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Topographia Circuli Burgundici: Dietenhofen

Topographia Germaniae
Dietenhofen (heute: Thionville)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 227–228.
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[227] Dietenhofen / Diedenhoben / Theonisvilla, Gall. Thionville, Theonville, Ein sehr vestes und berühmtes Luxemburgisches Stättlein / vier Frantzösisch Meilen von Metz / und vier von der Statt Luxemburg / an der Mosel / gelegen / so Regino Prumiensis, und andere alte Scribenten Theodonis villam nennen / welchen Nahmen man von einem Theodone, oder Theone, Dieten / herführen will / der allda einen Meyerhoff für die Bauersleut / und zum Feldbaw / auffgerichtet habe; wie dann die Gegend herumb sehr schön / eben / und gar fruchtbar ist; auch Wälde hat. Daher Käyser Carl der Grosse sich allhie gern auffgehalten / und einen Reichstag Anno 800. wie Bertelius schreibet / angestellt. Es gehet da über das Stättlein lustig / und wol erbawet. Martinus Bellajus Languaeus de Rebus Gallicis lib. 9. fol. 359. schreibet / daß Käyser Carl der Fünffte Anno 1542. im gantzen Hertzogthumb Luzenburg nur dieses einige Diettenhofen übrig gehabt habe; der auch nur acht tausent Schritt von Metz hieher rechnet / und daß dieser Ort schon zu deß Königs Francisci I. und seiner Zeit sehr vest gewesen / sagen thut. Es haben gleichwol denselben Anno 1558. die Frantzosen / unter ihrem General / dem Hertzog von Guise, erobert / aber bey dem folgends getroffenen Frieden dem König in Spanien restituirt. Anno 1639. hätten diese Vestung die Frantzosen gern wieder gehabt / seynd aber heßlich darüber geklopfft worden / und haben eine grosse Niederlag den 7. Junii N. Cal. erlitten. Sihe den 4. Tom. Theatr. Europ. fol. 52. seqq. Darauff Anno 1643. der Hertzog von Anguien / Ludovicus von Bourbon, anjetzo Printz von Conde, nach dem den 19. Maji. erhaltenen Sieg / bey Rocroy einer Frantzösischen / und auff den Frontieren von Ardenne / in einem flachen Feld / und auff einer Höhe gelegenen / und mit fünff Bollwercken / und einem halben Mond / bevestigten Statt / den 6. (16.) Junii wieder darfür kommen / und einen solchen Ernst gebrauchet / daß er diesen vesten Platz / nach dem der Gubernator / neben vielen hohen / und niedern Befelchshabern darinn umbkommen / den 10. Augusti / N. Calenders / mit Accord / oder durch Ubergab / erobert / und an die Cron Franckreich gebracht hat. Wie aber solche Vestung selbiges mahl in ihrem Wesen gewesen / davon mag man die Franckfurter HerbstRelation dieses 43. Jahrs / am 60. Blat / und von der Ubergab am 86. wie auch den Tom. 5. Theatri Europ. fol. 108. seq. 115. 123. seq. et 133. seqq. lesen. Und wird an gemeltem 108. Blat solche Vestung also beschrieben: Dieser / ob wol kleiner / jedoch sehr wol verwahrter Orth / in dem Hertzogthumb Lüzenburg gelegen / ist auff die Form eines halben Circuls erbawet / mit sechs schönen Bollwercken / und zwischen deren jeglichem mit einem halben Mond versehen; welcher halbe Circul von dem Moselstrom durchschnitten wird; vermittelst dessen die Statt sehr verstärckt / und wider seinen Feind trefflich verwahret ist. Beneben diesem / ist sie mit unterschiedlichen andern Ravelinen / und Abschnitten / nechst den Bollwercken / und absonderlich mit einem Real-Fort / an der Seiten nacher Lützelburg zu / ansehenlich versehen / sampt tieffen Gräben / mit vesten contr’Escarpes voll Wassers / so auß der Mosel herfleusst / und fast Picquen hoch stehet. Weil nun dieser so veste Platz nur 4. Stund gehens ohngefehr von Metz abgelegen / Ist er dannenher den [228] Frantzosen jederzeit (dem Sprichwort nach) ein Dorn in den Augen gewesen / etc. Die Fens kompt da in die Mosel. Es hat nicht weit von der Statt Berge / nemblich den Stoßberg / und S. Michels Berg. In der Statt seyn zu sehen die Pfarrkirch; Augustiner- und Capuciner Kirch; das Rahthauß; die alte Burg; die neue Burg / und deß Gubernators Hauß.