Topographia Braunschweig Lüneburg: Topographische Beschreibung der Graffschaft Blanckenburg und Reinstein

Topographia Germaniae
Topographische Beschreibung der Graffschaft Blanckenburg und Reinstein
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 25–34.
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[25]
Topographische Beschreibung der Graffschafft Blanckenburg und Reinstein.


Der Graffschafft alter Nahme.

Die Graffschafft Blanckenburg vnd Reinstein / welche jetzo dem Durchleuchtigen / Hochgebornen Fürsten vnd Herrn / Herrn Augusto, Hertzogen zu Braunschweig vnd Lüneburg / sampt allen pertinentiis, eigenthumblich zugehöret / ist vor Alters Hartingow / Hartegow / vnd Hartgow / wie die Keyserlichen diplomata, vnd andere Vhrkunden bezeugen / das ist / das Gow an vnd auff dem Hartz / denominiret vnd genennet worden. Denn gleich wie die Römer ihr Land vnd Leute in gewisse Provincien / vnd Provincien hinwieder in praefecturas, praesidiatus, colonias vnd municipia eingetheilet / Also haben die alten Teutschen ihr Teutschland in gewisse pagos, Pflegen / oder Gowen / vnd die Gowen fürter in Voigteyen oder Dingstüle abgetheilet.


Alte Weitschafft derselben.

Vnter solchen Gowen ist das Hartingow eins von den ältisten / vornehmsten / vnd mächtigsten gewesen / zumahl die alten Teutschen so wol zu Friedenszeiten / wegen der Wildbahn vnd Jagt / (deren sie mehr dann deß Ackerbawes / vnd anderer Nahrung gepflogen) als zu Kriegeszeiten / wegen deß Vortheils wider die Feinde / sich gern im Hartzwalde finden vnd antreffen lassen. Zu geschweigen daß diese Gow einen zimblichen tractum, vnd die gantze Pflege vom Hessendam / vmb Halberstatt / an vnd auff dem Hartz / Insonderheit die Dingstüle /

1. Dem Drieberge /
2. Zu Osterwick /
3. Zu dem Ryßken /
4. Zu dem Frevele /
5. Zu Eilickßdorff /
6. Zu Vtzleben / oder Vhrschleben /
7. Zu Vplingen /
8. Zu Wedderschleben / vnd dergleichen mehr.

Wie auch folgende Oerter /

Halberstatt /
Grüningen /
Oscherschleben /
Rorßheimb /
Ditfurt /

[26]

Wolfferstett /
Derneburg /
Redeber /
Elvingerode /
Bodfelde /
Brockenstett /
Vplingen /
Wendhausen / vnd viel andere mehr begriffen.

Ob nun wol vnter andern Gowen auch das Hartingow von Keyser Carolo M. im Jahr 804. den 15. Maii, dem Stifft Halberstatt assigniret / vnd zugewidmet / vnd also Hartingow Halberstättischer Pfründe worden / So ist doch solches schlechter dinge vff den Sprengel / vnd die blosse Geistliche Pflege angesehen gewesen; In allem übrigen aber / vnd so viel die Weltlichkeit anreichet / nach wie vor in seinem Stande gelassen / vnd dem Hertzogthumb Sachsen / oder Braunschweig / incorporiret worden.

Vnd wie die Obrigkeit oder Richter eines jeden Gowes / (so erst zu Caroli M. Zeiten Graffen vnd Gowgraffen / das ist / Richter über das Gow / genennet worden) in burgo, das ist vffm Schloß / in einer Statt / ihren Sitz gehabt / vnd Gericht gehalten / Also haben die Vorstehere deß Hartingowes / ihre Residentz vff dem Schlosse in der Statt Blanckenburg / hart für dem Hartz; vnd etwas tieffer im Lande noch einen mallum publicum, oder Richtersitz gehabt / vff dem Schloß Hartingow / an einem Stättlein / welches zum vnterschied deß jetztberührten grössern Blanckenburgs vor dem Hartz / Lütken Blanckenburg geheissen.

Das Schloß Hartingow hat auff dem Hügel vor Halberstatt / da anjetzo die rudera von S. Johannis Kirche stehen / vnd das Stättlein Lütken Blanckenburg hart daran / gelegen / Inmassen dann Hildegrinus der erste Bischoff zu Halberstatt / wie Johannes Winnistadius in der Vorrede seiner Halberstattischen Chronic meldet / vff Gottes Offenbahrung die Kirche / so Carolus M. 40. Jahr zuvor in die Ehre S. Stephani gestifftet / von Sahlingstett (so darumb / daß der Bischoff von dannen in Osten gewichen / Osterwick gennnet worden) auff den Berg bey Hartingow / auff das Wasser / die Holtzemme benantlich / geleget / vnd vff Befehl vnd mit Hülffe deß Keysers / vmb den newen Thumb die Statt Halberstatt gebawet / vnd Lütkenblanckenburg eingeschlossen / Gestalt dann noch vff den heutigen Tag ein gewisses Refier in Halberstatt Lütken Blanckenburg / dessen Winnistadius in angezogenem M. S. Chronico in Ernesto I. dem 32. Bischoffe gedencket / genennet wird.

