenschüß in die Schenckel und zween Stösse mit der Picken / auff beyden seiten am Schlaff empfangen habe. Welcher hernach gen Weymar in Thüringen geführet / und in der Hauptkirchen allda begraben worden. Adolphus Brachlius [232] in Historia nostri temporis, schreibet von gemelter Schlacht lib. 2. also: Gonsalvus Corduba apud Floreacum (Fleru) haud procul Namurco, Anno 1622. Mansfeldium assequitur, et committere aciem cogit; sed aequo ferè Marte dicessum. Ob nun dieses Fleru / das obgedachte Floreu / oder ein anderer Ort seye / wird nicht gesagt.