Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Mähren

Topographia Germaniae
Mähren
Nächster>>>
Auspitz
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 87–91.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Mähren in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[T24]
Charta deß Marggraffthumbs Mähren (Merian).jpg
[87]
II.
Mähren.

Es wird dieses Land / ob es wol jetzt ein Marggrafthum / dem Hertzogthum Schlesien / in den Bömischen Schrifften und Handlungen / auch von selbigem Scribenten vorgesetzt / sonder Zweifel darum / weiln es vorzeiten groß / und ein Königreich / und unter demselben Böheim selbsten etwan gewesen; auch folgends Mähren eher als Schlesien dem Königreich Böheim einverleibt worden ist. Etliche nennen es das Mährenland / oder Equarum regionem, als ob es viel Stuten und Mähren / darinnen gebe. Aber es komt dem Lande der Nahme her von seinem fürnehmsten Fluß Maro, der Mahr / Marck oder March / der in etlichen Plinischen Exemplarien Morus genant wird; und daher auch der Lateinische Moravia; wie auch der Böhmische / oder Slowakische und Wendische Nam Moráwá und Moráwska Zemie / entsprungen: wie dann die Wendische Leute / in ihrer Sprach / besagten Fluß Morava oder Moráwa / heissen. Es wird dieses Land / wie es jetzt ist / an drey Orten / mit Bergen / Wäldern und Wassern umbgeben; gegen Oesterreich aber ist es offen und eben. Und seyn die Gräntzen deß heutigen Mährenlands / vom Auffgang der Sonnen / Ungarn und angräntzend Polen; vom Abend Böheim; von Mitternacht Schlesien; und von Mittag / Oesterreich. Ausser deß obgedachten Haupt-Flusses der Mahr oder Marck / (so an den Böhmisch- und Glatzischen Gräntzen entspringet / und oberhalb Preßburg / nachdem es auch einen zimlichen Strich durch Unter-Oesterreich geloffen / in die Donau fällt) seyn auch andere Wasser im Lande / als die Igla / Gihlawa / Oslawa / Teya / Schwarta (von theils Schwarza genant) Zwita / Blata / Beczwa und andere mehr / so in die Marck lauffen. Caspar Laudismann / in seinem räthlichen Bedencken / wie frembde Sprachen zu erlernen / meldet am 252. Blat / daß umbs Jahr 1613. in Mähren 100. Städte / 410. Flecken / 500. Schlösser und 30369. Dörffer / sollen gewesen seyn: so aber / weiln das Land nicht gar groß / schier unglaublich scheinet; wiewol dasselbe also erbauet ist / daß man kaum Platz und Weide für das Viehe allda haben kan. Und ist das Land schön und fruchtbar an Getreid / Wein / Früchten und anderm; gibt auch feines Bier / und auß Ungarn herrliches Fleisch; also / daß man wolfeil da zehren kan. Der Wein aber ist einer schwefelichten und kalckichten Natur / wegen deß Bodens: daher es viel / auch junge contracte Leute allda giebet. Und bezeuget Michael Piccart, decad. 16. Observat. Historico-Polit. cap. 7. in fin. daß in Mähren Manns- und Weibs-Personen / auch die mässig leben / mit dem Darmgicht oder der Colica; Item der Lähme und Zipperlein / beladen werden. Es helffen aber die Mährer auch zum theil selber darzu / weiln sie den Wein / der in grosser Menge da wächst / erst gar spat / wann allbereit starcke Reiffen gefallen / und die Beern Vormittag etwas gefrieren / ablesen; auch solchen in den Geschirren nicht verarbeiten lassen / damit er desto süsser bleibe / und den Böhmen und Schlesiern / die solchen bey ihnen abholen / desto anmuthiger seye; daher er auch gemeiniglich dick und trüb ist. Es schreibet Dubravius, gewesener