Das Schloß Hartingow aber ist allbereit Anno 1034. da Brantagus der zehende Bischoff zu Halberstatt gelebet / von den Feinden verbrant / vnd zerstöret gewesen / vide Winnistad. d. loc. de Brantago Episcopo.

Nach dem nun vmb das Jahr nach Christi vnsers Seligmachers Geburt 1100. die Namen der Gowen nach vnd nach in Abgang gerahten / vnd erloschen / die Gowen in Fürstenthümber / Land- Burg- vnd Graffschafften alteriret / vnd wolverdienten Herren erblich verliehen / ist auch Hartingow antiquiret / vnd von den Schlössern Blanckenburg vnd Reinstein / die Graffschafft Blanckenburg vnd Reinstein benahmet worden / woher aber die Schlösser Blanckenburg vnd Reinstein ihre Nahmen haben / soll an seinem Ort angezeiget werden.

Zu dieser Graffschafft haben vor Alters das Hauß Hessem / Osterwick / Weringerod / Zillingen / Schlanstett / Oscherschleben / Crottorff / Elbingerode / Neindorff / Langenstein / Gerßdorff / vnd die Newstatt Quedlinburg gehöret.

[27] Aber wie gantze Länder und Königreiche / gleich allen andern sublunaribus, den Veränderungen vnterworffen / und ihre periodos fatales haben / darin sie nach Gottes Rath und Willen in ihrem centro verbleiben / oder zu- und abnehmen: Also seyn viel Stück von der Grafschafft ab- an andere Herrschafften / insonderheit ein gut Theil derselben bald titulo oneroso, bald per sacrum istud aucupium, durch die Wahl der Bischöffe auß dem Hochfürstl. Hause Braunschweig Lüneburg / und auß dem Gräfl. Stamm Blanckenburg Reinstein / ans Stifft Halberstatt kommen; daß also weniger nicht in moralibus, als in physicis ex corruptione unius, alterius generatio entstehe / und Boëtius so zierlich als wahr saget:

Repetunt proprios
Quaeque recursus,
Redituque suo
Singula gaudent,
Nec manet ulli
Traditus ordo.


Grundlager und jetzige Gräntze der Grafschafft.

Darumb wollen wir die alte Gelegenheit fahren lassen / und den jetzigen Begriff betrachten. So reinet und grentzet nun anjetzo die Grafschafft Blanckenburg und Reinstein / gegen Osten oder Auffgang der Sonnen / mit dem Stifft Quedlinburg- und Fürstenthumb Anhalt; gegen Süden oder Mittag / mit den Grafschafften Stolberg / Schwartzburg und Hohnstein; gegen Westen oder Niedergang der Sonnen / mit dem Fürstenthumb Grubenhagen / und Grafschafft Wernigerod; gegen Norden oder Mitternacht / mit dem Fürstenthumb / weyland Stifft Halberstatt.


Natur / Art und Eigenschafft deß Landes.

Diese Grafschafft stehet zwar dem Nordwind offen / so streichet auch von dem / biß an S. Johannis Tag / mittenim Sommer mit Schnee bedeckten eißgrauem Scheitel deß benachbarten Brockenbergs / manche saure und harte Lufft herein / sie hat aber darum nicht / wie Cornelius Tacitus, dieser Landart Schuld gibt / einen so gar traurigen Himmel / und Senecae Meynung nach / einen ewigen Winter / sondern eine wiewol etwas kalte / doch ziemlich temperirte / reine und gesunde Lufft / die harte und frische Leiber zeucht / so / daß noch heutiges Tages Leute / welche 80. 90. 100. 110. und mehr Jahr erreichet / darinnen gefunden werden. Sie hat auff der einen Seite gegen Mitternacht ein räumiges und eben Land / auff der andern Seite gegen Mittag aber den Hartzwald / und lauter Berg und Thal / welches der gantzen Grafschafft ein recht schönes / anmuthiges und lustiges Ansehen gibt. Und wiewol der Acker an einem und anderm Ort / in einer steinigten und ungeschlachten Pflege liget / so hat es doch daselbst / und in der Nähe / an den meisten Oertern / bevorab in den Aemptern Westerburg / Mulmecke / Derneburg / Memdorff / Heimburg / und Westerhausen / einen außträglichen / fruchtbaren Boden / und erwünschten Kornbau.

