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Topographia Germaniae
Breda
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Brüssel
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 42–44.
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[42] Breda. Ins gemein Bredaw / welche Statt in Campania Brabantica, oder in der Kempen 8. Meilen von Antorff / 6. von Hertzogenbusch / 6. von Bergen auff Som / 2. von Gertrudenberg / 5. von Tornhout / 2. von Sevenberg / 7. von Lier / und 20. von Brüssel / in einem guten ebnen fruchtbaren Korn- und Weinland / gelegen ist / auch umb sich her herliche Wälde hat. Petr. Divaeus lib. 1. rer. Brabant. cap. 8. in beschreibung derselben / sagt / daß Anno 1404. Joanna des Ioannis Herrens zu Leck / und Breda / eines Holländers / Tochter / dem Engelbrecht Graffen zu Nassau / juveni tum Germanorum nobilissimo, wie er ihn nennet / verheurathet worden / und dem Hauß Nassau den Zugang in Brabant geöffnet habe: Auß dieses Engelberti Nachkommen / hat folgends Graff Heinrich zu Nassau / mit sehr starcken Wällen auff allen seiten Breda bevestigt / zu welchen er An. 1534. hernach fünff sehr grosse Bollwerck gethan; zu denen / bey den innerlichen Niederländischen Kriegen / 9. Aussenwerck / und Schantzen / und bey allen Thoren halbe Monden kommen seyn: also daß man heutigs tags Breda under denen [T8] Seite:Topographia Circuli Burgundici (Merian) 061.jpg [43] Niederländischen Stätten / so wohl im Lande gelegen / für die allervesteste halten thut; wie Guicciardinus und Regnerus Vitellius Zirizaeus, in den Anmerckungen zu demselben / schreiben. Es lauffen zween Flüß in die Statt / darunter der gröste die Merck heisset. Hat ein herrliche grosse Kirch / darinnen stattliche Monumenten deß Hauses von Nassau zu sehen. Der Nassauische Pallast ist prächtig / so mehrers ein Castell zu nennen / weil er mit Wällen / und einem doppelten Wassergraben auffs beste versehen / darinn ein stattliches Zeughauß ist. Es gehören 17. Dorffschafften darzu; und begreiffe die Herrligkeit von Breda / oder die umbliegende Gegend / Steinbergen / Rosenthal / und Osterhoud. Allhie hat Printz Friderich Henrich von Oranien eine Fürsten-Schul und Collegium, so Nova Illustris Auriaca Schola, et Collegium Auriacum. genannt worden / gestifftet: von welchem Joan-Henricus Dauberus also schreibet. Est jam Bredana Schola ornata Professoribus omnium Facultatum, Artium et Linguarum, virtutis aedes, pietatis sacrarium, Iustitiae delubrum, Aesculapii fanum, Peripateticorum Stoa, Equestris pariter ac politicae virtutis Gymnasium. Habet etiam hortum botanicum, Bibliothecam, Theatrum Anatomicum. Summatim d. est Artis et Martis Schola, quam fundator blandâ filiae primogenitae appellatione salutavit, nempe Auriacam, J. Sincerus meldet in seinem Itiner. Galliae, daß zu Breda im Schloß ein Pferd zu sehen / so / wie ein Hirsch / Fuß und Schweiff gehabt / so in einem Tag von Breda nach Brüssel / und von dar wieder nach Breda hat lauffen können / wiewol diese zwey Orth 20. Meiln von einander gelegen. Es hat ingleichem einen Jagdhund überlauffen können. Besihe dieser Statt beschreibung auch im Sächsischen Raißbusch / so Herr Johann Wilhelm Neumeyer hat lassen außgehen / p. 290. seqq. Wie Anno 1581. diese Statt / von den Spanischen / mit grosser List und Verrätherey / eingenommen worden / davon ist Emanuel von Metern im 10. buch seiner Niederländischen Historien / und im 16. buch / wie Anno 1590. hernach / Graff Moritz von Nassau wieder mit List solche seine ErbStatt erobert / zu lesen: daselbsten unter anderm also stehet. In diesem 1590. Jahr den 4. Martii / wurde die Statt und Castel Breda / Graff Moritzen gehörig / mit sonderlicher List / vom Capitain Heraugiere / und Capitain Lambert Carol eingenommen / welche mit einem Schiffmann / der da pflegte das Dorff zum brennen ins Castel zu führen / einem accord traffen / daß er sie in das Untertheil deß Schiffs auff die 70e starck / legte / und allenthalben mit Dorff zudeckte; da sie dann deß Nachts außgestiegen / und die Guarnison im Castel überwältiget haben. Sie hatten das Glück / daß / als das Schiff besucht wurde / gleich keiner hustete / obwoln ihnen / wegen der Kälte und Wassers / sonsten nicht wol war / auch der Leutenamt Mattheiß Held seine eigene Wehr anerbotten hatte / daß man ihn damit umbbringen solte / damit durch sein husten die Sach nicht verrathen würde; welches man aber nicht thun wolte. Und dieweil das Schiff wegen des Eyses nicht konte fortkommen / so wurde es von den Italianischen Soldaten selbst ins Castel gezogen / und hernach den meisten theil das Dorff (Durfft) zum brennen abgeladen. Der Marquis de Guasto, als er den Alarm in der Statt gehört / flohe mit seiner Compagnia Reuter / und fünff Fähnlein Italianisch Fußvolck / vor Forcht / auß der Statt. Dieweil dann die Burger ihren Herren / Printz Moritzen / mit dem Graffen von Hohenloh / vor der Statt mit vielem Volck sahen / begehrten sie zu parlamentiren / und erlegten 90. tausent Gülden für die Plünderung / und wurde also die Statt unter dem Gouerno deß obgedachten von Adels de Heraugiere, mit Staadischem Volck besetzt / und vom Advocaten in Holland / Johann von Oudebarnefeld mit aller Notthurfft versehen / und Gott für solche Victori mit einem sonderlichen Fest hertzlich gedanckt. Biß hieher Meteranus. Sihe auch den neuen Nassauischen Lorbeerkrantz fol. 74. seqq. und die belagerung vom Marggrafen Ambrosio Spinola Anno 1624. vorgenommen / [44] und wie er endlich An. 25. diese Vestung erobert; aber Anno 1637. den 10. Octobris Neuen Cal. sich derselben Heinrich Friderich / Printz von Uranien / und Graff zu Nassau / mit dem Staatischen Volck / nach dem 23130. Canonschüß hinein geschehen / mit accord wieder bemächtigt / in dem Ersten und 3. Theil deß Theatri Europaei Meriani. Im Novembri hernach wurden die Römisch-Catholische Geistlichen allhie außgeschafft. Es haben zwar die Spanischen Anno 1640. ein verdeckten Anschlag wider auff Breda gehabt / er hat ihnen aber nicht angehen wollen.