Bischoff zu Olmütz / in diesem Lande / in seiner Böhmischen Chronik / daß man in solchem auch Weyrauch und Myrrhen auß der Erden grabe / und meldet / [88] daß / zu seiner Zeit / Herr Wenceslaus von Berka und Daub / auff seinem Gut Sternberg / einen gantzen Cörper eines Menschen gefunden / so lauter Myrrhen gewesen / so man zum räuchern brauchen konte. Es gibt auch Gesund-Bäder / und wunderliche Brunnen / in diesem Lande; davon Thomas Jordanus, in seinem Comment. de Aquis medicatis Moraviae, Anno 1586. zu Franckfurt in 8. gedruckt / zu lesen. Die Sprach ist gemischt / doch mehr Teutsch / als Slowakisch / oder Wendisch. Die Slavonische Inwohner kommen in ihrer Sprach / wie auch in Sitten und Gebräuchen / mit den Böhmen fast überein; seyn gleichwol etwas freundlicher / und gegen die Teutschen barmhertziger / als die Böhmen. Es hat da einen grossen / hohen und nideren Adel. Auß dem hohen seyn / vor diesem / die von Schönberg / Thurn / Leippa / Waldstein / Zierotin / etc. mächtig gewesen. Der Zeit hält man die Fürsten von Liechtenstein und Dieterichstein für die Mächtigsten allda; wiewol auch die Fürsten / Grafen und Herren von Eggenberg / Waldstein / Nachod / Tieffenbach / und andere / ansehenliche Güter daselbst haben sollen. Die Unterthanen werden leidendlicher allhie / als in Böheim gehalten: daher dann offt viel von dorten her / in Mähren / da man ihre Sprach redet / entlauffen; wiewol auch die Mährer ihre Söhn und Töchter jährlich den Herren und Frauen darstellen müssen; welche dann zu ihren Diensten herauß klauben mögen / was ihnen gefällt. In Religions Sachen hätte / vor diesem / jeder glauben mögen / was einer ihme zu verantworten getrauet hat. Daher man der Augspurgischen Confession Zugethane / oder Lutheraner; Item Hussiten / Reformirten (so man Brüder / theils auch Piccarten genant) Schwenckfelder / Wiedertäuffer (und diese zwar allenthalben / und in sehr grosser Mänge) Schweitzer Brüder / Flaccianer / Photinianer / und dergleichen / neben den Römisch-Catholischen / und den Jüden (deren auch eine grosse Anzahl allhie) im Lande gefunden; die aber der nächst verstorbene Käiser / Herr Ferdinand der Ander / daselbsten / biß auff die Catholischen und Jüden / außgeschaffet hat. Siehe / was deßwegen vor Befelch ergangen / wie die Reformation anzustellen / die Jesuiter wieder im Land einzuführen / das Außlauffen der Uncatholischen an andere Ort / zu verbieten; die Wäisen von Reformirten Schulen abzufordern; die Prädicanten außzuschaffen / und die Wiedertäuffer auß dem Land zu jagen; in deß Caroli Carafae, Episcopi Aversani, Commentariis, de Germania sacra restaurata, und in desselben Buchs Anhang. Den neuen Calender hat vorhero Käiser Rudolff der Ander allda eingeführet; weilen solches die weltliche Bottmässigkeit angehet; wiewol sonsten der Pabst / in geistlichen Sachen / für das Oberhaupt in Mähren gehalten wird. Es eignen die alte und neue Scribenten das Mährenland / sowol als Böheim / Teutschland zu. Und beweiset Philippus Cluverius lib. 3. Germaniae Antiquae, cap. 30. weitläufftig / daß Mähren eine sehr alte Teutsche Provintz / darinn vorzeiten die Quaden / so Schwaben gewesen / gewohnt haben; wiewol theils unrecht die Marcomanner / so in Böheim gesessen / hieher setzen / auch so gar deß Landes Namen / entweder von ihnen / oder dem König Maroboduo, herführen. Es haben aber gemeldte Quaden auch einen Theil von Schlesien