Anderer Nutzbarkeiten anjetzo nicht zugedencken / so hat die Grafschafft Blanckenburg einen guten Theil deß Hartzes / und einen so grossen Forst / daß sie an Holtzung und Wildbahn keiner Grafschafft nachgibt / und manchem Fürstenthumb gleichet / die Berge sind voller Wild / die Thäler voller Viehe / die viscera terrae so reich von Eisen-Ertz / daß sechs Zerrenherd / und zwo Hoheoffen / mit tüchtigem Eisenstein perpetuirlich befordert werden können. So ereuget sich auch gute Hoffnung zu Silber-Ertz / und andern Metallen / zumahl unter und über dieser Grafschafft / in dem Fürstenthum Grubenhagen / und zu Zellerfeld / wie auch in der Grafschafft Stolberg / Silberberg Wercke in vollen Schwange begriffen / und daher vermuthlich / daß Gott und die Natur diesen Hartzort in der Mitten / in penetralibus terrae nicht weniger gesegnet / und eben dasselbe gewircket habe / auch verlauten will / daß heimliche Gucksgräber Silberertz auß dieser Grafschaft [28] an andere Oerter tragen / und sich dadurch / will nicht sagen / mit was Fug / doch reichlich ernähren sollen / zu dem untrügliche Anzeigen verhanden / daß unsere Vorfahren ebenmässig an unterschiedlichen Orten darnach geforschet / und geschurffet / aber weil etwa die grossen Verender- vnd andere Behinderungen sich in den Weg geleget / nicht nachgesetzet haben.


Vornehme Flüsse der Grafschafft.

Sonst wird auch die Grafschafft Blanckenburg und Reinstein von verschiedenen Flüssen begossen / unter welchen (1.) die kalte Bode / (2.) die warme Bode / wie auch(3.) die Rapbode oder Rattbode / und (4.) Lubbode / der kleinern anjetzo zu geschweigen / die vornehmsten seyn / und Wald und Feld fruchtbar machen.

Und wie das Wort Bodo / Bode / oder Vode / ein alter Teutscher Mannes-Nahme ist / wie B. Lutherus in seinem Onomastico bezeuget / von dem Teutschen Wort Vöden / das ist / ernähren / seinen Ursprung hat / und so viel als alumnus oder ernehren heist / solcher Nahme auch bey dem Gräfl. Blanckenburg. Reinsteinischen Mannstamm sehr gebräuchlich gewesen / daneben die alten Teutschen für eine sonderbare Ehre / ja gleichsam für ihr Schild und Helm gehalten / daß sie denen Flüssen / Bergen und Ländern / die sie etwa beherrschet / und in ihre Gewalt gebracht / nach ihrem Namen genennet haben:

Also inferiret sich daher gar probabiliter, daß dieser Fluß von seinem Herrn vor Alters den Namen bekommen / welches denn auch dadurch mehr behärtet wird / daß Feinbodo / Lubbodo / Rab- oder rectius Rattbodo / nach Anzeige der Teutschen Geschichtbücher / gleichfalls uhralte Teutsche Mannes-Nahmen seyn / und die letztere beyde mit zweyen Bodeströmen artig überein stimmen.

Der erste Bodefluß wird die Kalte Bode genant / hat ihren Ursprung beym kleinern Brocken / ohngefehr zwo Meylen über Elbingerode / fleusset herab vom Abend gegen Morgen / und treibet mit ihrem Strom folgende Sägemühlen / und Eisenhütten / 1. Miseriam, das Elend / 2. Librum, die Last / 3. Mangonis Lignetum Mangenholtz / 4. Novam ferrariam, die Neue Hütte / 5. Luderiaulam, Ludershoff / 6. Lyncis specum, Luchsholl / 7. Regis aulam, Königshoff.

Der ander Bodestrom / die warme Bode benantlich / quellet etwa eine halbe Meile vom Andreas-Berge / einer Bergstadt in der Graffschafft Lauterberg / unten am Berge / die Uchtmanns Höhe benantlich / so dem Brocken an der Mittags- oder Sündenseite liget / und dienet den Eisenhütten 1. zum Broumlahe / 2. zu Vogelsfelde / 3. zur Sorge / und 4. zur Tanne / und den Sägemühlen / 5. zum silbern Kulcke / und Spielbecke / endlich conjungiret er sich beym Königshofe / im Ampte Elbingerode oder Eiligerode / und leistet ferner gute Dienste den Eisenhütten / als da seyn (1.) ad Drogonis vadum, Drochfort / (2.) Laminarum ferraria, die Blechhütte / (3.) Raparum ager, Rübeland / (4.) novum opus, Neue Werck / welches in dem leidigen Krieg zwar durch die Soldaten eingeäschert / aber der Durchleuchtige / Hochgeborne Fürst und Herr / Herr Augustus, Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg / nachdem die Grafschafft Blanckenburg Ih. Fürstl. Gn. angestammet / anjetzo wieder erheben / auffbauen / und daselbst einen hohen Ofen / einen Frischherd / Blech- vnd Zehent-Hammer anrichten lässet / (5.) Vetus ruina, Altenbrach / (6.) Vandalorum vadum, Wendefurt.

