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Textdaten
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Autor: Friedrich Hofmann
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Titel: Stille Gesellschaft
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aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 101–102
Herausgeber: Ernst Keil
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1868
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[101]
Die Gartenlaube (1868) b 101.jpg

Stille Gesellschaft.
Originalzeichnung von E. Oehme.

[102]

Und in der Geisterstunde erwacht ein steinern Kind
Und fragt: Wer wohl die Schläfer auf unsern Gräbern sind?
Der Rosenstrauch giebt Antwort: Die schlafen so wie Du,

20
Der Tod der Schlachten drückte die Heldenaugen zu.


Ein steinern Weib daneben: Wer schlug allhier die Schlacht?
Hielt an des gleiches Marken das Heer so schlechte Wacht?
Antwortet drauf der Flieder: Das that kein fremdes Schwert,
Es haben gegen Deutsche hier Deutsche es gekehrt.

25
Da schüttelt ein Mann sein steinern ergrauet Haupt und spricht:

So giebt’s ein einig Deutschland noch diese Stunde nicht? –
Der Friedhofrasen flüstert: Ich decke im deutschen Land
Mehr Krieger, gefallen von deutscher als fremder Feindeshand!

Die Nacht entweicht. Die Stätte grüßt frischer Morgenhauch.

30
Die Geister schlafen wieder, die Todten schlafen auch. –

Wohl stillere Gesellschaft ist nirgend weit und breit. –
Ist dies die letzte Klage, die so zum Himmel schreit? –

Friedrich Hofmann.