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Topographia Circuli Burgundici: Baume les Nonnes

Topographia Germaniae
Baume les Nonnes (heute: Baume-les-Dames)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 252–253.
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[252] Baume les Nonnes, Palma. Dieses Stättlein ligt fast auf halbem Weg zwischen Mümpelgart und Bisantz / beym Fluß Dub. Ist berühmt wegen deß vornehmen Closters / Benedictiner Ordens / allda / welches der 11. Bischoff zu Bisantz / S. Desideratus, angefangen / und sein Nachfahr / der H. Germanus, vollendet hat / der auch allda begraben ligt. Folgends als die Wandaler diesen Orth verwüstet / hat der Burgundische Pfaltzgraff Warnarius, umbs Jahr Christi 600. dieses ansehnliche und reiche Jungfrauen-Closter und Aptey / zun Zeiten deß Königs Guntramni, wieder erbauet. Die H. Jungfrau Othilia ist in solchem Closter erstlich erzogen worden / und folgends im Elsaß gestorben. Und haben die Nonnen allhie noch ihren Sturtz oder grossen Schleyer auff. Man rechnet von hinnen nach Bisantz 10. Frantzösische / theils 6. Teutsche Meilen. Und ligt dieser Orth gegen Grand Fontaine über / welches Grandi-fons, so bey die 4. Frantzösische Meilen von Bisantz gelegen / vorzeiten ein vornehme Statt gewesen; jetzt aber nur ein Dorff ist; bey welchem obgedachter heilige Germanus / umbs Jahr 396. von den Arianern / die er von Bisantz vertrieben / umbgebracht worden; wie hievon Joan. Jacobus Chiffletius, in Vesontione, weitläufftig zu lesen / der auch sagt / daß er sein abgeschlagenes Haupt noch hernach fortgetragen habe / und dergleichen Exempel p. 61. seq. mehrere erzehlet. Es ist obgedachtes Closters Kirch die gröste in dieser Statt Palma, so theils Balmam schreiben; in welcher obbesagter Warnarius begraben ligt / dessen steinern Monument ansehnlich / und umb solches deß Königs Guntranni Traum / eingegraben ist / von welchem Aimonius, lib. 3. c. 3. und gedachter Chiffletius pag. 64. seq. zu sehen seyn. Vnd sagen die Burger allhie zu Palma, oder Baume les Nonnes, daß dieser König / auß Anweisung einer flachen oder außgestreckten Hand / erkant habe / es Gott angenehm were / daß er das Closter allhie wider in den alten Stand richten solte; so er auch / durch den obgedachten Warnarium, oder Guarnarium, so allhie sich auffgehalten / gethan haben solle. Sie weisen über das auch den Orth / da der im obgemeldten Traum angedeute Schatz gefunden worden / nemlich einen der Statt Palm nachgelegnen Berg / daselbst jetzt ein Weinberg ist / so deßwegen le vigne du Thresor, oder der Weinberg deß Schatzes genannt wird. So solle von obgedachter flachen Hand / oder Palma, so dem König Guntranno erschienen / diese Statt den Namen / und ihr Wappen / nemlich ein solche außgestreckte Hand / zwischen zween Engeln / als wie an deß vorgemeldten Warnarii Grab zu sehen / haben; wie vorgedachter Chiffletius schreibet. Paulus Merula lib. 3. Cosmograph. cap. 47. meldet / daß Balma, oder Baume, ein Statt von Natur bevestigt / und allenthalben / ausser da man nach Chastel Chalon räise mit sehr hohen Felsen / gleichsam mit einer Mauren umbgeben / darauß der Fluß Seile / oder Cella, rinne. Es seye solche Statt / wegen deß alten und allergrösten Closters / deß Cluniacenser Ordens / berühmt / dessen Grund Bonno (Gilbertus Cognatus sagt Bruno) deß Königs Chilperici in Burgund Sohn / gelegt / und da es vom Alter zerfallen Guilelmus Poupetus, deß Orths Vorsteher / (zu deß gedachten Cognati Zeiten) wider auffgerichtet habe. Vnd dieses mag Merula, wie auch anders mehr / villeicht auß dem obangezogenen Gilberto Cognato genommen haben / von deme besagter Chiffletius in der Vorrede deß andern Theils / am 5. Blat / unter andern also schreibet: Gilbertus Cognatus, in sua Burgundiae superioris descriptione, pauca quaedam in hoc genere (de Archiepiscopis Bisont,) vulgavit, adeò [253] mutila, adeò respersa commentis, adeò luce indigna, etc. Sonsten was gedachtes Stättlein anbelangt / so ist solches / im Brachmonat deß 1637. Jahrs / von deß Hertzog Bernhards von Sachsen Weymar Volck / eingenommen worden / den 27. Junii Alt. Cal. und haben sich damaln viel Burgundische Stättlein und Schlösser / ergeben.

Es hat noch ein Baume, bey Arley, so eine Aptey / in diesem Lande / so zum Unterscheid deß Obern / von theils Balma, und Baume les Moines, oder des Moines genannt wird / und Anno 1640. die Neutralität von den Frantzosen erhalten hat. Anno 1644. hat der General Major Rosa / in Burgund Baume, Melisse, Fauconoy, Fouge, Volle, und S. Loup; auch das Thal Servace eingenommen. Wird aber nicht gemeldet / welches Baume es gewesen.