Der dritte Bodenstrom wird von den Inwohnern die Rap- aber rechter Rattbode geheissen / und entspringet etwa eine viertel Meile über dem Flecken oder Dorffe Benniconis-Saxum, Benneckenstein / läufft von dannen nach dem Flecken oder Dorffe Druidum-Saxo, oder Drudenstein zu / folgends kompt er zwischen dem Neuenwerck und Wendefurt in obberührte grosse Bode.

[29] Der vierte und letzte Bodefluß ist zwischen Stiege und Haselfeld / daher dann die Hasel / welche ebenmässig die Lubbode genant wird / drein fleusset / und hernach in jetztberührten dritten Bodenstrom sich ergeusset.


Tum Boda Hercynidum verus regnator aquarum,

schlinget sich wunderlich / mit grossem sausen und braussen / durch Berg und Thal / läuft ins Nord-Ost / in solchem Lauff begrüsset sie Quedlinburg / Grüningen / Staßfurt und andere Städte / endlich nachdem sie ihre wilde Hartzart uff solcher Räise gemach und gemach abgeleget / conjungiret sie sich unter München-Neuburg mit der Saal. Es ist die Bode ein sehr Fischreich Wasser / und gibt gute Forellen / Schmerlin / Gründlinge / Ellerlinge / die Fische von recht süssem Geschmack / Dickköpffe und Krebse / wie auch um Quedlinburg Hechte / Döbbel / Heßlinge / und in den beyden Monaten Mertz und April / Steinbeitzen und andere Fische.


Die vornehmste Berge.

Der Berge und Thal dieser Grafschafft sind mehr / denn daß sie in kurtzem können erzehlet / geschweige beschrieben werden / von vielen nur einen und andern zu berühren / so ist in dem Braunlachischen Forst die Uchtmans Höhe / die Hohne / und der Wurmberg / welche / ob sie wol nicht berühmet / doch ihrem Nachbarn / dem Brocken an Höhe nicht viel bevor geben.


Haselwurm.

Insonderheit ist allhie nicht vorbey zu gehen / daß vor wenig Jahren an diesem Ort / im Hartz / eine erschröckliche Feuersbrunst entstanden / und da dieselbe gelöschet / auff der Brandstätte ein sceleton oder Grippe eines versengeten Haselwurms / von ungeheurer Länge gefunden.

Der Haselwurm ist zwar ein seltzamer / doch dieser Oerter nicht unbekanter Gast / und wird zu Latein vermis colurnus à coryletis darumb genant / daß er sich gern unter Haselstauden auffhält. M. Henricus Eckstormius, in seiner Walckenriedischen Chronick schreibet / daß vor 86. Jahren unfern dem Closter Ilfelde / in der Grafschafft Hohnstein / bey den ruderibus deß alten Schlosses Hartzeburg / dergleichen Wurm drey Jahr lang sey gesehen / und endlich von zweyen Holtzhauern auß Sachswerffen / die Schönemänne zugenant / umbgebracht worden / da dann das Volck hauffenweiß hingangen / und den abscheulichen Wurm / so an einem Baum gehangen / besehen; er ist zwölff Schuhe lang / und mit dem Maul und Kopffe einem Wolffe ähnlich gewesen. Eben an demselben Orte gedencket Eckstormius einer ebentheurlichen Begegnuß / von dergleichen Colubro und Haselwurm / so vor 56. Jahren auff der Nachbarschafft im Hartz angetroffen / 18. Schuh lang / und eines Mannes Hüffte dicke / grün und gelb gewesen / unterm Bauche Füsse / und einen Kopff gleich einer Katze gehabt / auff diesen Schlag: A. C. 1597. mense Julio, foemina ex Holbacho sub Clettenbergo jacente, adibat montes Hercyniae myrtillos collectum. Veniens autem ad montem acuminatum (den Spitzenberg) qui sesquimilliari circiter à nobis abest, et in silva Monasterii montes supereminet omnes, incidit in ingentem vermem seu Colubrum, visoque ipso protinùs sese in fugam conjecit, et sine myrtillis Zorgam venit, ibique apud Lignatorem, cui nomen erat der alte Wilhelm / hospitium petiit: Cumque quid vidisset, narraret, ab hospite et uxore ejus derisa fuit. Lignator idem octiduo post ad eundem fortè montem iter faciens, incidit in eundem vermem per viam obliquè porrectum. Aspiciens primò putavit esse ramum quercinum ab arbore decussum, sed videns vermem se movere, et caput ex corylis protendere, celeri fuga Zorgam ad suos rediit, et quid viderit, vicinis memoravit. Erant tum fortè in monasterio Nobilissimi et Clarissimi Viri, Hansius [30] Mitzschefal in Stockey, Joachimus Görtze in Olenhausen, JCtus, Johannes Stromer J. U. D. Philippus Ratzenberg Med. Doctor, et alii, qui ex lignatore huc vocato omnem rem cognoverunt, Affirmabat ille, vermem fuisse longum ad 18. pedes, crassitie aequasse, ur ille ajebat, femur viri, capite feli non absimilem colore viridem et flavum sibi visum fuisse, pedes in ventre habuisse.