inngehabt / daher noch / der Gräntzen halber / zwischen diesen beyden Völckern / Streit ist / die beyde das Fürstenthum Troppau ihnen zueignen wollen. Sie seyn auch / aber erst lang nach deß Taciti Zeiten / in Oesterreich kommen / und haben da auff dem Marckfeld gewohnet. Und seyn diese Schwaben / von ihren Gesellen / die Quaden / gleichsam anderer / sonderlich der Feinde / Belästiger und Unterdrucker / von anderen aber die böse Quaden und unversöhnliche Schwaben genennet worden. Es scheinet aber / daß sie / mit den Marcomannern / in deß König Ernsts / oder Arionisti, Zug / wider den Julium Caesarem, gewesen: und als derselbe Ernst überwunden worden / und die Niderlag geschehen / daß sie sich erstlich ins Land Steyer / und / nachdem sie von dannen / von dem Römer Druso Caesare verjagt worden / hieher in Mähren kommen seyen. Sie haben sich aber weit außgebreitet / nemlich biß an die Raab / so beym Ptolomaeo das erste und andere Pannonien scheidet / und an die Gran / bey welches Wassers Einfluß in die Thonau / die Stadt Gran liget. Als nun die [89] Quaden in der Morau / Moraugia, oder Mähren / ihren Sitz bekräfftiget; so haben sie / dem Namen gemäß / stätige Krieg / sonderlich mit den Römern / der Teutschen geschwornen Feinden / geführet. Sie haben auch deß Marobodui Befelch / aber doch unter einem eigenen König / auß dem Tudrischen Geschlecht / gefolget; wiewol dessen / wie auch der vorgehenden Könige / Namen / nicht zu finden. Als aber besagter / der Marcomannen / König / Maroboduus, oder Märbot / abgesetzt / und verjagt worden; so scheinet es / daß die Quaden unter deß Käisers Tiberii Gewalt gerathen seyen / weiln sie / vom Druso Caesare, den Vannium zum König sollen bekommen haben: der aber auch / weil er vollmächtig regiren wolte / verjagt worden; und haben seiner Schwester Söhne / Vangio und Sido, das Königreich Mähren / wie man vermeynt / unter sich also getheilet / daß der eine disseits deß Mari, oder der Marck / und der ander über derselben; jedoch unter deß Römischen Reichs / und deß Käisers Claudii, Schutz / regirten. Der Käiser M. Antoninus Philosophus, hat mit diesen Quaden / so in Pannoniam und Moesiam, eingefallen / so lang er gelebt / stätige Krieg geführet / und offt ansehnlich ihrentwegen triumphiret; biß er endlich / in der denckwürdigen Schlacht / mit den Marcomannen gehalten / die Quaden also zu Brett getrieben / daß sie unter das Römische Joch musten. Unter den Käisern Gordiano II. und Maximino, haben sich die Quaden fast mit allen Teutschen Völckern verbunden / und seyn / mit ihrem erwählten Feldherrn / dem Argunthe, in Moesiam und Thraciam, Römische Provinzien / eingefallen / und haben immer wieder mit den Römern zu thun / und noch ihre eigene König gehabt / biß der Römer Macht ab hergegen der Teutschen zugenommen; da dann die Quaden / unter Radagasto, Alarico, Godigisilo, Attila, Ardarico, Odoacro, der Teutschen Feld-Obristen / sich treulich haben gebrauchen lassen. Es wollen theils / daß das Noricum, der Gothen Teutschem König Theodorico unterworffen gewesen; und daß eben dieser Dieterich das Pannonien den Gepidis und Bulgaris, entzogen habe. Wann dem also / so scheinet es der Warheit ehnlich zu seyn / wann man darfür hält / daß Mährer / oder wie sie von den Slaven genennet werden / Morawáne / und Morawky / zugleich auch in deß gemeldten König Dieterichs Gebiet kommen seyen / als die Slaven / oder Wenden / allbereit selbiges Mährenland innen gehabt haben. Wann aber diese Slaven erstlich / nach Unterdruckung / und unter sich Vermischung der Quaden / in Mähren gelangt seyen / davon hat man bey den Historicis keine gewisse Nachrichtung. Hernach seyn die Moravi, unter den Bäyerischen und Fränckischen Königen gewesen; und / da sie abgefallen / und sich wild erzeiget haben / hat sie Käiser Carl der Grosse wieder zum Gehorsam gebracht / und gantz Mähren dem Teutschen Käiserthum unterworffen; wiewol solches Land dannoch seine Herren gehabt / unter welche es getheilt gewesen; deren / um selbige und folgende Zeit / diese genant werden / nemlich Moymarus, der Fürnemste / von etlichen ein König genant; Hormidurus, Ratimarus, Rasticus oder Ratisolaus, oder Rastize, Brynno und Hezilo. Mit besagtem Rastico oder Rastize, deß Moimari Enickel / der Teutschen grossen Feinde / hatte man viel zuthun. Und hat sonderlich Anno 864. König Ludwig in Teutschland / wider ihn gekrieget / und denselben zum Gehorsam gebracht; der aber auch folgends nicht geruhet hat; biß er endlich von seinem eignen Enick-Sohn / dem Zuentibaldo, gefangen / und in Bäyern geschickt worden; allda ihme Anno 871. die Augen außgestochen / und er in ein Closter gethan worden ist; da er sein übriges Leben elendiglich zugebracht hat. Und mit dem gedachten Zuentibaldo, den Carolomannus zum König in Mähren wieder erhöcht / hatte man auch folgends zu kriegen; dessen Sohn Suatebogus, von den Alten Zuenteboldus, und von Theils Suatoplucus genant / sich dem Käiser Arnolpho, hernach auch widersetzt hat; der ihn aber überwunden / und dahin gebracht / daß er Frieden begehren muste / den er auch erlangt hat / und bald hernach gestorben ist; verlassende zween Söhne / Moëmarum, und Suatebogum, oder / wie er von etlichen genant wird / Zuentebolchum; welche zween Brüder / mit dem Käiser Ludovico, deß Arnulphi Sohn / ein Bündnuß gemacht / [90] deßwegen sie / unter solchem Schein / von den Ungarn überzogen / und in einer Schlacht getödtet worden seyn / darauff die Ungarn für sich einen Theil vom Mähren-Land eingenommen; einen Theil aber davon haben die Polen und Oesterreicher bekommen. Das übrige / was noch jetzt davon vorhanden / hat sich freywillig an die Böhmen ergeben; wiewol man findet / daß Käiser Heinrich der Erste Mähren eingenommen / und solches Land wieder zum Teutschen Reich gebracht; auch Anno 1034. die Mährer / mit den Böhmen / auß der ungerechten Dienstbarkeit / darein sie beym König Mieczeslao in Polen / gerathen / vom Käiser Conrad dem Andern / erlediget / und dem Teutschen Reich abermals zugeeignet worden; biß Anno 1086. auff dem Reichstag zu Mayntz / das Land Mähren / vom Käiser Heinrich dem Vierten / dem Königreich Böheim einverleibt worden / und doch ein Lehen deß Römischen Reichs geblieben / das auch Käiser Rudolph der Erste / nach deß Königs Ottocari Tod / wieder zum Gehorsam gebracht hat. Wie dann solches Land deß jährlichen Tributs nicht erlassen worden: und die Mährer noch verbunden seyn / dem Käiser / wider die Reichs Feinde / zu dienen / und zum Römer-Zug / zu contribuiren: als die deß Römischen Teütschen Reichs Lehen Leute seyn; wie von diesem allem / Melchior Goldastus, an unterschiedlichen Orten / seines Buchs / von dem Königreich Böheim / und einverleibten Landen / Lateinisch schreibet: wiewol er im 3. Buch am 12. Capitel / von dem Königreich Mähren / auch folgendes