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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 19

und Amerika. Im J. 1890 vermählte sie sich mit einem New Yorker Bürger, Antonio Navarro de Viana.

Andlau, Gaston Hardouin Joseph, Graf d’, franz. General, starb Anfang 1892 in Südamerika.

Andrássy, 2) Emanuel, Graf, ungar. Politiker, starb 24. April 1891 in Budapest.

Andresen, 1) Karl Gustav, Germanist, starb 25. Mai 1891 in Bonn.

Andromedotoxīn C31H50O10 findet sich in vielen Erikaceen u. scheint das wirksame Prinzip aller Arten dieser Pflanzenfamilie zu sein. Der giftige Honig von Trapezunt, von dem Xenophon in seiner „Anabasis“ spricht, verdankt seine Eigenschaften wohl dem A., u. auch die zur Zeit besonders in Amerika benutzten Fluidextrakte von Kalmia latifolia und Rhododendron maximum enthalten als wirksamen Bestandteil A., während dagegen das irrtümlicherweise als gefährlichstes unter den Erikaceen genannte Ledum palustre von dem genannten Gift frei ist. A. bildet farblose Nadeln, löst sich leicht in Alkohol, schwerer in Wasser und sehr schwer in Äther. Kochendes Wasser löst nur etwa den dritten Teil so viel A. wie kaltes Wasser. Die Lösung in Wasser, Alkohol, Amylalkohol polarisiert nach links, die in Chloroform nach rechts. Es schmilzt bei 228–229°. A. ist weder Alkaloid noch Glykosid. Die tödliche Dosis schwankt zwischen 0,1 und 0,45 mg auf 1 kg Tier. Der Tod erfolgt durch Lähmung des Respirationszentrums.

Angīna pectŏris, Wesen und Behandlung, s. Innere Medizin.

Angĭospermen, s. Pflanze.

Anhalt. Der Flächeninhalt des Herzogtums war bisher auf Grund von Kartenberechnungen auf 2347,4 qkm angegeben worden, doch haben im J. 1883 angestellte Erhebungen nur ein Areal von 2294,4 qkm (41,7 QM.) ergeben. Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dez. 1890: 271,963 Seelen (gegen 248,166 im J. 1885), und zwar in den 5 Kreisen:

Kreise Einwohner
1890
Zunahme
Einwohner in Proz.
Dessau 65626 7334 12,6
Köthen 47931 644 1,4
Zerbst 47105 2525 5,7
Bernburg 82444 11900 16,9
Ballenstedt 28857 1394 5,1
Zusammen: 271963 23797 9,6

Die Zunahme war im Zeitraum 1885–90 mit 1,92 Proz. im jährlichen Durchschnitt größer als in irgend einer der frühern Perioden (1871–75 jährlich 1,21 Proz., 1875–80: 1,7 Proz., 1880–85: 1,3 Proz.). Besonders in den Städten, in welchen rege Industrie betrieben wird, u. den umliegenden Dörfern ist die Bevölkerung erheblich gewachsen, während in Gegenden mit überwiegend Ackerbau treibender Bevölkerung, wie im Kreis Köthen, die Einwohnerzahl vielfach abgenommen hat. A. besaß (1890) 2 Städte mit mehr als 20,000 Einw. (Dessau 34,658 und Bernburg 28,326), 2 mit mehr als 10,000 (Köthen 18,215 und Zerbst 16,181) und 3 mit mehr als 5000 Einw. (Roßlau, Koswig und Nienburg). Das Budget für das Finanzjahr Juli 1891/92 beziffert die eignen Einnahmen und Ausgaben auf 11,032,000 Mk., Einnahmen u. Ausgaben für das Reich auf 6,771,000 Mk.