An jetztangeregten Wurmberg stosset der Brocken / oder Brocksberg / vulgo Blocksberg / zu Latein Melibocus, Bructerus.


Bructerus Hercyniae montes supereminet omnes.

Und ist gleichsam der Ober-Auffseher deß gantzen Hartzgebürges / sintemal er von so grausamer Höhe und Grösse / daß er weit in secundam aeris regionem reichet / daher seine Spitze die meiste Zeit deß Jahrs mit Schnee und Wolcken bedeckt ist. Wenn der Schnee ungefehr nach Johannis deß Tauffers Fest / durch die Hitze der Sonnen herunter gebracht / und das Wetter helle ist / kan man von demselben Berge die Städte Magdeburg / Braunschweig / Lüneburg / und andere mehr / gar eigentlich ersehen / ja so gar von ferne die Ost- und West-See erkennen. Gedachter Berg / ob er wol einer gewaltigen Höhe / ist er dennoch fast über die Helffte der Höhe gantz sumpffig / daher auch an den meisten Oertern so wenig das Holtz / als das Graß / Menschen und Viehe zu Nutz kommen / oder herunter gebracht werden kan / sondern verfaulen und verderben muß. Es finden sich aber noch etliche Fußsteige / deren man sich im hinauffsteigen gebrauchen kan; inmassen dann vor etlichen Jahren Hertzog Heinrich Julius zu Braunschweig und Lüneburg / glorwürdigen Andenckens / einen breiten Weg von starcken Dannenbäumen über die Steinfelsen / unter denen das Wasser durchrauschet / verfertigen lassen / daß man mit einem Wagen / biß an die Helffte deß Berges fahren können: Es ist aber solcher Bolweg / wie er genennet wird / nunmehr gantz verfallen. Verwunderns aber solcher Bolweg / wie er genennet wird / nunmehr gantz verfallen. Verwunderns werth ist wol / daß oben am Berge / auff einem ebenen Plan / zwey viereckige Sümpffe / oder Heller / ziemlicher Grösse seyn / und fast auff der Spitze deß Berges / ein schöner Crystall-klarer Brunn entspringt / wobey / weil dieser Wirth gern borget / sich vor diesem eine ziemliche Menge Kerbhöltzer befunden / so von den jenigen / welche auff den Berg kommen / und auß dem Brunnen getruncken / zum Gedächtnuß dabey gelassen. Daß es also fast das Ansehen hat / als ob Gott und die Natur solche Heller und Brunnen oben an / und auff diesem überhohen Berge / gleichsam als Cisternen / zu dem Ende formiret / daß das Gewässer / so per evaporationem in visceribus montis generiret / in diesen Cisternen darumb gesamlet werde / damit die Bode / Ocker / Holtzemme / und andere Flüsse / so auß dem Brocken entspringen / und gleich allem Wasser / nach dem aequilibrio lauffen / desto tieffer fallen solten / auff daß sie umb so viel höher hinwieder steigen / und das Land hin und wieder fruchtbar machen möchten.


Kräuter und Gewächse.

Ja man kan mit Warheit auß solcher und andern Ursachen wol sagen / daß die Natur in dieser Gegend und Grafschafft recht ihren Spielplatz und Lustgarten habe / zumal sie diesen Ort mit so mancherley Gattung schöner fruchtbarer und heilsamer Kräuter / Blumen und Gewächsen gezieret / nicht anders / als ob sie das jenige / was sie anderswo in verschiedenen Landen nur eintzeln gepflantzet / in diesen Refier / gleich als in ihrem Lustgarten / dicke und in grosser Menge setzen und erziehen wollen: Inmassen dann diese Gegend denen / die in botanicis verliebet / über die 500. Species simplicium gar wol praesentiren könte; insonderheit wächset die genista major, so man allhie Gelster nennet / in officinis und Apothecken hoch berühmt / und ein trefflich epaticum ist / dieses Orts uff dem Lande / hart vor dem Hartz / und in den Vorbergen im Hartz / hauffenweiß und in grosser Menge / und gibet dem Viehe recht gesunde Wäide. Ein mehrers leidet instituti nostri ratio nicht; wer mehr Specialia hievon zu wissen begehret /

[T2]
Eysenhütten zum Rubenland (Merian).jpg
[T3]
Bumannshöhle (Merian).jpg

[31] der beliebe zu lesen Botanologiam Hercyniae D. Joh. Thalii, Medici Northusani celeberrimi, vnd Johann Boyers Beschreibung deß Lustgartens zu Hessem / vnd von den Kräutern vnd Gewächsen der benachbarten Wälder.


Cataracta Bodae am Roßtrap.

