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Topographia Germaniae
Comin
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 167–168.
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[167] Comin / Cominè, Cominium, ein Marcktfleck / (nunmehr Stättlein /) und gar vestes Schloß / nicht weit von Messine / an dem Wasser Lis / in Teutsch Flandern gelegen / allda Philippus Cominaeus, Herr zu Argenton, der berühmbte Historicus, auß dem Adelichen Geschlecht deren von Cominè, oder Comines, und Augerius Gislenius, Herr zu Bußbeck / ein gelehrter / und vieler [168] Sprachen kundiger Mann / auch auß einem uhralten Adelichen Geschlecht in Flandern / gebohren worden seyn. Herr Georg von Halowin / Herr zu Halowin und Cominè, hat allhie ein sehr schöne / und mit vielen Büchern angefüllte Bibliothec zusammen gebracht; wie in dem newen Guicciardino stehet. Der H. Bischoff Chrysolius oder Chrysolus, ist allda / wegen der Christlichen Religion gemartert worden / der auch allda begraben ligt / in der S. Marien Stifftskirchen; von dannen man etliche Gebein nach Brugg in S. Donatiani Kirchen gebracht hat; wie Miraeus in Fastis Belgicis pag. 69. et 87. schreibet. Anno 1645. eroberten die Frantzosen das Schloß allhie; welches sie / wie auch das Stättlein / starck bevestiget hatten. In dem Tomo 5. Theatri Europaei stehet fol. 1185. b. das die Spanische Anno 1646. Comene mit stürmender Hand / fol. 1368. daß sie das Stättlein Comines Anno 47. erobert; und fol. 1382. daß die Statt Comene den 10. Maji Anno 47. sampt dem Castell sich an den ErtzHertzog auff Discretion ergeben habe. Wann nun man Comene, und Comine, für einen Ort hält / so müste folgen / wann die Spanischen ihn zweymahl / als Anno 46. und 47. wie oben gemeldt / erobert / daß darzwischen die Frantzosen ihn noch einmahl eingenommen hätten. In der Franckfurtischen Herbst-Relation deß 47. Jahrs stehet pag. 21. also: Comene ein schöne / und wolbevestigte Statt am Leyfluß / zwischen Meenen / und Warneton / (oder Wasten /) gelegen / daselbsten die Frantzosen das Schloß eine Zeit hero mit fünff halben Monden trefflich verwahret / deren jede seine contr’escarpe, Pallisaden / und besondern Graben hat / ward durch die Frantzosen den 1. (11.) Junii / auff Gnad und Ungnad / dem ErtzHertzog (Herrn Leopold Wilhelm) auffgeben.