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Textdaten
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Autor: Gottfried August Bürger
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Titel: Ständchen
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 195–197
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1775
Erscheinungsdatum: 1778
Verlag: Johann Christian Dieterich
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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Ständchen.
Im Julius 1775.


     Trallyrum larum höre mich!
Trallyrum larum leier!
Trallyrum larum! das bin ich,
Schön Liebchen, dein Getreuer!

5
Schleus auf den hellen Sonnenschein,

In deinen zwei Gukäugelein!

     Durch Nacht und Dunkel komm’ ich her,
Zur Stunde der Gespenster.
Es leuchtet längst kein Lämpchen mehr,

10
Durch stiller Hütten Fenster.

Nichts wachet mehr, was schlafen kan,
Als ich, und Uhr, und Wetterhahn.

     Auf seiner Gattin Busen wiegt
Sein müdes Haupt der Gatte;

15
Wol bei der Henne ruht vergnügt

Der Hahn auf seiner Latte;
Der Sperling unterm Dache sizt
Bei der geliebten Sie anizt.

     Wann, o wann ist auch mir erlaubt,

20
Daß ich zu dir mich füge?

Daß ich in süsse Ruh’ mein Haupt
Auf deinem Busen wiege?
O Priesterhand, wann führest du
Mich meiner Herzgeliebten zu?

25
     Wie wolt’ ich dann herzinniglich,

So lieb, so lieb dich haben!
Wie wolt’ ich, o wie wolt’ ich mich,
In deinen Armen laben!
Gedult! die Zeit schleicht auch herbei.

30
Ach, Trautchen, bleib mir nur getreu!

     Nun lyrum larum gute Nacht!
Gott mag dein Herz bewahren! –
Was Gott bewahrt ist wol bewacht. –
Daß wir kein Leid erfahren.

35
Ade! schleus wieder zu den Schein,

In deinen zwei Gukäugelein!