erzehlet; daß nemlich Raslaus der Slaven / so die Quaden verjagt / erster König gewesen seye: Suatoplucus, der letzte König ohn einen / und der erste Christliche König in Mähren / habe diß / und jenseit der Thonau / gar weit regiret / den der Käiser Arnolphus überwunden / und dessen Sohn Suatoplucus der Jüngere / der letzte König gewesen / welcher zu Neitrach / oder Neuters in Ungarn / im Mitten seines Königreichs / begraben worden: Nach dessen Tod / das Mährische Land unterschiedlich von einander kommen seye; wie es daselbst mit mehrerm zu lesen; ihme aber selbsten hierinn / und auch im 16. Capitel / (da er / daß solch Königreich unter Käiser Ludwig / Arnolphi Sohn / auffgehöret habe / saget) zuwider ist: gleichwol in deme mit Dubravio, und andern (die auch deß letzten Königs Lebens Beschluß / und daß er ein Einsidler worden seye / beschreiben / und melden) übereinstimmet / daß / nach seinem / deß letzten Königs / Tod / er habe nun gleich Suatoplucus, Suatobogius, Zuentebold, oder anders / geheissen / dieses Königreich Mähren unterschiedlich zerrissen worden / und endlich der Königliche Titul an Böheim kommen (welches Land doch zuvor Käiser Arnolphus dem Mährischen König unterworffen gehabt) und also das Königreich Böheim / in Ansehung deß Mährischen / älter / als das Polnische und Ungarische / ist. Boregk sagt / in seiner Böhmischen Chronik / am 35. Blat / daß deß besagten Suatobogii, so ein Einsidler in Ungarn worden / Sohn / sich an dem Bischoff Methodio vergriffen; Käiser Arnolph hab ihn die Acht gethan / und sein Königreich den Ungarn / Polen / Böhmen / Oesterreichern / zu zerstören erlaubt. Also nun seyn die Historien-Schreiber wider einander / daß in diesem Stück man nichts gewisses haben kan. Was aber von den vorgehenden Kriegen kürtzlich erwehnet worden / davon kan auch Andreas Brunner part. 2. Annal. Boicorum lib. 6. & 7. gelesen werden / der gar viel / auß anderen Scribenten / hievon hat. Als nun / wie gesagt / Mähren an Böheim kommen / so ist solches Land von Landvögten regiret worden / biß entweder Hertzog Ulrich in Böheim selbsten / seinen Sohn Bretislaum; oder aber der Käiser denselben zum ersten Marggrafen / wider die Ungarn / allda gemacht; dessen 3. jüngere Söhne hernach zu Brinn / Olmütz und Znoym / Hof gehalten haben; unter welchen der älteste / Namens Wratitzlaw / auff Absterben ihres Bruders Spitignei, Hertzog in Böheim / und folgends der erste König daselbst worden ist. Mit der Zeit seyn alle die Marggrafen in Mähren abgangen / und ist das Land dem Königreich Böheim völlig / doch / als ein Lehen vom Römischen Reich / wieder heimgefallen; und hat König Wenceslaus Ottogarus, einen Herrn von Sternberg / der Anno 1242. die Tartarn vor Olmütz unversehens überfallen / und einen herrlichen Sieg erlangt hatte) zum ersten Land-Hauptmann [91] / oder Pro-Marchione, daselbsten verordnet; von welcher Zeit an / die Könige in Böheim / allwegen ein Lands-Hauptmann in Mähren gehabt; wiewol Käiser Carls deß Vierten / und Königs in Böheim / Bruder Johannes, und seine beyde Söhne / Jodocus und Procopius, so ohne Erben verstorben / selbiges Marggraffthum eine Zeitlang besessen / und sich desselben Marggrafen geschrieben haben.

Auff die kurtze Landes-Beschreibung folgen nun die Städte und vornehmste Oerter / so viel man deren in Erfahrung bringen / auch von denselben etwas schrifftwürdiges finden können: und zwar erstlich: