Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Göding

Topographia Germaniae
Göding (heute: Hodonín)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 97–98.
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Göding / Hodonin.

Eine Stadt / an den Ungarischen Gräntzen / darzwischen der Haupt-Fluß in Mähren / die Morawa / oder die March / lauffet / und daselbsten eine Insul machet / in deren Mitten sich Ungarn und Mähren scheiden / also / daß der eine Arm deß Flusses schon zu Ungarn gerechnet wird. Auff der andern Seiten hat es auch ein Wasser / so unterhalb Göding / einen See machet / und auß solchem in die Marck wieder lauffet. Und wird daher Göding von einem also beschrieben / daß solches Städtlein auff einer Seiten habe einen tieffen Teich / auff der andern einen grossen Morast / auff der dritten ein Gehöltz / und auff der vierten ein schön ebenes und flaches Feld; gibt auch etwas Weinwachs herum / gegen Auspitz zu; und hat man von hinnen nicht weit in Oesterreich. Und ligt gegen Göding über die Vestung Skalicz / an dem obbesagten andern Arm der Marck / und also allbereit in Ungarn; von welcher Stadt in Beschreibung deß Königreichs Ungarn gesagt worden; und kan man / was ums Jahr 1449. zu Scalitz vorgangen / Gerhard. de Roo, im 5. Buch der Oesterreichischen Chronik / fol. 215. Item / von der Schlacht zwischen den Käiserlichen und den Ungarn / bey solchem Ort Anno 1621. gehalten / und wie endlich sie / die Ungarn / denselben in ihre Gewalt gebracht / den Tom. I Theatri Europaei, und dann was mit Veränderung der [98] Religion man für einen Proceß allhie Anno 46. geführet / und übel verfahren / desselben 5. Theil / fol. 1250. lesen. Aber wieder auff Göding zu kommen / so hat Anno 1623. der Bethlehem Gabor das Käiserliche Kriegs-Volck allhie belägert / demselben alle Strassen und Zufuhr verlegt; derowegen es viel Ungemach erlitten / auch viel verlohren / und mit unglaublicher Gedult den Hunger anderthalb Monat lang ertragen hat. Als aber dem Bethlehem / daß etliche tausend / auß unterschiedlichen deß Teutschlands Orten / den Käiserlichen zu Hülff ankommen thäten / angezeit wurde; hat er auß Forcht / die Belägerung auffgehebt / mit dem Käiserlichen General / Conte di Monte Negro, einen Stillstand auff 2. Monat geschlossen / dem Kriegsvolck wieder Proviant zukommen lassen / und sich in Ungarn begeben; daselbsten seine Gehülffen / die Türcken / so wieder nach Hauß sich begeben wolten / von dem Esterhasi / Breuner / Reiffenberg und Grafen von Serin / geschlagen / daß sie etlich tausend verlohren / und viel gefangene Christen erlediget / und den Türcken ein grosser Raub abgejagt worden ist.