Wirfft jemand die Augen auff die hohen Berge vnd Felsen / über dem Dorff Thall / vorn im Hartz / der Roßtrap benantlich / da wird er sehen horribilem Bodae cataractam, den grausamen Wasserfall deß Bodestroms / dessen sich zu verwundern / in Ansehung auff beyden seiten weit in dem Hartz hinein / gegen Süden / sehr hohe Berge / von lauter Felsen / vnd rauhen Klippen seyn / zwischen solchen Bergen schlinget sich mit tausent krümmen ein sehr tieffes Thal / vnd formiret solches alles einen so rauhen / schrecklichen / vnd wilden Ort / daß dergleichen im gantzen Hartz nicht zu finden / die Haut schaudert / vnd die Haar stehen dem zu Berge / der nur hinunter sihet. Mitten in diesem übertieffen Thal / ragen wieder hohe Klippen vnd Felsen herfür / darüber der Bodestrom sich mit so grossem getöß / sausen vnd brausen herunter stürtzet / daß man es in der Nachbarschafft / bevorab wenn das Wasser geschwollen / weit vnd breit hören kan. Scheusst man an diesem Ort nur ein Handrohr oder Musqueten ab / so gibt es / wiewol ex intervallo, zu dreyen mahlen einen so harten Schall vnd Knall / der fast einem Canonschuß gleichet / jedoch ist der ander Knall viel stärcker / denn der erste vnd der dritte.

Von dem Vhrsprung deß Nahmens Roßtrap / ist ein gemein Gedichte / ob einer von den alten Teutschen Helden / einer Königs Tochter zu Ehren / mit seinem Roß über diß sehr tieffe vnd weite Thal / von einem Berg vff den andern gesprungen / das Pferd im Sprung mit den Huffeisen oben in den Felsen den Trappen (wie denn oben in demselben Felsen einig vestigium ist / so den Pfad eines Huffeisens ähnet) formiret / vnd der Ort daher den Nahmen bekommen / Sed fides stet penes autorem.


Teuffels Maur.

Gegen dem Roßtrap über / vff einem hohen Berge / die Hamburg genant / stehet die Teuffels-Maur / ein Maur von so grossen Steinen / daß Menschen-Hände dieselbe zu heben / vnd damit zu mauren / eine pur lauter Vnmügligkeit / strues sive congeries saxorum majorum, quàm ut homines singulorum oneri movendo nedum ferundo sint, sed et eo ordine positorum ut murum ex amussi concinnatum omnino referat.


Rieselsteine / so von Natur rechte Quadersteine.

In dem Thal hinter diesem Berge versus orientem, läufft ein Bach / der Steinbach benantlich / in / vnd an demselben Bache ligen lauter Kiesel: vnd dennoch Quadersteine / von 20. 30. vnd mehr Centnern / nach dem Winckelmaß so artig formiret / als sie der beste Meister formiren möchte.


Specus Bumanni, Bumanshöle.

Gehen wir von diesem Ort versus occidentem, nach der Eisenhütten / zum Rübeland / zwischen Blanckenburg vnd Elbingerode gelegen / so ereuget sich abermahl in der Graffschafft Blanckenburg ein solch Wunderwerck der Natur / die Baumenshöhle genant / davon mit Warheit wol kan gesaget werden /

     Ludit in humanis divina potentia rebus.

Diese Höhle / so etwan von ihrem Erfinder Specus Bumanni, oder Bumanshöhle genant wird / ist hart beym Rübelande / an einem zimlich hohen Berge / von der Natur selbst in einen harten Felsen gemacht / deren Eingang ist rund / vnd so enge / daß der Jenige / so darein will / etliche Lachter weit hinein schlupffen oder kriechen muß / bald darnach eröffnen sich Höhlen von solcher grösse / daß gantze Häuser darin stehen könten / etliche gegen Abend / etliche gegen Mitternacht / welche nebst den übrigen (davon hernach) in so [32] festen Stein seyn / als wenn sie mit grossem fleiß / in form eines Gewölbes / hinein gehawen / hinter solchen grossen Höhlen oder Gewölben / finden sich immer fort / nach Abend vnd Mitternacht / mehr vnd mehr Höhlen / jedoch daß man offt auß einer in die ander / durch enge Löcher kriechen muß. Wenn man viel hundert Schritt darin fortgangen / vnd gekrochen / trifft man einen spitzigen Felsen zwischen zwo Klüfften an / das Roß genant / über welchen man hinüber hutschen / vnd hernach sich vnterweilen gar mit Stricken hinunter lassen muß / dann kömpt man erst in die rechten Höhlen / da die Knochen / wovon hernach / gefunden / vnd grosse Pfeiler oder Seulen / von lauter Tropffstein / angetroffen werden. Vnd dieweil per rerum naturam, in diesen locum subterraneum kein Tagesliecht hinein fallen kan / daneben sothane Höhlen sampt vnd sonders / mit stetigen dicken Dünsten vnd Nebeln angefüllet / vnd dazu stets Wasser von oben herab darein tröpffelt / ohn daß auch der Ort / wegen darin befindlicher Gespenst / sehr beschryen ist / als versamlen sich gemeiniglich der jenigen / so den Ort zu besehen willens / eine zimliche Gesellschafft / vnd versehen sich mit einer menge Fackeln / oder Liechter / sampt einem oder anderm Fewerzeuge / auff daß / wann etwa durch die dicke Dünste / oder Gespenst / die Liechter außgelöschet würden / dieselben wieder angezündet werden könten / brauchen auch / wann sie keinen Führer haben / der dieser Höhlen sehr wol kündig / das Mittel deß Theseus, von der Ariadne gelernet / vnd in dem Labyrinth gebrauchet / binden an dem Ort / da sie hinein gehen / oder kriechen / einen Strick / damit sie sich wieder herauß finden können / zumahl wann sich einer einmahl in den vnzehlich vielen Höhlen verwirret / vnmöglich ist / sich wieder herauß zu finden / wie man dessen Exempel an denen darin gefundenen todten Cörpern oder sceletis hat / darin bleiben / sterben vnd verderben muß.

Es ist aber kein Mensch / der da sagen könne / daß er dieser grausamen vnzehligen Höhlen ein ende wüste / oder gefunden hätte / wiewol ihrer viel gewesen / welche sich etliche Tage darin auffgehalten / vnd mit mehren demonstrationibus (daran es deß Orts Bergwerckskundigen Leuten nicht ermangelt) dargethan / daß sie vnter der Erden fast in die gegend der Keyserl. freyen Reichsstatt Goßlar kommen / welche vier grosser Teutscher Meilen vom Eingange dieser Hölen ist.

Etliche die gar weit hinein kommen / berichten / daß sie von ferne ein sehr grosses Wasser brausen gehöret / als wann ein starcker Fluß von einem hohen Felsen sich herab stürtzet. Viel wollen auch zwart fürgeben / als ob sie durch vnterschiedliche Gespenst / lange darinnen vmbgetrieben / vnd endlich starcke / eiserne / verschlossene Kisten / vnglaublicher grösse / darin angetroffen / welche von greulichen Hunden verwahret würden / welches alles man aber auff seinen Würden vnd Vnwürden / weil es illusiones deß bösen Feindes seyn können / beruhen lässet.

Dieses ist gewiß / vnd mit glaubhafften Leuten zu bezeugen / daß vngefehr für 65. Jahren / ein junger starcker Viehehirte auß dem Hartze / sich allein hinein gewaget / vnd weil er sich verirret / vnd ihm die Liechter darüber verloschen / gantzer acht Tage darinnen / mit grosser Angst vnd Schrecken / zugebracht / biß er endlich / durch Gottes sonderbahre augenscheinliche Schickung / herauß kommen / vnd noch eine gute Zeit gelebet / Es ist aber derselbe in solcher Zeit gantz eißgrau / vnd von den Gespensten über alle maß geängstiget worden / zumahl er von etlichen ergriffen / als ein Dieb angeklaget / vnd zum Galgen verdammet / geführet / vnd ihm der Strick vmb den Halß gethan worden / wann er von selbigen kaum erlediget / ist er einer andern Parthey in die Hände gerahten / von denen er als ein Mörder zum Tode verdammet / vnd also fort von vielen andern / auff viel andere Manier / vffs eusserste geplaget / vnd geängstiget worden.

Vber solche wunderbahre structur dieser erschröcklichen Höhlen / davon kein Mensch biß dahero einige beständige Ration beybringen können / befinden sich noch andere denckwürdige Sachen darinnen / zumahl bald im ersten Gang ein Brünnlein [33] sehr klaren Wassers ist / welches von vielen für die Schmertzen deß Blasensteins täglich nicht ohne Nutzen gebrauchet wird / Wann gedachtes Wasser in einem Glase auffgehoben / hält sich über ein vnd mehr Jahr / wider alle corruptiones, vnd hat man nicht befunden / daß sich die geringste feculenta materia darunter gesetzet. Vnd demnach / wie vor gemeldet / das Wasser in der Höhlen stets von oben herab Tropffenweise nieder fället / so hängen sich oben an die Steine von solchen Tropffen / in Gleichnuß der Eißzapffen / lange dünne Steine / gantz weiser Farben / welche mit Verwunderung in grosser menge herauß gebracht / verkaufft / zu Pulver gestossen / vnd dem schadhafften Viehe in die Wunden mit grossem Nutzen gestrewet werden. Zu dem wird eine grosse menge allerhand Knochen vnd Beinlein / so theils fast vermodert / von vnbekanten Thieren / hinter dem Roß / fast in allen Hölen gefunden / vnd dem gemeinen Mann für Einhorn obtrudiret / vnter solchen Knochen werden zum offtern Zähne gefunden / vnglaublicher grösse / wie denn vor etlichen Jahren drey herauß gebracht / deren einer viel stärcker / als drey Pferdezähne gewesen / worauß leicht abzunehmen / was für vngeheure Thiere solche Zähne gebrauchet haben / Inmassen auch vor Jahren ein gantz Sceleton eines Menschen / vnglaublicher grösse / darin gefunden worden.