Eigne Einnahmen:  
Dominialverwaltung 3038174 Mark
Steuerverwaltung 2591944
Von Bergwerken 3808640
Sporteln und Nebeneinnahmen 949818
Insgemein 180
Außerordentliche Einnahme 693244
Eigne Ausgaben:  
Allgemeine Staatsverwaltung 1806500 Mark
Zur Staatsschuld 168000
Justizverwaltung 670660
Inneres 2600253
Finanzverwaltung 3162158
Auseinandersetzungsbehörden 4590
Kultus 157108
Renten 353158
Pensionen 564826
Bauwesen 379377
Gehaltszulagen 12500
Insgemein 3984
Außerordentliche Ausgabe 1198886

Der Staatsbedarf ist um ca. 400,000 Mk. höher als im Vorjahr, davon kommen auf die allgemeine Staatsverwaltung 276,000, auf die außerordentlichen Ausgaben 111,000 Mk. Unter den Einnahmen sind besonders die aus Domänen und Bergwerken höher angesetzt. Unter den Steuern sind die direkten auf 150,024, die indirekten auf 109,400 Mk., der Anteil an den Reichssteuern auf 1,755,030 Mk. veranschlagt. Unter den Einnahmen für das Reich ist die Rübenzuckersteuer auf 4,100,000, die Branntweinsteuer auf 652,000, die Salzsteuer auf 400,000 Mk. geschätzt. Die Matrikularbeiträge belaufen sich auf 1,621,268 Mk. Die Staatsschuld betrug 1891: 1,596,654 Mk., blieb aber hinter dem Aktivvermögen (5,211,574 Mk.) um 3,614,921 Mk. zurück.

Anlauffarben, s. Metallfärbung.

Anlockungsfarben, -Gerüche, s. Pilze.

Anpassung. Die Lehre von der A. ist neuerdings ein stark bevorzugter Gegenstand biologischer Untersuchungen geworden und zwar von so entgegengesetzten Standpunkten aus, daß man sicherlich erwarten darf, die Wahrheit in der Mitte zu finden. Denn während die Weismannsche Schule jeden Einfluß der äußern Lebensverhältnisse auf eine dauernde (erbliche) Umformung der Lebensformen leugnet (vgl. Bd. 18, S. 250 ff.), ist eine andre Schule (Neo-Lamarckismus) aufgetaucht, deren Wortführer, namentlich Henslow, wieder alle Veränderung und Vervollkommnung der Wesen den äußern Einflüssen zuschreiben und der natürlichen Zuchtwahl keinen Einfluß zugestehen möchten. Der mächtige Einfluß der äußern Lebensbedingungen kann sehr leicht in den gleichmäßigen Veränderungen der Pflanzen einer und derselben biologischen Formation (Gebirgs-, Wüsten-, Steppen-, Strand-, Sumpf- und Wasserpflanzen) nachgewiesen werden, und nach dieser Richtung haben unter andern die Alpenpflanzen den Gegenstand der Kontroverse gebildet. Dieselben kennzeichnen sich besonders durch kurze Stengel, Polsterbildung der Grundblätter und gedrungenes, durch Kürze der Internodien ausgezeichnetes Wachstum, so daß die Blüten verhältnismäßig größer erscheinen als bei Pflanzen der Ebene. Dieses gedrungene Wachstum ist, wie Thiselton Dyer zeigt, eine Folge der starken Besonnung und Einwirkung der brechbareren Strahlen, welche das Längenwachstum hemmen, aber von den Pflanzen der Ebene durch eine dicke Wasserdampfschicht abgehalten werden. Darum wachsen die schönen rosettenartigen Polster der Alpenpflanzen sofort sparrig aus, wenn man sie im Garten zieht und ihnen nicht genügend Sonne gibt; es findet also eine sofortige Rückanpassung statt: der von der Insolation erzeugte Zwergwuchs, der hier als Anpassungs-Erscheinung zu gelten hat, ist also nicht beständig geworden, während der Gärtner durch Zuchtwahl ausdauernde Zwergformen erlangt. Dieselbe Erfahrung machte der Genannte mit der sogen. Arabis

Empfohlene Zitierweise:
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 19. Bibliographisches Institut, Leipzig 1892, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b19_s0040.jpg&oldid=- (Version vom 17.3.2023)