Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Glatau

Topographia Germaniae
Glatau (heute: Klatovy)
<<<Vorheriger
Gitschin
Nächster>>>
Glatz
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 30.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Klatovy in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[30]
Glatau.

Diese deß Königreichs Böheim Land-Stadt ligt nahend Schwihoff / Zinkow / Grunberg / Kasegowitz / Planitz und Kleinow (so in den Tafeln auch für Städtlein gezeichnet werden) und gegen Bäyern werts. Theobaldus, Königs Uladislai Bruder / so dem Käiser Friderico Barbarossae treulich in Italien gedienet / und darinn gestorben / ward hieher nach Glattau geführet / und allda im Dominicaner-Closter / so er gestifftet / begraben / wie Boregk sagt in der Böhmischen Chronick / am 166. Blat. Anno 1622. ist Glattau von den Polacken / so dem Hertzog auß Bäyern zugezogen / außgeplündert worden. Anno 1641. giengen General Pful und Wittenberg / mit acht Regimentern Schwedischen Volcks auß der Obern Pfaltz in Böheim / und hieher auff Glattau (so von theils unrecht Klattau geschrieben wird) und nahmen die besten Ort / als Tauß / Teinitz und dergleichen dort herumb / für sich ein; dardurch die Pässe / auß Böhmen / nach Regenspurg / gesperret wurden.

Hinter Glattau / auff einem hohen Felsen / liget das Schloß Raby / sammt einem Flecken / wie Boregk sagt / und die Landtafeln zeichnen / Stadt oder Städtlein: Johann Zischka / der Hussiten Feld-Hauptmann ist darfür gezogen / hat den Flecken unterm Schloß gewonnen / und darauff den 29. Mertzen deß 1421. Jahrs / frühe / wie die Sonne auffgieng / einen Anlauff an das Schloß thun lassen. Er selbsten stellete sich unter einen wilden Birnbaum; aber es schoß einer auß einer Feldschlangen unversehens vom Schloß in den Holtzbirnbaum / daß ihm ein Splitter in das ander gesunde Aug sprang / und es verderbete / daß er hernach blind gebliben ist; und eylete er von dannen nach Prag / daß er sich heylen ließ. Diese Histori ist in dem Schloß abgemahlet / aber es stehet dabey / es sey durch einen Pfeil geschehen; saget Theobaldus in der Hussiten Histori / part. 1. pag. 179.