Klippen von Münchgestalt.

Allhie ist auch mit stillschweigen nicht vorbey zu gehen / daß in dem Ampte Blanckenburg / nahe beym Closter Michaelstein / im Walde / zwo Klippen oder Felsen / oben herauß stehen / so von der Natur also gebildet / daß sie die Gestalt vnd das Ansehen zweener Münche gar artig praesentiren / Inmassen dann auch daher der eine Felse Hanß Münch / vnd der ander Henning Münch / von Vndenckligkeit genennet worden / vnd noch.


Steinbruch / darin lauter Steine als Schüsseln.

Etwa eine gute halbe Meile davon / in selbigem Ampt Blanckenburg / vff der Höhe / zwischen den Dörffern Wienrode / vnd Timmenroda / ist ein Steinbruch / darin die Steine in form runder Schüsseln / an einander stehen / nicht anders / als ob sie mit fleiß von Menschen-Händen also gerundet / gehölet / vnd in vnd an einander gefüget wären / daher die Nachbarschafft für Trinckgeschirr / behuff ihres Viehes / gar nicht zu sorgen hat / sondern wer dessen bedarff / gehet nur zu gerechter Gruben / die ihm dann nach advenant ein gantz oder halb Dutz dieser Steinern Stein-Schüsseln sua sponte vnd ohn Entgelt suppeditiret.

E regione dieses Orts / nach Mitternacht / sihet man einen langen Zugk hoher Steinklippen / der Heidelberg benantlich / derselbe streichet von der Statt Blanckenburg versus orientem, eine halbe Meil weges vnd weiter / in einer so geraden serie hinunter / daß jemanden / der es nicht wuste / einen Ayd schwüre / es wäre nicht naturell / sondern von Menschen-Händen / secundum rectissimam lineam, eine Maure dahin gezogen.

Aber pro ratione instituti gnug von den Wunderwercken der Natur. Wolte man auch nun besehen die Wercke / so Menschen-Hände gemachet / vnd sonderlich die annoch verhandenen rudera der alten Schlösser / vnd wunderbarlichen Häuser dieser Graffschafft / als da seyn

I. Vor dem Hartze.

1. Der alte Reinstein /
2. Das alte Schloß Blanckenburg /
3. Das alte Schloß Heimburg /
4. Das alte Schloß Hartingaw /

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5. Das alte Schloß Gerßdorff /
6. Das alte Schloß Wenthausen /
7. Die Kucksburg /
8. Die Banenburg /

2. Auff vnd in dem wilden Hartze.

9. Die alte Lawenburg /
10. Die Homburg /
11. Die Wintzenburg /
12. Die Treseburg /
13. Die Schonburg /
14. Das Birckefeld /
15. Die Drakenburg / vulgò Draburg /
16. Das Jagthauß /
17. Die Königsburg /
18. Das Newe Schloß.

Würde / solche alle particulatim vnd vmbständlich allhie zu beschreiben / gar zu weitlaufftig fallen. Es ist wol zu verwunderen / wie in dem rauhen wilden Hartz / auff solche grausame Höhe / da man kaum mit aller Noht hin klatteren / vnd sich eintzelweiß durchdringen kan / solche starcke / feste Gebäwde / vor so viel hundert Jahren / haben können gebawet werden; Der Leser wird in den folgenden particular Beschreibungen davon an einem vnd andern Orte weiter Nachrichtung vernehmen. Dieses ist auch nicht zu vergessen / daß der grundgütige GOtt diese Graffschafft mit einer sehr grossen vnd raumigen Forst / vnd herrlichen Wildbahn reichlich gesegnet / vnd wird derselbe in eilff Forste ab- vnd eingetheilet / Gestalt denn über einen jeden Forst ein VnterForster / vnter der Inspection eines OberForsters gesetzet / vnd hat demnach

Der Blanckenburgische Forster 9. Berg vnd Thale /
Der Heimburgische 24.
Der Thalische 42.
Der Hüttenrodische 32.
Der Wendefurtsche 28.
Der Stiegische 36.
Der Allrodische 28.
Der Tannische 27.
Der Braunlahische 15.
Der Michaelsteinische 23.
Der Derneburgische das Osterholtz /

Vnd also in gesampt 265. Berg vnd Thal / oder namhaffte Oerter / die alle bey Nahmen anzuführen zu lang fallen wolte / zu begehen / vnd über das seyn noch drey Schützen / die Grentzen zu beschiessen / bestellet / daß also der gantze Forst vnd Wildbahn bedienet wird von einem Oberförster / zwey Waldschreibern / drey Grentz- oder Wildschützen / vnd eilff Förstern.