Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Silber aus Seewasser
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 33, S. 460
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1857
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[460] Silber aus Seewasser. Eine der letzten Nummern der „Household Words“ enthält einen interessanten Aufsatz über eine Reihe von Experimenten, welche französische Chemiker mit dem Seewasser angestellt haben und aus denen sich ergeben hat, daß dieses Wasser Silber enthält, welches sich durch ein geeignetes Verfahren daraus absondern läßt. Die Experimente wurden viele Male wiederholt und gaben stets dasselbe Resultat; – aber freilich waren die gewonnenen Silberkörner sehr winzig, und bezahlten die auf ihre Ausscheidung verwandten Kosten nicht. Eine auf Grund der erlangten Resultate angestellte Berechnung ergab, daß eine englische Kubikmeile Seewasser enthält 23/4 Pfd., eine deutsche oder geographische Kubikmeile also 2632/3 Pfd. und der ganze Ocean ungefähr 40 Millionen Centner Silber – bei welcher Berechnung es übrigens auf ein oder mehrere Dutzend Millionen nicht ankommen mag. Nach diesen Experimenten stellten die erwähnten Chemiker (mit üblichem angelsächsischem Dünkel verschweigen die Household Words die Namen derselben) einige weitere an, nämlich mit Seepflanzen und zwar mit den in der Botanik unter dem Namen „Fuci“ bekannten, die keine Wurzeln in das Erdreich schlagen und somit alle Nahrung aus dem Seewasser erhalten. Diese wurden sorgfältig analysirt und man fand, daß sie 26 mal so viel Silbergehalt hatten, als das Wasser selbst. – Diese Ermittelungen zogen die Aufmerksamkeit eines in der Münze zu Valparaiso (Chili) beschäftigten englischen Chemikers, Namens Field, auf sich, und dieser stellte jetzt eine Reihe von Experimenten mit den Kupferplatten von alten Schiffen an. Er verschaffte sich von einem Schiffe, das 7 Jahre in See gewesen war, einige Stücke der Verkupferung und fand unter 5000 Gran dieses Kupfers 2 Gran Silber. Das wäre auf 20 Centner Kupfer so viel wie ein Pfund und etwas über eine Unze Silber. Bei einem anderen Schiffe ergab sich, daß das Kupfer, welches beständig im Seewasser gewesen war, achtmal so viel Silber enthielt, als solches, das in der Cajüte war. Um nun diese Unternehmungen zu einem ganz genauen wissenschaftlichen Resultate zu führen, hat Herr Field eine Quantität ganz reinen Kupfers granulirt, eine Hälfte davon in einer luftdicht verschlossenen Flasche verwahrt und die andere Hälfte in einen durchlöcherten Kasten gethan, den er von einem Schiffe einige Fuß unter der Meeresfläche fortschleppen läßt – also so zu sagen eine Angel, womit er das Silber aus dem Meere wegfangen will. Nach einiger Zeit wird dann die Vergleichung dieses Kupferköders mit dem zurückbehaltenen reinen Kupfer das gewünschte Resultat ergehen. Die Zeitschrift, aus welcher wir diese Angaben nehmen, bemerkt dazu: „Die Erklärung dieser Naturerscheinung ist nicht schwer. Das schwefelsaure Silber kommt sehr häufig in der Natur vor; durch Salzwasser wird es in Chlorsilber verwandelt, das durch gewöhnliches Salz aufgelöst wird. Das im Fluß- und Quellwasser enthaltene Salz wirkt in Pflanzen auf die gleiche Weise und löst kleine Atome Metalle auf, die sodann in Pflanzen und von diesen mittelst der Nahrung in den menschlichen Körper übergehen. Ob und welchen Werth die Entdeckung hat, bleibt zu erwarten. Wird kein Versuch gemacht, Nutzen daraus zu ziehen, so wäre daraus entweder zu folgern, daß Silber nicht so selten ist, als Manche glauben machen möchten, oder daß wir es recht gut entbehren können.“ Uns scheint, daß es weder das eine noch das andere, sondern nur dies beweisen würde, daß die Kosten der Gewinnung des Silbers aus Seepflanzen größer sein würden, als der Werth des gewonnenen Silbers.