Topographia Braunschweig Lüneburg: Campen

Topographia Germaniae
Campen (heute: Burg Campen)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 67.
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Campen (Merian).jpg
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Campen.

Ist ein Fürstliches Lüneburgisches Schloß / oder Ampthauß / 2. Meil von der Statt Braunschweig gelegen. Zu welcher Zeit es erstlich gebawet / davon findet sich keine sonderliche Nachricht. Es hat dieses Hauß vnd Ampt vor Jahren zu dem Fürstenthumb Braunschweig / Wolffenbüttelischen theils gehört / ist aber im Jahr Christi 1348. von beyden Hertzogen Magnussen dem Aeltern vnd Jüngern zu Braunschweig Lüneburg / Wolffenbüttelischer Linie / ihren Vettern / Herrn Otten / vnd Herrn Wilhelmen / Hertzogen zu Braunschweig Lüneburg / Zellischer Linie / vmb dreyzehenthalb hundert Marck lötiges Silbers / Lüneburgischen Gewichtes / verkauffet worden / gestalt auß dem darüber am Tage Fabiani Sebastiani bemeldeten Jahres auffgerichteten noch verhandenen Kauffbriefe zu ersehen.

Die gegend dieses Orts ist herrlich vnd gut / hat an einer seiten feine Wiesen / welche den Sommer über einen schönen Prospect geben / gute Viehezucht vnd Weide vors Viehe / auch den Ackerbaw zur Nohtturfft.

Das Hauß ist an allen vier seiten zugebawet / vnd hat in der mitte einen feinen viereckichten Platz. Zwo seiten davon hat Hertzog Wilhelm der Jünger / zu Braunschweig Lüneburg / Christmilder Gedächtnuß / im Jahr 1585. die andere beyde aber dessen Herr Sohn vnd Nachfahrer / Hertzog Ernst / im Jahr 1596. auffbawen lassen. Gestalt dieses Hauß mit so viel Gemächern / einem Marstall / vnd andern nohtwendigen Nebengebäwen dergestalt versehen / daß es zu einem Fürstlichen Ablager bequem.

Nicht weit bey diesem Fürstl. Hause fliesset die Schunta vorbey / welches zwar ein kleiner doch fischreicher Fluß / der insonderheit gute wolschmeckende Krebse gibt / entspringt an dem Elmb / vnd gehet bey Werden in Poppendicke in die Ocker.