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Topographia Germaniae
Arien (heute: Aire-sur-la-Lys)
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Aschicourt
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 195.
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[195] Arien / Aire, oder Hera / Aria, Aëria, Ein gute / und veste Artesische Statt / an dem Fluß Liß / 2. Meilen von Teroanne gelegen. Hat ein uhraltes Schloß / und andere ansehenliche Gebäu; darunter ein Canonich-Stifft ist / dessen Glied Franciscus Modius, der berühmte Mann gewesen / so Anno 1590. gestorben ist. Ausserhalb der Statt / auff dem berühmten Itisberg / hat deß Königs Pipini Tochter / und Käyser Carls deß Grossen Schwester / die H. Itisberga, ihre Begräbnüß bekommen / deren Reliquien noch allda vorhanden / wie Miraeus in Fastis Belgicis, pag. 265. bezeuget. Es gibt viel Moraß herumb / und ist deßhalben diese Statt übel zu belagern. Gleichwol so haben die Frantzosen Anno 1641. vom 19. Mäy / biß auff den 16. Julii / ihr also zugesetzt / daß sie solche damaln durch Accord eroberten. Weilen sie aber / bey ihrem Abzug / die Aussenwerck nicht gar geschleifft / so haben sich die Spanischen darein gelegt / und die Frantzosen in der Statt also genöhtiget / daß sie auß Mangel Proviants / endlich den 7. Decembris N. C. dieses 41. Jahres / die Statt den Spanischen wieder mit Accord übergeben; nachdem bey 1600. Frantzosen / meistentheils nur auß Hunger / vergangen seyn sollen; und ward berichtet / daß ein Katz für 8. fl. ein Hund für 15. fl. ein Ratt / Mauß für 30. Stüber verkaufft worden; Ja / daß viel Soldaten die Riemen von den Brustharnischen abgenagt / und verzehret / auch deß Commendanten / oder Obristen darinn / Jaghunde zerissen / und auffgefressen haben; wie in der Franckfurter Frühlings-Relation deß Jahrs 1642. pag. 67. seqq. stehet. Anno 1482. kam diese Statt / durch Verrähterey deß Hauptmanns darinn / so Geld genommen / auch an Franckreich / ward aber Anno 1492. dem Ertzhertzog Philippo von Oesterreich / hernach König zu Castell / bey dem gemachten Frieden / restituirt.